Stresstest-Ergebnisse Die deutschen Banken im Überblick

Beim zweiten europäischen Banken-Stresstest nahmen die Aufseher 12 deutsche Institute unter die Lupe, nachdem die Helaba im Streit aus dem Verfahren ausgeschieden war. Alle deutschen getesteten Kandidaten haben bestanden. Das beste Ergebnis verzeichnete die Landesbank Berlin mit 10,4 Prozent Eigenkapital im Stressfall, das schlechteste die HSH Nordbank mit 5,5 Prozent. Im Schnitt hätten die deutschen Banken mit 7,5 Prozent hartem Eigenkapital bestanden, gefordert waren mindestens 5 Prozent. Ein Überblick.
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Frankfurter Bankenviertel: Beim zweiten europäischen Banken-Stresstest nahmen die Aufseher 12 deutsche Institute unter die Lupe, nachdem die Helaba im Streit aus dem Verfahren ausgeschieden war. Alle deutschen getesteten Kandidaten haben bestanden. Das beste Ergebnis verzeichnete die Landesbank Berlin mit 10,4 Prozent Eigenkapital im Stressfall, das schlechteste die HSH Nordbank mit 5,5 Prozent. Im Schnitt hätten die deutschen Banken mit 7,5 Prozent hartem Eigenkapital bestanden, gefordert waren mindestens 5 Prozent. Ein Überblick.

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BayernLB: Um den Stresstest zu bestehen, muss eine Bank auch im simulierten Belastungsfall eine harte Kapitalquote von mindestens 5 Prozent vorweisen. Dies war bei der BayernLB der Fall: Mit Kapitalquoten von 7,1 (Stress-Szenario) und 9,3 (Basis-Szenario) liegt sie klar über den Mindestanforderungen.

Die zweitgrößte der verbliebenen Landesbanken hat nach zwei Jahren mit Milliardenverlusten offenbar die Kurve gekriegt. Noch ist offen, welche Auflagen die EU der mit Steuermilliarden geretteten Bank für die Beihilfen noch machen wird - und welche Folgen diese für das Geschäftsmodell haben werden. Für BayernLB und Freistaat ist das dann vermutlich der größere Stresstest in diesem Jahr.

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Commerzbank: Dem zweitgrößten deutschen Geldhaus bescheinigte die europäische Bankenaufsicht eine Kapitalquote von 6,4 Prozent (Stress-Szenario) und 10 Prozent (Basis-Szenario). Damit hat auch sie den Stresstest bestanden.

Der Commerzbank macht allerdings bis heute die Übernahme der Dresdner Bank im August 2008 zu schaffen. In der Krise mit Milliarden vom Staat gestützt, will die Commerzbank bis Mitte Juni den Großteil der noch 16,2 Milliarden Euro Stille Einlage des Staates zurückzahlen. Am Ende der Transaktionen rechnet die Bank mit einer international komfortablen Kernkapitalquote von 9,7 Prozent.

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Dekabank: Der inzwischen zu 100 Prozent den Sparkassen gehörende Fondsdienstleister hat durch eine Neuausrichtung erheblich Kapital freigeschaufelt. Mit einer Kapitalquote von 9,2 Prozent (Stress-Szenario) und 13,0 Prozent (Basis-Szenario) steht sie im Vergleich sehr gut da.

Auch das Geschäft läuft bestens: Nach einem Rekordjahr 2010 stieg das wirtschaftliche Ergebnis im ersten Quartal weiter: Die Kernkennzahl, die Erträge minus Aufwendungen misst, lag Ende März bei rund 234 Millionen Euro - gut 18 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

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Deutsche Bank: Der deutsche Branchenprimus sammelte im vergangenen Herbst bei einer Kapitalerhöhung 10,2 Milliarden Euro ein, stemmte damit die Postbankübernahme und rüstete sich zugleich für schärfere Kapitalanforderungen. Mit einer laut Bankenaufsicht harten Kernkapitalquote von 6,5 Prozent (Stress-Szenario) und 8,8 Prozent (Basis-Szenario) gilt der Dax-Konzern als gut finanziert.

Inklusive Hybridkapital - eine Mischform aus Fremd- und Eigenkapital - lag die Quote Ende März sogar bei 13,4 Prozent. Die Deutsche Bank geht fest davon aus, die für 2019 vorgesehenen härteren Kapitalregeln («Basel III») bereits 2013 zu erfüllen.

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DZ Bank: Das Zentralinstitut für knapp 950 der 1150 Genossenschaftsbanken in Deutschland fand 2010 zurück zu alter Stärke: Am Ende stand ein Milliardengewinn in den Büchern, auch der Start 2011 verlief gut. Die Bankenaufsicht bescheinigte der DZ Bank im Stresstest 2011 eine harte Kernkapitalquote von 6,9 Prozent (Stress-Szenario) und 8,2 Prozent (Basis-Szenario).

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Helaba: Die Landesbank Hessen-Thüringen galt als Wackelkandidatin, obwohl sie ohne Schrammen und ohne staatliche Hilfe durch die Finanzkrise gekommen war. Knackpunkt waren die Stillen Einlagen unter anderem des Landes Hessen. Die Zweifel der Bankenaufsicht EBA, dass diese Milliarden im Krisenfall herangezogen würden, versuchten die Eigentümer dadurch zu zerstreuen, dass sie eine Umwandlung dieser Kapitalpositionen beschloss. Erst kurzfristig wurde klar: Das reicht der EBA nicht, die Helaba würde nach den Kriterien der Londoner Behörde bei dem Test durchfallen.

