Kenia, Angola, Nigeria Kanzlerin Merkel und ihr Afrika-Trip

Abgesehen vom Fußball-WM-Trip 2010 nach Südafrika befindet sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zurzeit zum zweiten Mal auf Afrika-Reise. Die Stationen Kenia, Angola und Nigeria wurden mit Bedacht gewählt.
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Auftakt in Nairobi: In der kenianischen Hauptstadt traf Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag den Staatspräsidenten Mwai Kibaki (im Bild vorne). Ihm dürfte sie auch die neue Afrika-Strategie der Bundesregierung erläutert haben: Jahrelang galt in Berlin eine strikte Trennung zwischen Entwicklungshilfe und Wirtschaftspolitik. In Afrika trat Deutschland vor allem als selbstloser Helfer auf. Vor wenigen Wochen verabschiedete die Bundesregierung jedoch ein neues "Afrika-Konzept", in dem sie auch die wirtschaftliche Bedeutung des Kontinents für Deutschland betont.

Am Montag brach Merkel zu einer viertägigen Afrika-Reise auf, begleitet von einem Tross aus Wirtschaft und Politik. Die Stationen: Kenia, Angola und Nigeria, die drei nach Südafrika wichtigsten Wirtschaftsnationen des südlichen Afrikas.

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Kenia: Kenia gilt als bedeutendstes Land der Ostafrikanischen Gemeinschaft (East African Community, EAC), die unter allen wirtschaftlichen Regionalgemeinschaften in Afrika zurzeit die größten Fortschritte macht. Die Wirtschaft des Landes verzeichnet seit Jahren Wachstumsraten um die 5 Prozent. Allerdings wächst auch die Bevölkerung schnell, so dass der Wohlstand nicht im entsprechenden Maße zunimmt.

Kenia verzeichnet nach wie vor eine sehr hohe Arbeitslosigkeit, große Teile der Bevölkerung leiden Hunger (im Bild: zwei kenianische Soja-Bauern) . Ebenso ist das Problem der Korruption noch nicht bewältigt. Aus deutscher Sicht kommt dem Land eine besondere Bedeutung im Kampf gegen die Piraterie am Horn von Afrika zu.

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Angola: Angola zählt zu den zehn wirtschaftsstärksten Ländern Afrikas, was auf seine reichhaltigen Rohstoff- und vor allem Ölvorkommen zurückzuführen ist (im Bild: eine Ölplattform vor der Küste von Cabinda). Die Wirtschaft des Landes verzeichnete in den vergangenen Jahren durchweg Wachstumsraten im zweistelligen Bereich.

Weite Teile der Bevölkerung bleiben vom Wohlstand aber wiederum bislang unberührt und leben zum Teil in bitterer Armut. Ein Grund ist die auch in Angola nicht kontrollierte Korruption in Wirtschaft und Politik.

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Nigeria: Auch in Nigeria steht die Ölindustrie im Mittelpunkt. Ebenso wie Angola zählt das Land zu Deutschlands wichtigsten Rohstofflieferanten. Aber auch dort macht Korruption der Bevölkerung zu schaffen. Obwohl die Wirtschaft hohe Wachstumsraten verzeichnet, leben viele Menschen in Armut und leiden Hunger. Mit 150 Millionen Einwohnern gilt Nigeria als einer der potenziell größten Absatzmärkte Afrikas. Auf der Agenda von Angela Merkel steht die Wiederbelebung einer vor Jahren vereinbarten Energiepartnerschaft mit Nigeria.

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Ghana: 90 deutsche Firmen oder lokale Unternehmen unter deutscher Leitung sind schon in Ghana ansässig, darunter Allianz, Bayer, Siemens, BASF und die ThyssenKrupp-Tochter Polysius. Interessenvertretung und Lobbygruppe ist neben der AHK die Ghanaian-German-Economic-Association (GGEA), die in Ghana "blendende Chancen für den deutschen Mittelstand" sieht.

Als zukünftige Investitionsprojekte werden von den Wirtschaftsverbänden zuerst die Förderung von Erdöl, Verarbeitung und Veredelung von Erdgas angepriesen, doch auch der Spin-off-Effekt des Öl- und Gasbooms lässt noch genügend Chancen übrig. Diese liegen nach Angaben der GGEA im Bereich erneuerbare Energien, Wasserkraft, Bauwesen, Transport, Telekommunikation und Tourismus.

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Ghana: Begonnen hat zumindest schon die Bodenspekulation für neue touristische Einrichtungen, für Hotels und Konferenzzentren, für Baugrund für Zulieferbetriebe und Öl- bzw. Gaskonsortien. Bundeskanzerlin Angela Merkel hat Ghana trotz der aufbrechenden Wirtschaftskraft auf ihrer Afrika-Reise keinen Besuch abgestattet.

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