Desasterfolgen Japans Riesenkampf gegen das Wirtschaftsbeben

Erdbeben, Tsunami und Atomstromhavarien ziehen Japans Wirtschaft kurzfristig in Richtung Rezession. Ein Überblick über die Anstrengungen der Japaner, mit unerschütterlichem Mut das drohende Wirtschaftsunheil abzufedern - und die gewaltigen Summen, die sie dafür auf Pump benötigen.
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Gewaltige Zerstörung: Rund sechs Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Japan gibt es zwischen zerstörten Städten, verseuchten Atomanlagen und Schuttlandschaften nur wenige positive Nachrichten: Die Ratingagentur Fitch beispielsweise hält den Schaden aus der Katastrophe für verkraftbar, was die Versicherer angeht. Unabhägige Experten in Japan befürchten, dass rund 300 Milliarden Euro für den Wiederaufbau ausgegeben werden müssten.

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Zäher Neustart: Der japanische Autohersteller Toyota will bis zum Jahresende wieder sein normales Produktionsniveau erreichen. Die nach dem verheerenden Erdbeben heruntergefahrene Fertigung werde im Juli in Japan und im August im Ausland anziehen, kündigte der weltweite Branchenprimus am Freitag, 22. April 2011, an. Unter Volllast werde ab November oder Dezember produziert. "Mit diesen vielen Nachbeben, inklusive dem aus der vergangenen Nacht, mussten wir bei einigen Reparaturarbeiten viele Male wieder bei Null anfangen", sagte Konzernchef Akio Toyoda. Toyotas Produktionsrückstand seit der Naturkatastrophe am 11. März ist gewaltig: Nach Unternehmensangaben wird er sich Ende April weltweit auf rund 500.000 Fahrzeuge belaufen.

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Börsianer-Hoffnung: "Nach dem, was wir direkt von den Unternehmen hören, sieht es danach aus, dass sich die Erholung schneller entwickelt als viele denken", sagte Investor Tetsuro Ii von Commons Asset Management. "Toyota könnte seine Produktion sogar schneller wieder aufnehmen, als sie mitgeteilt haben." Zusätzlich geschürt wurden diese Erwartungen durch den Chip-Hersteller und Autozulieferer Renesas. Dieser hatte mitgeteilt, die Produktion in einem Werk früher als geplant wieder aufzunehmen.

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Schwierige Ausgangslage: So recht will das allerdings im Augenblick kaum jemand glauben. Denn Japans Konjunktur schrumpfte schon im Quartal vor der Katastrophe um 1,3 Prozent. Die OECD hat ihre Wachstumsprognose für Japan mittlerweile (Stand: 21. April 2011) von zuvor 1,7 Prozent für das laufende Jahr auf 0,8 Prozent zurückgenommen.

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Apokalypse: Fabrikschließungen, Stromausfälle und verlorenes Konsumentenvertrauen - ganz zu schweigen die Finanzierungslasten für den Wiederaufbau - stellen eine Mammutaufgabe dar, die Monate, wenn nicht Jahre in Anspruch nehmen wird.

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Unterbrochene Verbindung: Die Hürden, die es nun zu überwinden gilt, sind monströs. Weite Teile der Infrastruktur im Nordosten des Landes sind zerstört. Häfen, die 7 Prozent der industriellen Ausfuhr des Landes abwickeln, sind schwer beschädigt oder ganz zerstört und fallen für Monate aus. Viele Menschen fliehen aus Angst vor der Verstrahlung in andere Landesteile.

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Reaktion in Tokio: Mit einem riesigen Nachtragshaushalt will die japanische Regierung den Wiederaufbau nach der Erdbeben- und Atomkatastrophe in Gang bringen. Sechs Wochen nach dem Erdbeben und Tsunami vom 11. März beschloss die Regierung am Freitag, 22. April, die Freigabe von umgerechnet 33 Milliarden Euro.

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Kredite für den Wiederaufbau Mit dem Nachtragshaushalt in Höhe von vier Billionen Yen sollen Trümmer aus der zerstörten Region im Nordosten des Landes geräumt, Straßen und Häfen wieder aufgebaut und bis Ende Mai 30.000 vorübergehende Unterkünfte gebaut werden. Das Kabinett von Ministerpräsident Naoto Kan will den Nachtragshaushalt in einer Woche dem Parlament vorlegen, das darüber vermutlich bis zum 2. Mai abstimmt. Es wird mit einer Zustimmung gerechnet.

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Zehrender Wiederaufbau: Dass Japan viel Zeit für die Rückkehr zu alter Stärke brauch wird, ist jetzt klar. Noch hat niemand ein genaues Bild davon, wie stark die Schäden in Japans Unternehmen sind. Das wissen nicht einmal die japanischen Hersteller selbst so genau: Honda zum Beispiel überprüft noch immer die Produktionsfähigkeit von 113 Lieferanten in der verwüsteten Region im Nordosten Japans. Japans Regierung schätzt die Kosten für den Wiederaufbau mittlerweile offiziell auf umgerechnet 212 Milliarden Euro.

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Skeptische Kunden: Zugleich wird der Export für japanische Produkte schwieriger. In Singapur beispielsweise, dem führenden Umschlagplatz Südostasiens, werden sämtliche Lebensmittel aus Japan auf atomare Strahlung untersucht. In vielen Häfen werden Schiffe aus Japan auf Strahlung überprüft.

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Strahlenangst: Japanische Autohersteller haben mit der Messung von Radioaktivität an Fahrzeugen begonnen, die für den Export bestimmt sind. Mit dem Schritt solle Befürchtungen ausländischer Kunden über eine mögliche Verstrahlung der Fahrzeuge begegnet werden, sagte Hirokazu Furukawa, ein Sprecher des Japanischen Automobilherstellerverbandes, am Freitag, 22. April 2011. Geprüft werde die Strahlung im Wageninneren sowie an den Reifen vor der Verladung. Bislang sei an Exportfahrzeugen keine Strahlung entdeckt worden, sagte Furukawa. An etwa zehn von jeweils 5000 Wagen würden Messungen vorgenommen.

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Gebremste Kraft: Der Erneuerungskraftakt kann derzeit nur mit etwas mehr als der halben Energie angepackt werden. "Japans Kapazität zur Stromerzeugung ist um 40 Prozent reduziert worden", sagt der Chefökonom Carl Weinberg beim Analyseunternehmen High Frequency Economics in New York, "sie wird für einige Zeit bei nur 80 Prozent der Kapazität vor der Krise bleiben".

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