Die Helaba protestierte gegen die kurzfristige Änderung der Vorgaben und veröffentlichte ihre Daten kurzerhand selbst. Die Bank versicherte, sie liege auch im härtesten Stressszenario mit 6,8 Prozent Kernkapitalquote über dem von der EBA geforderten Mindestwert von 5,0 Prozent. Die Aufseher verzichteten daraufhin auf Bekanntgabe der Helaba-Daten - sie nahm damit offiziell nicht am Stresstest teil.

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HSH Nordbank Die mit Steuermilliarden gestützte Landesbank der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein hat den Stresstest nur knapp bestanden und das schwächste Ergebnis unter den 12 geprüften Instituten erzielt. Die Bankenaufsicht bescheinigte der Nordbank im Stresstest 2011 eine harte Kernkapitalquote von 5,5 Prozent (Stress-Szenario) und 10,7 Prozent (Basis-Szenario).

HSH-Vorstandschef Jens Nonnenmacher hatte die Bank Ende März verlassen, weil er das Vertrauen der Haupteigentümer verloren hatte. Der neue Chef, der Investmentbanker Paul Lerbinger, will das Profil der Bank schärfen.

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Hypo Real Estate (HRE): Befreit von Milliardenlasten aus der unrühmlichen Vergangenheit macht der verstaatlichte Immobilienfinanzierer inzwischen wieder Gewinne. Die Auslagerung von Risikopapieren in der horrenden Größenordnung von rund 173 Milliarden Euro machte die Bank kleiner - und trieb die Kernkapitalquote der HRE auf erstaunlich komfortable 39,6 Prozent zum Ende des ersten Quartals 2011.

Die Bankenaufsicht bescheinigte der HRE im Stresstest 2011 eine harte Kernkapitalquote von 10 Prozent (Stress-Szenario) und 28,4 Prozent (Basis-Szenario).

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Landesbank Baden-Württemberg (LBBW): Die größte deutsche Landesbank will nach drei verlustreichen Jahren mit einem radikalen Konzernumbau 2011 wieder schwarze Zahlen schreiben. Wichtiger Teil der von der EU- Kommission verordneten Schrumpfkur: Der Abbau des riskanten Kreditersatzgeschäfts.

Die Bankenaufsicht bescheinigte der LBBW im Stresstest 2011 eine harte Kernkapitalquote von 7,1 Prozent (Stress-Szenario) und 8,2 Prozent (Basis-Szenario).

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Landesbank Berlin: Unter dem früheren Namen Bankgesellschaft Berlin ein Sanierungsfall, schnitt die LBB bereits bei der ersten Runde des Stresstests unter den deutschen Instituten am besten ab. Vorstandschef Johannes Evers sieht sein Haus als Dienstleister aller deutschen Sparkassen, will die LBB zu einer "Verbundbank" entwickeln.

Auch beim zweiten Stresstest erzielte die LBB im Belastungsfall den besten Wert aller deutschen Institute: Die Bankenaufsicht bescheinigte der Landesbank Berlin im Stresstest 2011 eine harte Kernkapitalquote von 10,4 Prozent (Stress-Szenario) und 14,6 Prozent (Basis-Szenario).

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NordLB: Die Norddeutsche Landesbank ist ohne Staatshilfe durch die Finanzkrise gekommen. Weil ein Scheitern beim Stresstest unbedingt verhindert werden soll, musste sie jedoch ihr Kapital aufstocken. Ende Mai machte der Landtag in Hannover den Weg frei für einen 600-Millionen-Euro-Kredit. Zuvor waren bereits Stille Einlagen von 1,1 Milliarden Euro in hartes Kernkapital umgewandelt worden.

Der Aufwand hat sich gelohnt: Die Bankenaufsicht bescheinigte der NordLB im Stresstest 2011 eine harte Kernkapitalquote von 5,6 Prozent (Stress-Szenario). Damit wurde ein Durchfallen knapp vermieden.

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WestLB: Das vor einem radikalen Umbau stehende Düsseldorfer Institut erwartete keine Probleme bei der Überprüfung der Krisentauglichkeit der europäischen Banken.

Die Bankenaufsicht bescheinigte der WestLB im Stresstest 2011 eine harte Kernkapitalquote von 6,1 Prozent (Stress-Szenario) und 8,7 Prozent (Basis-Szenario).

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WGZ-Bank: Die genossenschaftliche Zentralbank der Volks- und Raiffeisenbanken im Rheinland und in Westfalen hatte 2010 ihre Reserven und Rücklagen weiter gestärkt und sieht sich für die verschärften Kapitalauflagen («Basel III») gut vorbereitet. Ende 2010 lag die Kernkapitalquote bei 10,3 Prozent. Das Kernkapital besteht dabei ausschließlich aus hartem Kernkapital.

Die Bankenaufsicht bescheinigte der WGZ Bank im Stresstest 2011 eine harte Kernkapitalquote von 8,7 Prozent (Stress-Szenario) und 10,8 Prozent (Basis-Szenario).

Foto: Martin Gerten/ picture alliance / dpa
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