Hoher Gewinn, niedriger Kurs Welche Aktien zum Kauf reizen

Viele Aktien gelten gegenwärtig trotz der Kursanstiege im vergangenen Jahr als günstig. Denn die Gewinne der Firmen steigen zum Teil noch rasanter als ihre Bewertungen. Doch der Blick auf die Zahlen allein reicht nicht.
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Zahlen, Daten, Fakten: Angesichts der aktuellen Aussichten auf einen weiter anhaltenden Aufschwung gelten viele Aktien nach wie vor als günstig - trotz der Kursentwicklung, die die Börse vor allem im vergangenen Jahr bereits durchlaufen hat. Gemessen an den Gewinnerwartungen für die kommenden zwölf Monate lässt sich beispielsweise für den deutschen Leitindex Dax aktuell ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 10,3 errechnen. Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre lag dieser Wert bei etwa 11,6, und als Faustregel gilt: Je niedriger das KGV, desto weniger muss der Aktionär für jeden Euro Gewinn, den ein Unternehmen erzielt, bezahlen.

Auf europäischer Ebene ergibt sich ein ähnliches Bild, allerdings auf niedrigerem Niveau: Der EuroStoxx50 notiert derzeit mit einem KGV von 9,5 (Fünfjahresschnitt: 10,5).

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Luft nach oben: Vor allem die Autowerte scheinen nach wie vor Potenzial zu besitzen. Laut Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg kommt die Branche hierzulande derzeit auf ein KGV von 8,8 - gegenüber einem Durchschnitt von 12,9 in den vergangenen fünf Jahren. Als besonders günstig gelten unter Analysten die Papiere von Volkswagen sowie ...

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... des Stuttgarter Luxuslimousinenbauers Daimler. Ein Branchenkenner sagte kürzlich zu manager magazin, beim derzeitigen Daimler-Kurs bekomme man die Lkw-Sparte des Konzerns quasi kostenlos mit dazu. Daimler ist Weltmarktführer im Lkw-Geschäft.

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Globalisierung bringt Geld: Analysten halten auch den Sektor Transport & Logistik für attraktiv. Derzeit liegt das KGV der Branche bei 10,7 und damit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt (13,2). Für Firmen wie die Hamburger Hafengesellschaft HHLA spricht zum Beispiel, dass die Vernetzung der weltweiten Warenströme noch längst nicht abgeschlossen sein dürfte.

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Verkauf und Service: Firmen wie SAP haben ein sehr einträgliches Geschäftsmodell, sagen Beobachter. Sie verdienen nicht nur am Verkauf ihrer Produkte, sondern auch an der Wartung derselben. Derzeit liegt das KGV der Softwarebranche mit etwa 14,7 zwar vergleichsweise hoch. In den vergangenen Jahren lag der Schnitt jedoch mit 17,5 noch höher. Experten sehen daher noch einiges Potenzial in den Kursen.

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Vielfach verwendet: Lebensmittel, Autoteile, Kleidung - kaum ein Konsumgut kommt heutzutage ohne den Zusatz chemischer Stoffe aus. Die Chemieindustrie gilt daher unter Beobachtern als vergleichsweise krisenfest. Zudem erscheinen die Aktien der Unternehmen derzeit mit einem KGV von 11 gegenüber dem langjährigen Schnitt von 12,5 vergleichsweise günstig.

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Deutsche Domäne: Der Maschinenbau ist die klassische deutsche Disziplin, denn dort können die Hersteller ihren Qualitätsvorsprung und die Ingenieure ihr Know-how ausspielen. Auch dieser Sektor, mit Firmen wie Gildemeister (Foto), Krones oder Gea, gilt zurzeit mit einem KGV von im Schnitt 12,2 (historisch: 13) als günstig. Aber Vorsicht: Es handelt sich traditionell um einen sehr konjunktursensitiven Wirtschaftszweig.

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Billig, aber auch günstig? Auch die Aktien von Banken sind zurzeit gemessen am KGV für relativ wenig Geld zu bekommen. In diesem Fall sollte aber neben den nackten Zahlen noch eine weitere Komponente bedacht werden: Die Zukunft der Branche liegt zum Großteil im Ungewissen. Zum einen haben viele Institute Risiken aufgrund der europäischen Schuldenkrise in den Büchern. Zum anderen drohen auf internationaler Ebene gleich von mehreren Seiten Regulierungsvorstöße, die die Geschäftsaussichten künftig erheblich eintrüben können. Ähnlich ist es ...

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... mit den Aktien von Versorgern wie RWE oder Eon. Seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 kennen die Kurse eigentlich nur eine Richtung: abwärts. Inzwischen sind die auf sehr niedrigem Niveau angekommen, das KGV der Branche beträgt knapp 10 (gegenüber einem langjährigen Schnitt von 11,2). Doch Beobachter zögern mit Kaufempfehlungen, denn die Zukunft der Konzerne, die in der Vergangenheit stark auf die Atomkraft gesetzt haben, ist seit der Energiewende in Berlin zum Teil ungewiss.

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