Promotion und Karriere Die Dax-Doktoren

18 von 30 Dax-Konzernchefs tragen einen Doktortitel. Sie forschten über Warmbreitbandstraßen, den Einfluss des Geldes auf das reale Wirtschaftsgeschehen und Kurven-Neiger im Fahrzeugbau. Das wissenschaftliche Fachgebiet muss dabei nicht zwangsläufig zum aktuellen Wirkungsfeld passen.
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18 von 30 Dax-Konzernchefs tragen einen Doktortitel. Sie forschten über Warmbreitbandstraßen, den Einfluss des Geldes auf das reale Wirtschaftsgeschehen und Kurven-Neiger im Fahrzeugbau. Das wissenschaftliche Fachgebiet muss dabei nicht zwangsläufig zum aktuellen Wirkungsfeld passen. Der folgende Überblick zeigt, zu welchen Themen die Dax-Chefs promoviert haben.

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"Technische und wirtschaftliche Faktoren der partiellen Versorgung westeuropäischer Warmbreitbandstraßen mit überseeisch erzeugtem Halbzeug" lautete der Titel jener Dissertation, die der heutige RWE-Chef Dr.-Ing. Jürgen Großmann 1981 veröffentlichte. Der Abhandlung waren von 1970 bis 1977 ein Studium des Eisenhüttenwesens in Clausthal, eines der Wirtschaftswissenschaften in Freiburg und der Betriebswirtschaftslehre in Lafayette (Indiana, USA) vorausgegangen. Die Dissertation reichte Großmann schließlich im Fachbereich Ingenieurwissenschaften an der TU Berlin ein.

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Dr. jur. Johannes Teyssen vom Konkurrenten Eon hat sich im Gegensatz dazu seinen Doktortitel im Fach Jura erworben. 1991 promovierte er in Göttingen mit einer Arbeit zum Thema "Legislative und Judikative im Strafverfahren: rechtsvergleichende Betrachtungen zum Verhältnis von Legislative und Judikative bei der Gestaltung des Strafverfahrensrechts in den USA und in der Bundesrepulik Deutschland." Zuvor hatte Teyssen von 1979 bis 1984 in Freiburg und Göttingen Volkswirtschaftslehre und Rechtswissenschaft studiert, worauf ein Promotionsstipendium in Boston (Massachusetts, USA) folgte.

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Eher auf der Linie Großmanns marschierte Dr.-Ing. Heinrich Hiesinger an die Spitze des deutschen Dax-Konzerns ThyssenKrupp. Seit Ende Januar ist er Chef des Stahlkonzerns. Promoviert hat er im Fach Elektrotechnik an der Technischen Hochschule München. Dort hatte er 1986 auch seine Diplomprüfung zum Elektroingenieur abgelegt. Seine 1991 veröffentlichte Doktorarbeit trägt den Titel: "Der Hochfrequenz-Durchschlagsmechanismus bei schwingenden transienten Überspannungen".

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Der heutige Lufthansa-Chef Dr. rer. pol. Christoph Franz war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und studierte zeitweise in Kalifornien. Sein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der Technischen Hochschule Darmstadt schloss er als Doktor der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ab.

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Auch Dr. Ulf Schneider, Vorstandsvorsitzender des Medizinkonzerns Fresenius SE, studierte eine Zeit in den USA. Dort erwarb er einen MBA-Abschluss an der Harvard University. Seinen Doktortitel hat er von der Universität St. Gallen, wo er über ein wirtschaftswissenschaftliches Thema promovierte.

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An der amerikanischen Pennsylvania State University legte auch Dr. rer. pol. Kurt Bock Grundlagen für seine wirtschaftswissenschaftliche Promotion. Sein 1977 begonnenens Studium verbrachte er außerdem in Münster und Köln. Nach dem Examen 1982 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bonn, wo er abschließend promovierte. Der Nachfolger Jürgen Hambrechts als BASF-Chef ist auch Mitglied des Vorstands des Förderkreises Wissenschaft und Praxis am Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW.

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Einen größeren USA-Bezug als Dr. Ben Lipps, hat indes keiner der promovierten DAX-Chefs. Der Vorstandsvorsitzende von Fresenius Medical Care wurde 1940 als Sohn eines Farmers im Mittleren Westen der USA geboren. Lipps studierte chemische Verfahrenstechnik. Anschließend promovierte er am Massachusetts Institute of Technology (MIT) über die Anforderungen an die Materialbeschaffenheit einer künstlichen Niere.

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Das es nicht immer die weite Welt sein muss, um nach oben zu kommen, zeigt Dr. rer. pol. Eckhard Cordes. Nach dem Abitur studierte der Vorstandsvorsitzende des Einzelhandelskonzerns Metro von 1969 bis 1974 Betriebswirtschaft in Hamburg, schloss mit Diplom ab und promovierte. Sein Thema: "Planungsmodelle zur Standortwahl für öffentliche Einrichtungen".

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Ähnlich unspektakulär brachte es auch Dr. jur. Karl-Ludwig Kley zu seinem akademischen Doktorgrad. Nach dem Abitur studierte der heutige Vorstandsvorsitzende des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck Jura in München. Das Studium schloss er dort 1979 mit dem Ersten Staatsexamen ab. Anschließend folgte in München die Promotion.

