Deutsche Telekom Wohin mit dem Geld?

Die Deutsche Telekom erhält mit dem Verkauf der US-Tochter T-Mobile eine Barzahlung von 25 Milliarden Dollar, was umgerechnet rund 18 Milliarden Euro entspricht. Was könnten die Bonner mit dem Geld anfangen? Ein Überblick.
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Schulden: Dass die Telekom bereits angekündigt hat, 13 Milliarden Euro der aus dem Verkauf eingenommenen 17,6 Mrd. Euro (25 Mrd. Dollar) für die Tilgung von Schulden zu nutzen, kommt bei Analysten gut an. Immerhin hatte der Konzern Ende 2010 Schulden in Höhe von 42,3 Milliarden Euro. "Es ist besser, diese Schulden zu tilgen, als das Geld zwanghaft für unsinnige M&A-Deals auszugeben", sagt Commerzbank-Analystin Heike Pauls.

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Wachstumsmärkte: Zumal Übernahmen in Wachstumsmärkten außerhalb Europas derzeit als wenig erfolgversprechend gelten. So sind nach Einschätzung von Adrian Pehl, Analyst von Equinet, die Märkte Lateinamerikas bereits verteilt, in Indien der Wettbewerb zu intensiv, in China die politische Regulierung ein Hindernis. "In Afrika wäre eventuell gemeinsam mit der France Telecom etwas machbar", sagt Pehl. "Doch ein Schnäppchen gibt es auch dort nicht mehr."

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Osteuropa: Telekom-Chef René Obermann hat es ohnehin eher auf Osteuropa abgesehen. Eine Aufstockung der Beteiligung an der griechischen OTE wäre denkbar, ebenso eine Übernahme der serbischen Telekom Srbija oder der staatlichen PTK im Kosovo. Aus Sicht von Analysten stärkt das frei gewordene Kapital die Position des Konzerns im Wettbewerb um die osteuropäischen Märkte. "Die Telekom hat jetzt die Möglichkeit, in Osteuropa mehr Geld in die Hand zu nehmen und dort aggressiver aufzutreten", sagt Commerzbank-Analystin Heike Pauls. Dennoch gelte auch hier: "Es kann nur eine sehr selektive Auswahl an Akquisitionen geben", sagt Equinet-Analyst Pehl. Wie schwierig Synergien zu realisieren seien, zeige die sanierungsbedürftige griechische Telekom-Beteiligung OTE.

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Aktienrückkauf: Dass kurzfristig keine großen Übernahmen anstehen, verdeutlicht nach Einschätzung von Analysten die Ankündigung der Telekom, eigene Aktien zurückzukaufen. Fünf Milliarden Euro will der Magenta-Konzern dafür ausgeben. Bei einer Marktkapitalisierung von derzeit rund 41 Milliarden Dollar entspräche das gut 12 Prozent der Aktien. Addiert mit dem zur Schuldentilgung vorgesehenen Betrag wäre die Gutschrift von AT&T damit verbraucht.

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Infrastruktur: Die Verkaufserlöse stattdessen in einen forcierten Ausbau der Netzinfrastruktur zu stecken, um zum Beispiel den Ausbau schneller Glasfasernetze zu beschleunigen, scheint aus Sicht von Analysten keine überzeugende Alternative zu sein. Denn gerade in Deutschland sei der Ausbau schwierig. Denn er sei mit hoher Ungewissheit über künftige Nutzerzahlen verbunden, sagt Commerzbank-Analystin Heike Pauls. "Der Return-on-Investment ist daher unsicher." Equinet-Analyst Pehl hält vor allem Investitionen in das Festnetz für riskobehaftet. "Es besteht die Gefahr, dass sich Investitionen in ländliche Regionen nicht amortisieren." Zehn Milliarden Euro will die Telekom bislang bis 2012 in Festnetz und Mobilfunk investieren.

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Dividende: Der einfachste Weg, das Geld aus dem Verkauf auszugeben, wäre eine Ausschüttung an die Aktionäre. Der deutsche Staat, der inklusive des KfW-Bank-Anteils (17 Prozent) insgesamt 32 Prozent der Telekom-Aktien hält, könnte in Zeiten von Schuldenbremse und knapper Kassen an einer höheren Dividende interessiert sein. Aber diesbezüglich haben Telekom-Chef Obermann (l.) und Finanzvorstand Timotheus Höttges (r.) bekanntlich anderes im Sinn.

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