Umschuldung, Schuldenschnitt, Euro-Bonds Wie Griechenland gerettet werden soll

Auf ihrem Sondergipfel zur Schuldenkrise wollen die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder das zweite Hilfspaket für Griechenland verabschieden. Unklar ist allerdings noch immer, mit welchen Maßnahmen das hoch verschuldete Land unterstützt werden soll. Ein Überblick über die Alternativen.
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Schuldenschnitt: Bei dieser Lösung, die auch häufig als "Haircut" bezeichnet wird, müssen alle Gläubiger Griechenlands auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Der Schuldenstand des Landes würde sich also auf einen Schlag reduzieren.

Allerdings würden die Ratingagenturen dies als Zahlungsausfall bewerten. Griechische Staatsanleihen könnten von der EZB dann nicht mehr als Sicherheit akzeptiert werden, es droht ein Zusammenbruch des griechischen Bankensystems.

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Weiche/r Umschuldung/Schuldenschnitt: Bei diesem Konzept sollen hochriskante griechische Staatsanleihen durch abgesicherte Anleihen mit einer verlängerten Laufzeit ersetzt werden. Damit wären die Folgen für die Investoren abgemildert. Griechenland müsste seine Schulden also erst später zurückzahlen.

Allerdings haben die Ratingagenturen bereits angekündigt, dass sie diese Umschuldung ebenfalls als teilweisen Zahlungsausfall bewerten - wenn auch nur als "teilweisen" Zahlungsausfall.

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Euro-Bonds: Nach diesem Konzept nehmen alle Länder der Euro-Zone zusammen Kredite zu einem einheitlichen Zinssatz auf. Bisher muss sich jedes Land selbst darum kümmern, Geld von den Finanzmärkten zu bekommen - zu unterschiedlich hohen Zinssätzen. Für Griechenland würde dies bedeuten, dass es neues Kapital zu wesentlich niedrigeren Zinsen als bisher aufnehmen könnte. Wegen der schlechten Bewertung seiner Bonität durch die Ratingagenturen kann sich das Land derzeit de facto kein Geld mehr leihen.

Problem bei dieser Lösung: Länder mit einem bislang guten Rating - wie Deutschland - müssten bei den Euro-Bonds deutlich höhere Zinsen hinnehmen. Jedes Land müsste dann für die Staatsverschuldung anderer mithaften. Experten sehen zudem verfassungsrechtliche Probleme.

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Rückkauf eigener Staatsanleihen: Weil griechische Staatsanleihen derzeit teils nur noch mit 50 Prozent ihres Nennwerts gehandelt werden, könnte Griechenland seine Anleihen entsprechend günstiger zurückkaufen. Dafür wären aber gewaltige Geldsummen nötig, die etwa der Rettungsfonds EFSF zur Verfügung stellen müsste.

Alternativ könnte auch der Rettungsfonds selbst die griechischen Anleihen kaufen. Bei dieser "Bond-Buy-Back"-Lösung gäbe es de facto ebenfalls einen Schuldenschnitt, allerdings ohne den Zahlungsausfall.

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