Extravagante Firmensitze Zur Arbeit ins Schloss, ins Parkhaus oder in die Pyramide

Ein Quader, außen viel Glas, innen ein paar Trennwände, fertig ist der Gewerbebau. Aber einige Firmen machen es anders. Etliche kleine Unternehmen steigern mit einer äußerst extravaganten Arbeitsumgebung Motivation und Kreativität ihrer Mitarbeiter. Hier sind einige Beispiele.
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Pyramiden im Sauerland: Sieben der spektakulären Bauwerke umfasst das Ensemble in Lennestadt, die Hauptpyramide wurde 2005 eröffnet. In den Gebäuden ansässig ist neben dem Wissens- und Rätselpark Galileo mit wechselnden Ausstellungen...

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... auch die Rayonex Schwingungstechnik GmbH. Pharaonenhaften Prunk wird man in den funktionalen Büros im Innern der drei Firmenpyramiden nicht finden. Dafür liegen die Kosten für Heizung und Warmwasser laut Firmenangaben bei knapp über 1000 Euro - pro Jahr.

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Weite Blicke aus dem Wasserturm: 1898 wurde der dreigeschossige Rundturm in Essen errichtet. Knapp hundert Jahre später ging er außer Betrieb und wurde zum Bürogebäude umgebaut. Wo vorher eine Million Liter Wasser gespeichert wurden, sitzen jetzt die rund 20 Mitarbeiter der Firma Mauve Mailorder Software ...

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... an äußerst repräsentativen Arbeitsplätzen. "Mit den runden Wänden haben wir kein Problem", sagt Geschäftsführer Christian Mauve, "aber man lernt, wie Thermik funktioniert. Die warme Luft steigt nach oben - manchmal haben wir oben 23 Grad, wenn es unten noch 18 sind. Deshalb haben wir die Wendeltreppe nach oben schließen müssen."

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Wirklich sichere Arbeitsplätze: Der Medienbunker an der Hamburger Feldstraße beherbergt eine Reihe von Firmen - und zwei Clubs, in denen junge Menschen die Nacht zum Tage machen. Nach dem zweiten Weltkrieg sollte der Hochbunker eigentlich gesprengt werden, erwies sich aber als zu solide gebaut. Die Fenster mussten nachträglich mit Diamantbohrern eingefügt werden...

Foto: dock11
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... lassen aber jetzt trotz der zum Teil mehr als zwei Meter dicken Stahlbetonwände viel Licht in den Bunker. Die Film-Postproduktionfirma Dock11 betreibt hier ein 160 Quadratmeter großes Greenscreen-Mietstudio und ihre Büros. Geschäftsführer Manu Lübke schätzt neben der Werbewirkung des prominenten Gebäudes besonders, dass trotz der zentralen Lage kein Straßenlärm durch die Wände kommt - und dass die Arbeitsplätze dort im Wortsinn absolut sicher sind.

Foto: dock11
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Schloss Quassel: An einem Standort dieses Namens könnte man natürlich auch gut Rhetorikseminare für Führungskräfte geben. Aber hier residiert die Firma Flying dog software. Inhaber Nicolay Mausz betreibt das Unternehmen dort seit etwa 14 Jahren und wohnt auch dort - peu a peu wurde das damals renovierungsbedürftige mecklenburgische Herrenhaus...

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... zu einer wahren Residenz ausgebaut. Das größte Problem für die Softwareschmiede ist die langsame Internetverbindung - man behilft sich mit einer Richtfunkstrecke zu einem Nachbarschloss, von einem Schlossherrn zum anderen.

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Smarte Low-Budget-Lösung: Darauf muss man erstmal kommen. Der Werbetechniker Thomas Gottwald suchte einen Standort für seine kleine Firma, die unter anderem Schilder, Folien und Grafiken herstellt. Fündig wurde er in einem Parkhaus im schleswig-holsteinischen Ahrensburg - er mietete mehrere Stellplätze und stattete sie mit Trennwänden und der nötigen Technik aus...