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Ein bisschen weiter südlich setzte Dr.-Ing. Georg Pachta-Reyhofen, heute Vorstandsvorsitzende der MAN SE, ebenfalls auf räumliche Kontinuität. In Wien studierte er Maschinenbau an der Technischen Universität. Von 1981 bis 1986 forschte er dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Kfz-Bau, wobei er sich auf die Gebiete Gemischbildung und Abgasemissionen von Verbrennungsmotoren konzentrierte. 1985 promovierte er, ebenfalls in Wien, zum Doktor der technischen Wissenschaften.

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In München studierte der heutige Vorstandsvorsitzende der BMW AG, Dr.-Ing. Norbert Reithofer. Reithofer hatte nach dem Realschulabschluss das Fachabitur abgelegt. Anschließend studierte er von 1974 bis 1977 an der Fachhochschule München Maschinenbau. Nach dem Ingenieur-Abschluss sattelte er bis 1983 noch die Studiengänge Fertigungstechnik und Betriebswissenschaft an der Technischen Universität München drauf. Dort wurde Reithofer 1983 wissenschaftlicher Assistent am Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaft. Er promovierte 1987 bei Joachim Milberg, von 1999 bis 2002 einer der Vorgänger Reithofers als Vorstandsvorsitzender bei BMW.

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Bei BMW begann auch der der heutige Linde-Chef Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle seine Karriere. 1971 hatte er im Alter von 22 Jahren als damals jüngster Diplomand sein Ingenieurstudium abgeschlossen, dass er sich unter anderem mit Skiunterricht finanziert hatte. Zum Dr.-Ing. promovierte Reitzle 1974 summa cum laude mit einer Arbeit über Metallgitterstrukturen und Spannungsaufbau. Darüber hinaus absolvierte er 1972 bis 1975 an der TU München ein Zweitstudium der Arbeits- und Wirtschaftswissenschaften mit Abschluss als Diplom-Wirtschaftsingenieur. Heute ist Reitzle auch Honorarprofessor an seiner einstigen Uni.

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Der Vorstandschef der Deutschen Boerse AG, Dr. jur. Reto Francioni, ist seit 2006 Titularprofessor für angewandte Finanzmarktforschung an der Universität Basel. Selbst hat Francioni bis 1981 Rechtswissenschaften in Zürich studiert. Als Doktorand arbeitete er ab 1981 bei der Schweizerischen Bankgesellschaft, die 1998 in der UBS aufging. Als Mitautor hat der Chef der Deutschen Börse die zwei Fachbücher "Equitiy Markets in Action" (2004) und "The Equity Trader Course" (2006) veröffentlicht.

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Ein bekennender Freund von Forschung und Lehre ist auch Dr. oec. Josef Ackermann. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank studierte bis 1973 Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit Fachrichtung Bankwirtschaft im Schweizerischen St. Gallen. Anschließend war er dort als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Nationalökonomie tätig. 1977 promovierte er. Sein Thema: "Der Einfluss des Geldes auf das reale Wirtschaftsgeschehen".

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Ein Thema, dass auch Dr. jur. Nikolaus von Bomhard interessieren dürfte. Denn die Realität in finanziellen Kategorien abzubilden gehört für den Vorstandsvorsitzenden der Munich Re zum täglichen Geschäft. Nach Abitur und Wehrdienst studierte Bomhard ab 1976 in München und Regensburg Rechtswissenschaften. Er promovierte 1984 über ein Thema des Allgemeinen Steuerrechts.

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Während im Falle des Chefs der Munich Re Promotionsfach und Berufsinhalt noch annähernd in Einklang zu bringen sind, fällt dies bei Dr. Frank Appel, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post DHL schon schwerer. Nach dem Abitur 1981 in Hamburg studierte er zunächst Chemie in Hamburg und München. Nach dem Diplom im Jahre 1989 promovierte er 1993 an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich im Fach Neurobiologie. Wobei er über das Zusammenwachsen der Nerven nach Verletzungen beim Menschen schrieb.

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Volkswagen-Chef Dr. rer. nat. Martin Winterkorn kann einen Zusammenhang zwischen seinem Studienfach Metallkunde und der Metallphysik sowie dem aktuellem Job gut herstellen. Von 1973 bis 1977 war er Doktorand am Stuttgarter Max-Planck-Institut für Metallforschung und Metallphysik, wo er 1977 promovierte. Die Tongji-Universität in Shanghai kürte ihn 2007 außerdem zum Ehrenprofessor. Helmut Kohl und Christian Wulff wurden von der chinesischen Universität auch schon mit diesem Titel bedacht.

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Daimler-Chef Dr.-Ing. Dieter Zetsche studierte nach dem Abitur in Frankfurt von 1971 bis 1976 Elektrotechnik an der Universität Karlsruhe. Die Freude an Pferdestärken lebte er damals schon als Dressurreiter aus. In seiner Diplomarbeit für die Daimler-Benz AG konzipierte er ein computergestütztes Verfahren für Kurven-Neiger im Fahrzeugbau. Die Promotion reichte er 1982 in Paderborn ein.

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