Neue Geldmächte Wie Asien dem Westen das Wasser abgräbt

Jahrzehnte dominierten die westlichen Finanzzentren in New York und London die Weltfinanzszene. Jetzt aber werden sie von den neuen, heißen Geldplätzen in Hongkong und anderswo in Asien attackiert. Ein Überblick über den neuen Ostreichtum - und die Folgen für den Westen.
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Harter Einschnitt: Der Bedeutungsverlust des Weltfinanzzentrums New York, der Wall Street, wird immer sichtbarer. Im ersten Quartal fanden dem Volumen nach 11,9 Prozent der weltweiten Börsendebüts an US-Börsen statt. Vor zwei Jahren waren es noch knapp 17 Prozent gewesen. Von Januar bis März entscheiden sich zudem 7,7 Prozent der US-Börsenaspiranten für den Weg ins Ausland.

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Neuer Pulsgeber: Der Umsatz mit elektronischen Orderbüchern beispielsweise ist im Raum Asien-Pazifik bereits zwei Mal so groß wie in Europa. Die Zahl der gehandelten Aktien ist bereits drei Mal so hoch wie in Nordamerika. Einer der wichtigsten Treiber ist China (im Bild: Hongkong): Die Volksrepublik will ihre Staatsbanken vor einer halsbrecherischen Kreditexpansion bewahren und einen Finanzkollaps von vornherein vermeiden. Das spielt den Fernostbörsen mit Reformen und beschleunigten Börsengängen in die Hände.

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Neue Millionärsplätze: Die Reichtumsschätzer der Boston Consulting Group beschreiben dann auch schon jetzt, woher die meisten Millionäre neuerdings kommen: In Singapur (im Bild) haben sie den höchsten prozentualen Anteil an der Bevölkerung, in China verzeichnen sie die meisten Neuzugänge. Betuchte Investoren und Shoppingtouristen sind eines der am schnellsten wachsenden Exportgüter Chinas. Nach Angaben des Boston-Consulting-Partners Tjun Tang wird der globale Reichtum bis 2015 um jährlich 5,9 Prozent zunehmen, in China und Indien drei bis vier Mal so schnell.

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Neue Unbekümmertheit: Bezeichnend ist auch der jüngste Reisebericht von Jim O'Neil, dem Chairman bei Goldman Sachs Asset Management, im firmeneigenen "Viewpoint"-Blog. O'Neil besuchte mit seiner Frau vor wenigen Tagen das französische Skigebiet Les Diablerets. Während er mit seiner Gattin den saftigen Liftpreis von 77 Franken diskutierte, blätterte ein Inder neben ihm fünf Hundert-Franken-Scheine hin: "Auf dem Lift war praktisch fast jeder ein Inder und auf dem Weg ins Tal sahen wir die große Werbefläche einer bekannten Bank, die sich als Spezialist für vermögende asiatische Kunden anpreist".

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Pulsierendes Glücksspielzentrum: Wie üppig der neue Reichtum fließt, ist fast überall zu sehen. Zum Beispiel im Glücksspielparadies Macau (im Bild), das 2006 beim Umsatz Las Vegas überholte. Nach einem Zuwachs von 42 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten erzielt Macau jetzt aber schon vier Mal so viel Umsatz wie der "Strip" in der amerikanischen Kasinometropole Las Vegas.

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Neues Devisenhandelskreuz: Sieben der zehn Länder mit den größten Devisenreserven sind in Asien, mit China und Japan an der Spitze. Sechs der weltweit acht größten Börsengänge seit den 90er Jahren stammen aus China oder Japan, darunter allein drei Banken aus der Volksrepublik. Mit Japan und Singapur sind zwei fernöstliche Länder unter den vier Topmärkten im Billionen Dollar schweren Devisenhandel. Asiens Zentralbanken halten jetzt knapp 70 Prozent aller globalen Devisenreserven. Sechs der zehn umsatzstärksten Standorte für Gewerbeimmobilien sind chinesische Städte, darunter im Westen kaum bekannte wie Hangzhou und Suzhou.

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Veränderte Investitionsorte: Zu welcher Erosion das für etablierte Finanzplätze führen kann, sieht man an den Investitionsentscheidungen der globalen Wirtschaft, die den alten Westen immer häufiger links liegen lässt. Die Schwellenländer (im Bild: Bombay) zogen im Jahr 2010 erstmals über die Hälfte der internationalen Direktinvestitionen auf sich, mit Zuwachsraten von 31 Prozent im Falle Indiens.

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