Foto: Thomas Gottwald
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... und die Kunden kommen fast von alleine, meint Gottwald - dann nämlich, wenn sie in der Ahrensburger Innenstadt parken und dabei im Parkhaus an seinen Büroräumen vorbeifahren.

Foto: Thomas Gottwald
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Geschäfte im Tempel: Der Tempel "Brücke der Freundschaft" ist der deutsche Firmensitz von 3D Culture. Das Gebäude ist eine Kopie der Empfangshalle der burmesischen Könige - mitten in den Weinbergen des Rheingau gelegen. In den farbenfrohen Räumen...

Foto: 3D Culture
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... wird unter anderem über die Realisierung von Großskulpturen und Plastiken verhandelt. Das Unternehmen ist darauf spezialisiert, aus dreidimensionalen Scans realistische Abbilder zu erstellen - sei es in Marmor oder Styropor.

Foto: 3D Culture
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Brückentechnologie: In einem alten Mühlenhaus in Erfurt, zu dem auch diese malerische Brücke gehört, hat sich eine Bürogemeinschaft aus drei kreativen Sparten angesiedelt: Der Architekt Frank Schöwitz hat hier seine Bauagentur Dba, außerdem sitzen die Firma Webmakers, eine Agentur für Grafik und Webdesign, und die Agentur für Ideen und Vermarktung Wortpatenschaft hier. Einmal im Jahr...

Foto: webmakers.de
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... muss sich allerdings einer der Kreativen erbarmen, um mit Gummistiefeln vom Wasser aus die Spinnweben vom Brückenhaus zu entfernen. Dafür aber bietet der Standort auch einen sehr schönen Firmengarten, der idyllisch auf einer Insel zwischen zwei Flussarmen liegt.

Foto: webmakers.de
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Schmalspur und Breitseite: Das Büro der Architekten von Eismann und Partner in Frankfurt am Main ist stolze 50 Meter lang, aber nur 3,40 Meter schmal - im Rahmen des Architektursommers in der Region Rhein-Main kann es bis zum 30. Juni nach Absprache besichtigt werden.

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Gutshaus für Hightech: Die Firma Enertrag hat ihren Hauptsitz im brandenburgischen Dauerthal. Das Energieunternehmen erzeugt Strom ausschließlich aus erneuerbaren Quellen. Im Gutshaus hat der Vorstand sein Büro, auch der Investmentzweig der Firma sitzt hier. Ein paar neuere Gebäude gibt es auch für die rund 100 hier tätigen Mitarbeiter, sonst aber wohnen in dem Mini-Dorf nur ein paar wenige Einwohner

Foto: Enertrag AG
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Klare Ansage: Hier wohnt das Glück, nichts Böses trete ein - so steht es auf dem Eingangsportal des Klosters Benden im rheinländischen Brühl. Zisterzienserinnen wohnen hier nicht mehr, aber dafür...

Foto: Helene Weber
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... haben unter anderen die Firmen Bionovelia und Fagus International ihren Sitz in dem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, die Medizinprodukte und Kosmetika nach der orthomolekularen Lehre herstellen. "Die Entscheidung, den Firmensitz in das Kloster Benden zu legen, ist einfach gewesen", sagt Bionovelia-Geschäftsführerin Heike Lorscheidt, "es passt einfach zu unseren Produkten. Denken Sie einfach an die Klostergärten, Klostermedizin und an Naturprodukte."

Foto: Helene Weber
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Fürstliches Ambiente: Die Innenhalle des Peter-Behrens-Baus im Berliner Stadtteil Oberschöneweide...

Foto: Proaut
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... zeigt die eigenwillige Handschrift des Industriedesigners und Architekten Peter Behrens, der das Gebäude zwischen 1914 und 1917 für die "Nationale Automobil Gesellschaft" errichtete. Unter anderem ist hier die Firma Proaut Technology GmbH ansässig, die sich in dem alten Bau mit Prozessautomatisierungen für Mikroelektronik befasst - und ihre Arbeitsplätze über einen Paternoster erreicht.

Foto: Proaut