Umstrittene Zinsentscheidung Wie Prominente urteilen

Die EZB hat die Zinsen angehoben. Das ist für Deutschland eine gute Entscheidung, glauben viele Wirtschaftsforscher. Doch für die gesamte Euro-Zone sei die Entscheidung weitaus kritischer. Ein Überblick über die Meinung führender deutscher Ökonomen, Wirtschaftsvertreter und Gewerkschafter.
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Deutschland

RWI, Torsten Schmidt: Aus deutscher Sicht ist die Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) eine gute Nachricht: "Das wird den Preisauftrieb dämpfen, aber den Konkunkturaufschwung nicht abwürgen", sagt Torsten Schmidt vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI). Auch wenn die Währungshüter jetzt etwas auf die Bremse treten, erwarten die führenden Institute für dieses Jahr eine Inflationsrate von 2,4 Prozent.

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Deutschland

IfW Halle, Oliver Holtemöller: "Es dauert vier bis sechs Quartale, bis sich eine Zinserhöhung messbar auf die Inflation auswirkt», sagt Oliver Holtemöller vom Institut für Wirtschaftsforschung (IfW) in Halle. "Der heutige Zinsschritt ist angemessen, damit die Inflationsrate in einem Jahr nicht höher ist."

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Spanien

RWI, Torsten Schmidt: "Für deutsche Verhältnisse sind die Zinsen zu niedrig. Aber für den Euro-Raum insgesamt halten wir den Zinsschritt für verfrüht." Für Krisenländer wie Griechenland oder Portugal, wo es auf jeden Cent ankomme, verschärfe er die Probleme. Und auch in wirtschaftlich an sich weit stabileren Staaten wie Spanien dürfte die Zinserhöhung ungelegen kommen.

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Portugal

DGB, Claus Matecki: "Bereits ohne diesen Zinsschritt befinden sich Länder wie Griechenland und Portugal am ökonomischen, sozialen und politischen Abgrund", sagte DGB-Bundesvorstand Claus Matecki. "Angesichts der stagnierenden bis rezessiven Wachstumsperspektiven in den meisten Krisenländern ist die Zinserhöhung grob fahrlässig."

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Euro-Zone

DIHK, Martin Wansleben: "Die Zinserhöhung ist die logische Konsequenz einer Inflationsrate im Euro-Raum von zuletzt 2,7 Prozent", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben zu Reuters. "Damit wird die EZB ihrer Verpflichtung, auf die Preisniveaustabilität zu achten, gerecht." Zwar würden damit auch die Finanzierungskosten der Unternehmen steigen. "Eine Beeinträchtigung des Wachstums sehe ich aber nicht, da der Leitzins auf historisch niedrigem Niveau bleibt", sagte Wansleben.

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