Vorstandsgehälter Welche Dax-Chefs ihr Geld wert sind

Welcher Vorstandschef eines Dax-30-Konzerns bringt Aktionären den größten Gegenwert für sein Gehalt? Im Pay-Performance-Ranking des manager magazins setzt ein Pharma-Manager als Leistungsträger Maßstäbe, während ein Topbanker zu den Absteigern gehört.
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Josef Ackermann: Der Chef der Deutschen Bank verdiente 2010 rund 8,8 Millionen Euro - das ist nicht einmal das höchste Gehalt unter den Dax-30-Chefs. Gleichzeitig waren die Geschäftszahlen der Deutschen Bank mau: Der Ertrag der Aktionäre (Total Shareholder Return korrigiert um die Kosten des Eigenkapitals) betrug für das Jahr 2010 minus 6,3 Prozent, und die erwirtschaftete Eigenkapitalrendite (ebenfalls korrigiert um die Kosten des Eigenkapitals) lag sogar bei minus 23,8 Prozent.

Die Folge: Bei keinem der 30 Dax-Chefs klafften Leistung und Bezahlung so weit auseinander wie beim Chef der Deutschen Bank. Auch deshalb ist Ackermann bemüht, die für Aktionäre entscheidenden Kennzahlen (TSR sowie Eigenkapitalrendite) wieder nach oben zu schrauben.

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Bernd Scheifele: Auch der Chef des Baustoffherstellers HeidelbergCement bot seinen Aktionären kein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Scheifeles Bezügen in Höhe von rund 3,4 Millionen Euro für das Jahr 2010 stehen ein negativer Ertrag der Aktionäre (minus 9,3 Prozent) sowie eine negative Eigenkapitalrendite (minus 15,1 Prozent) gegenüber. Der Ertrag der Aktionäre (TSR) setzt sich aus gezahlten Dividenden und erzielten Kurssteigerungen zusammen, wobei die Kosten des Eigenkapitals abgezogen werden.

Im Pay-Performance-Ranking, das manager magazin gemeinsam mit der Berliner Humboldt-Universität und weiteren renommierten Vergütungsexperten erstellt hat, landet Scheifele für das Jahr 2010 damit auf dem vorletzten Platz.

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Marijn Dekkers: Der Niederländer ist seit Oktober 2010 Chef des Bayer-Konzerns, seine Vergütung betrug hochgerechnet knapp 4 Millionen Euro. Dem stehen ein negativer Ertrag für die Aktionäre (minus 2,2 Prozent) sowie eine negative Eigenkapitalrendite (minus 7,8 Prozent) gegenüber. In der Leistungsbilanz der Dax-30-Chefs landet Dekkers damit auf dem drittletzten Platz.

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Rene Obermann: Der Chef der Deutschen Telekom erhielt für 2010 rund 3,3 Millionen Euro. Mit einem negativen Ertrag für die Aktionäre (TSR) von minus 1,5 Prozent und einer negativen erwirtschafteten Eigenkapitalrendite (jeweils nach Eigenkapitalkosten) in Höhe von minus 5,5 Prozent rangiert Obermann für 2010 an viertletzter Stelle.

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Karl-Ludwig Kley: Der Vorstandschef des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck strich für 2010 rund 3,1 Millionen Euro Vergütung ein. Der Ertrag für die Aktionäre war mit 0,1 Prozent jedoch eher dürftig, die Rendite aufs Eigenkapital mit minus 13,9 Prozent sogar stark negativ. Im Pay-Performance-Ranking landet Kley damit auf dem fünftletzten Platz.

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Ekkehard Schulz: Der ehemalige Chef des Stahlkonzerns ThyssenKrupp gab Anfang 2011 sein Amt an Heinrich Hiesinger ab. Für sein letztes Geschäftsjahr als Konzernchef hätte sich auch Schulz ein besseres Ergebnis gewünscht: Seiner Vergütung von 3,2 Millionen Euro stehen ein Aktionärsertrag von minus 0,2 Prozent gegenüber. Zumindest die Eigenkapitalrendite des Konzerns konnte Schulz auf 8,4 Prozent ziehen. Dennoch landet er mit dieser Leistung im unteren Tabellendrittel.

