Mitgefangen Italiens Topbanken unter Druck

Den Stresstest haben sie offenbar bestanden, doch der Stress geht weiter. Italien bedeutendste Banken leiden unter der schwachen Konjunktur im Land. Sorgen bereitet Investoren zudem der hohe Schuldenstand des Mittelmeerstaates, denn die heimischen Geldhäuser haben massenhaft Anleihen in den Büchern.
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Unicredit: Die besten Zeiten des Mailänder Branchenprimus sind noch nicht lange her. Im Jahr 2007 erwirtschaftete das Institut einen Vorsteuergewinn von 10,5 Milliarden Euro - im vergangenen Jahr waren es nur noch knapp 2,2 Milliarden. Der Aktienkurs ist stark gesunken, weil Investoren derzeit nicht an eine Rückkehr zu alter Stärke glauben. Zudem fürchten sie eine weitere Kapitalerhöhung, mit der sich das Institut möglicherweise krisenfest machen will.

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Intesa Sanpaolo: Das Institut mit Hauptsitz in Turin macht 80 Prozent seiner Geschäfte auf dem Heimatmarkt. Entsprechend verhalten sind die Aussichten fürs Geschäft - die italienischen Staatsanleihen waren zuletzt unter Druck gekommen, die Geschäfte der Unternehmenskunden laufen mittelmäßig. Die Ausstattung der Nummer zwei am italienischen Markt mit 10 Prozent Kernkapital gilt jedoch als vorbildlich.

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Monte dei Paschi di Siena: Die drittgrößte Bank Italiens expandierte 2007 und 2008 stark durch Übernahmen. Mittlerweile sind die Profite zurückgegangen, ein Sparprogramm soll die Bank wieder auf Kurs bringen. Für eine Wirtschaftskrise sieht sich die Bank, deren Wurzeln ins 15. Jahrhundert reichen, einigermaßen gerüstet - sie hat ihr Kapital rechtzeitig im Juni um 2,2 Milliarden Euro erhöht, wenn auch mit einem Kursabschlag von 28 Prozent.

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Banca Popolare: Das Institut gehörte zu den ersten Banken, die während der Finanzkrise gesetützt werden mussten. Die Gruppe von regional verwurzelten Geschäftsbanken hat sich ebenfalls gerade mit frischem Kapital versorgt, nachdem die Notenbank Druck ausgeübt hatte. Der schwierigen Ertragslage begegnet die Bank mit einem Spar- und Schrumpfkurs. Analysten rechnen mit einer künftig eher niedrigen Kernkapitalquote um die 7,5 Prozent.

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UBI Banca: Das nach Marktkapitalisierung fünftgrößte Geldhaus des Landes ist die Holdinggesellschaft mehrerer Genossenschaftsbanken und als solche stark im Privatkundengeschäft tätig. Bei der jüngsten Kapitalerhöhung über eine Milliarde Euro fand die Bank aus Bergamo nur für 92 Prozent der angebotenen Anteilsscheine neue Eigentümer.