VW startet Toyota Fighter Schrille Kritik zur US-Werkseröffnung

Volkswagen steigt nach 23 Jahren wieder in die Autoproduktion in den Vereinigten Staaten ein. Dort ist man froh über Tausende neuer Arbeitsplätze. Doch der Angriff mit dem neuen Werk auf Toyota und GM als weltgrößte Autoproduzenten ruft auch Kritik hervor.
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Angriff in den USA: Seit Jahresbeginn hat Volkswagen die Produktion des neuen Passat in Chattanooga hochgefahren, heute folgt die feierliche Eröffnung mit VW-Chef Martin Winterkorn. Der Passat wurde eigens auf die Bedürfnisse amerikanischer Kunden zugeschnitten und gilt unter Volkswagen-Managern als Schlüsselprodukt für die insgesamt vier Milliarden Dollar teure Attacke von Volkswagen auf den US-Markt. Die Parole für den Angriff lautet schlicht: Deutsche Technik, made in den USA, mit maßgeschneiderten Produkten für US-Konsumenten.

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Produktion in Chattanooga: Das VW-Timing für den Start der neuen Fabrik gilt als gut und kritisch zugleich. Denn zum Auftakt der Serienproduktion in Chattanooga beginnt sich der US-Automarkt zwar zu erholen, zugleich aber bremsten stockende Lieferungen von Autoteilen aus Japan das US-Werk zuletzt aus. Das VW-Werk hat eine Kapazität von jährlich 150.000 Fahrzeugen.

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VW-Werk in Chattanooga: Allerdings hilft den Wolfsburgern derzeit auch der schwache Dollar, die Wirkung der möglichen Auslastungsdefizite ihres US-Werks aufgrund der Japan-Lieferprobleme zu mildern. Der Greenback hat gegenüber dem Euro allein seit Jahresbeginn mehr als 5 Prozent eingebüßt.

Experten glauben: Das bestätige die strategische Entscheidung von Volkswagen und anderen deutschen Autobauern, sich mit expandierender lokaler Fertigung in Amerika gegen Wechselkurskapriolen abzusichern. Der Bau des VW-Werks in Chattanooga hat Volkswagen rund eine Milliarde Euro gekostet.

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Heftige Kritik: Die neuen VW-Mitarbeiter müssen meist erst geschult werden, erhalten aber auch vergleichsweise niedrige Löhne. Volkswagen zahlt in Chattanooga nach US-Presseberichten einen Stundenlohn von 27 Dollar (inklusive Zulagen). Das sei nur halb so viel, wie die US-Konkurrenz in Detroit. Und das, obwohl diese während der Krise den Gewerkschaften schmerzhafte Zugeständnisse abverlangt hatte.

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Gallige Parallele: Nach Meinung der "Los Angeles Times" sind die VW-Löhne ein Symbol für eine schwere Zeit in den USA. Die befürchtete "Verslummung" der USA werde "in rasantem Tempo ein Businessmodell für einige der führenden Firmen aus Europa", meckerte die Zeitung, "und sie erlauben sich oft Dinge, über die sie zu Hause nicht einmal nachdenken würden". Direkt werden 2000 Frauen und Männer im neuen VW-Werk einen Job finden. Für die 2000 Arbeitsplätze gab es rund 85.000 Bewerbungen.

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Hoffnungsträger für den US-Markt: In den Augen nicht weniger Wirtschaftsforscher und Berater machen sich deutsche Investoren im Süden der USA derzeit dagegen zur Speerspitze einer "Renaissance des gewerblichen Sektors", wie etwa Nobelpreisträger Paul Krugman am Wochenende in der "New York Times" bemerkte.

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Neue Hoffnung: Nach Angaben der US-Regierung wuchs das US-Bruttoinlandsprodukt im ersten Vierteljahr um 1,8 Prozent. Die Industrieproduktion aber legte in dieser Zeit mit 9 Prozent vier Mal so schnell zu - und der Autosektor konnte satte 40 Prozent draufsatteln. Neben Volkswagen sind mittlerweile auch Daimler und BMW mit neuen oder erweiterten Fertigungsstätten in den Vereinigten Staaten präsent.

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