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Michael Diekmann: 5,8 Millionen Euro strich der Allianz-Chef für das Jahr 2010 ein. Den Aktionären blieb ein Ertrag von 2,9 Prozent, immerhin etwas mehr als Tagesgeld. Die Eigenkapitalrendite lag bei minus 2,3 Prozent - im Pay-Performance-Ranking für das Jahr 2010 schafft es Diekmann damit nur auf Platz 24.

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Reto Francioni: Der Chef der Deutschen Börse sorgte zuletzt mit der geplanten Fusion mit der NYSE für Schlagzeilen - die eigene Leistung im Jahr 2010 war jedoch eher dürftig. Trotz sinkender Gewinne und Umsätze strich Francioni 3,6 Millionen Euro ein, das waren knapp 50 Prozent mehr als für das Jahr 2009. Die Eigenkapitalrendite der Deutschen Börse betrug 2010 minus 16,5 Prozent, der Ertrag für die Aktionäre immerhin 4,9 Prozent. Gemessen an Total Shareholder Return und Eigenkapitalrendite (jeweils nach Kosten des Eigenkapitals) war auch Francioni für das Jahr 2010 klar überbezahlt.

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Martin Blessing: Der Chef der teilverstaatlichten Commerzbank erhielt für 2010 das niedrigste Gehalt aller Dax-30-Chefs - seine Bezüge sind auf 500.000 Euro gedeckelt. Der Ertrag der Aktionäre betrug 2010 nach Eigenkapitalkosten minus 4 Prozent, die Eigenkapitalrendite lag bei minus 15,8 Prozent. Da bleibt noch viel Luft nach oben.

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Nikolaus von Bomhard: Der Chef des Rückversicherers Münchener Rück erhielt für 2010 knapp 4 Millionen Euro. Mit einem Aktionärsertrag von 4,2 Prozent und einer Eigenkapitalrendite von minus 3,3 Prozent landet er auf Platz 21 im Ranking. Damit landen die Vorstandschefs aller fünf Finanzkonzerne im Dax im unteren Drittel des Leistungsrankings: Die Geschäftszahlen der Finanzprofis konnten Aktionäre nicht zufrieden stellen.

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Thomas Quaas: Der Chef des Konsumgüterherstellers Beiersdorf gab sich für 2010 mit knapp 1,1 Millionen Euro zufrieden - das Durchschnittsgehalt in Deutschlands Konzernelite betrug dagegen 4,6 Millionen Euro. Dem unterdurchschnittlichen Salär stehen zwar ein Ertrag der Aktionäre von 5,8 Prozent, aber auch eine negative Eigenkapitalrendite von 13,8 Prozent gegenüber. Damit landet Quaas auf Platz 20 im Ranking.

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Dieter Zetsche: Der Daimler-Vormann erhielt für 2010 knapp 8,7 Millionen Euro und gehörte damit gemeinsam mit Josef Ackermann, RWE-Chef Jürgen Großmann, Siemens-Chef Peter Löscher und VW-Chef Martin Winterkorn zu den Spitzenverdienern im Dax. Der Ertrag für die Aktionäre fiel 2010 trotz wieder anziehender Auto-Konjunktur jedoch mit 2,9 Prozent noch recht übersichtlich aus. Da die Eigenkapitalrendite auf 31,1 Prozent hochschnellte, schaffte es Zetsche trotz des hohen Gehalts ins mittlere Tabellendrittel auf Rang 19.

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Wolfgang Reitzle: Mit 2,9 Prozent Ertrag der Aktionäre sowie rund 30 Prozent Eigenkapitalrendite sind die Leistungskennziffern des Linde-Chefs mit der Leistung von Daimler-Chef Zetsche vergleichbar. Da Reitzle mit einer Vergütung von rund 6,8 Millionen Euro für die Linde-Aktionäre günstiger kam als Zetsche für Daimler, kommt Reitzle auf einen besseren Pay-Performance-Wert. Rang 18 für Reitzle.

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Peter Löscher: Der Siemens-Chef strich 2010 rund 8,9 Millionen Euro an Vergütung ein - das zweithöchste Gehalt aller Dax-30-Vorstandschefs. Der Ertrag für die Siemens-Aktionäre betrug nach Eigenkapitalkosten 4,1 Prozent, und die Eigenkapitalrendite 30 Prozent. Platz 17.

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Peter Bauer: Der Chef des Chipherstellers Infineon verdiente 2010 rund 2,1 Millionen Euro und lag damit um 50 Prozent unter der Durchschnittsvergütung. Die Eigenkapitalrendite von Infineon schoss auf 66 Prozent nach oben, doch für Aktionäre war das Jahr 2010 ein Nullsummenspiel, der Total Shareholder Return betrug nach Kapitalkosten minus 0,3 Prozent. Das bedeutet Platz 16 im Ranking.

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Herbert Hainer: Der Chef des Sportartikelkonzerns Adidas erhielt für 2010 rund 4,8 Millionen Euro. Ein Ertrag der Aktionäre in Höhe von 4,5 Prozent sowie eine Eigenkapitalrendite von 21,3 Prozent bei Adidas sorgen dafür, dass Hainer es damit in die obere Tabellenhälfte schafft.

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Eckhard Cordes: Der Metro-Chef lag mit 4,3 Millionen Euro für 2010 knapp über dem Durchschnittsgehalt. Anteilseigner von Metro erzielten 2010 einen Gesamtertrag in Höhe von 5,1 Prozent, die Eigenkapitalrendite lag bei 17,6 Prozent. Im Pay-Performance-Ranking liegt Cordes damit auf Rang 14.

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Johannes Teyssen: Teyssen lenkt seit Mai 2010 den Eon-Konzern und hat dem Energieversorger eine Radikalkur verordnet. Sein Gehalt betrug hochgerechnet auf das Gesamtjahr 4,2 Millionen Euro und liegt damit im Dax-Durchschnitt. Der Ertrag der Aktionäre lag 2010 bei vorzeigbaren 8,9 Prozent, woran auch die vergleichsweise hohe Dividende ihren Anteil hat. Die Eigenkapitalrendite von Eon rutschte jedoch mit minus 23,9 Prozent tief in den roten Bereich. Platz 13.

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Martin Winterkorn: Der Chef von Volkswagen war mit 9,3 Millionen Euro Bezügen der Topverdiener unter den Dax-30-Chefs. Nur Puma-Chef Jochen Zeitz (Notierung im MDax) verdiente noch mehr. Aktionäre von Volkswagen erzielten 2010 einen Ertrag von 6,6 Prozent, die Eigenkapitalrendite kletterte auf stolze 38,7 Prozent. Damit schafft Winterkorn trotz seines hohen Salärs einen Platz unter den ersten 12 im Dax-Leistungsranking.

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Georg Pachta-Reyhofen: Der Chef des Münchener Nutzfahrzeugherstellers MAN erhält seine Weisungen künftig vom Wolfsburger VW-Konzern - dennoch ließ Reyhofen VW-Chef Winterkorn im Ranking hinter sich. Der Grund: Der Ertrag für MAN-Aktionäre fiel mit 2,9 Prozent zwar deutlich niedriger aus als bei VW. Die Eigenkapitalrendite schoss jedoch auf 52,7 Prozent - und obendrein verdiente Pachta-Reyhofen mit 3,5 Millionen Euro im Jahr 2010 weniger als der Dax-Durchschnitt. Platz 11.

Foto: Andreas Gebert/ picture alliance / dpa
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Kaspar Rorsted: Dem jungen Henkel-Chef gelang trotz eines überdurchschnittlichen Gehalts von 5,2 Millionen Euro für 2010 der Sprung in die Top Ten der Leistungsbilanz. Der Grund: Henkel-Aktionäre schlossen das Jahr 2010 mit einem Ertrag von 8,4 Prozent ab, und auch die Eigenkapitalrendite von 22 Prozent kann sich sehen lassen. Platz 10.

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Wolfgang Mayrhuber: Der Chef der Deutschen Lufthansa verdiente 2010 rund 3 Millionen Euro. Aktionäre erzielten einen Total Shareholder Return (Kursgewinne und Dividende abzüglich Kosten Eigenkapital) in Höhe von 5,8 Prozent. Die Eigenkapitalrendite hob auf 29,2 Prozent ab. Platz 9.

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Jürgen Großmann: Der RWE-Chef verdiente im Jahr 2010 mit knapp 8,6 Millionen Euro üppig. Der Ertrag der Aktionäre war mit 17,7 Prozent jedoch gleichzeitig so hoch wie in keinem anderen Dax-30-Konzern - auch hier trug die vergleichsweise hohe Dividende des Energieversorgers zum hohen TSR-Wert bei. Ob Großmann diese Leistung auch im Jahr 2011, dem Jahr der Energiewende gelingt, ist zweifelhaft. Der Kurs der RWE-Aktie hat seit Jahresbeginn gelitten. Da die Eigenkapitalrendite von RWE bereits im Jahr 2010 auf minus 28 Prozent abtauchte, schaffte es Großmann trotz des hohen Aktionärsertrags im Ranking nur auf Platz 8.

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Ben Lipps: Der Chef des Dialyse-Spezialisten Fresenius Medical Care (FMC) gab sich 2010 mit knapp 3,3 Millionen Euro zufrieden. Dem stehen ein Total Shareholder Return von 9,3 Prozent und eine Eigenkapitalrendite von immerhin 5,5 Prozent gegenüber. Damit erreicht Lipps Platz 7 im Pay-Performance-Ranking.

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Norbert Reithofer: Der Chef des Autoherstellers BMW verdiente im Jahr 2010 rund 4,3 Millionen Euro. Aktionäre von BMW konnten sich im Vorjahr über einen Gesamtertrag von 4,5 Prozent freuen, und die Eigenkapitalrendite erreichte mit rund 75 Prozent den Spitzenwert im Dax. Platz 6.

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Bill McDermott (links), Jim-Hagemann Snabe: Die beiden SAP-Lenker, die den Softwarekonzern seit Februar 2010 führen, strichen für 2010 jeweils rund 4,8 Millionen Euro ein. Aktionäre erzielten einen Ertrag von 13,3 Prozent, die Eigenkapitalrendite lag bei 6,8 Prozent. Das reicht für eine Platzierung unter den Top 5.

Foto: Arne Dedert/ picture alliance / dpa
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Jürgen Hambrecht: Der ehemalige Vorstandschef von BASF hat sich mit einem Spitzenergebnis aus der operativen Führung verabschiedet. BASF-Aktionäre erzielten 2010 einen Ertrag von 13 Prozent, die Eigenkapitalrendite lag bei 30,8 Prozent. Die deutlich überdurchschnittlichen Leistungswerte sichern Hambrecht einen Platz in der Spitzengruppe des Pay-Performance-Rankings - dem überdurchschnittlichen Gehalt von 5,1 Millionen Euro steht also eine deutlich überdurchschnittliche Leistung gegenüber.

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Frank Appel: Der Chef der Deutschen Post ist ein Überraschungs-Aufsteiger. Anfang 2010 hätte kaum jemand vermutet, dass die Deutsche Post mit einem Ertrag für die Aktionäre in Höhe von 17,2 Prozent die meisten anderen Dax-Unternehmen auf die Plätze verweisen würde. Abzüge gab es allerdings durch die negative Eigenkapitalrendite von minus 11,4 Prozent. Da Appel bei hoher Leistung für seine Aktionäre nur ein Durchschnitts-Dax-Gehalt von 4,3 Millionen Euro bezog, schaffte er es im Pay-Performance Ranking auf Rang 3.

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Norbert Steiner: Der Chef des Kasseler Düngemittelherstellers K+S (früher Kali und Salz) erzielte für seine Aktionäre einen Gesamtertrag von knapp 10 Prozent, die Eigenkapitalrendite lag bei 32 Prozent. Gleichzeitig gab sich Steiner mit 2,1 Millionen Euro für 2010 zufrieden. Damit erreicht Steiner Platz 2 im Ranking, nur knapp geschlagen von ...

Foto: Zucchi Uwe/ picture alliance / dpa
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Ulf Schneider: Der Chef des Pharmakonzerns Fresenius schaffte im Jahr 2010 einen Aktionärsertrag von 11,5 Prozent und schraubte gleichzeitig die Eigenkapitalrendite auf knapp 40 Prozent nach oben. Gleichzeitig verdiente Schneider mit 2,7 Millionen Euro deutlich weniger als der Dax-Durchschnitt - er bezog das fünftniedrigste Gehalt der 30 Dax-Chefs und schaffte gleichzeitig zweistellige Eigenkapital- und Aktionärsrenditen. Damit bot Schneider das beste Preis-Leistungs-Verhältnis aller Dax-Lenker und führt das Pay-Performance-Ranking für das Jahr 2010 an.

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa
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