Stromstoß Wie Amerika mit dem Atombeben hadert

Amerika, die globale Atomnation Nummer eins, ist in Sorge. Japans Reaktorschreck schürt die Angst vor möglichen Infarkten in weltweiten Lieferketten. Ein Überblick über Amerikas auflohdernde Angst vor dem wirtschaftlichen Nachbeben der Katastrophe in Japan.
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Diskussionen: Die größte Naturkatastrophe in Japans jüngerer Geschichte hat auf der anderen Seite des Pazifiks in Nordamerika lebhafte Diskussionen über mögliche Folgen für die globale Konjunktur ausgelöst. Ganz überwiegend sehen Analysten und Banker derzeit zwar noch vor allem kurzfristige Dämpfer für die internationalen Kapitalmärkte sowie für die globale Konjunktur.

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Unruhe: Unterschwellig herrscht bei Beobachtern in Nordamerika dennoch große Nervosität, weil der Schaden aus dem Erdbeben, der folgenden Tsunami und den schweren Schäden an verschiedenen Atomkraftwerken noch nicht absehbar ist.

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Exportschaden: "Japan könnte in größerem Umfang Kapital aus dem Ausland abziehen" fürchtet Kanadas bekannteste Wirtschaftsexpertin, Sherry Cooper, bei der Investmentbank BMO Nesbitt Burns in Toronto. Sie sieht in der Folge einen steigenden Yen, was die Exporte des Landes noch verteuern würde. Hinzu kommt, dass die hohe öffentliche Verschuldung sich zuspitzen könnte.

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Dreifache Belastung: Viele Analysen, die in den ersten Stunden und Tagen nach dem verheerenden japanischen Beben auf der anderen Seite des Pazifiks in Amerika angefertigt werden, drehen sich um drei Aspekte: Erstens, den Anleihemarkt. Zweitens, die enorme japanische Staatsverschuldung, die 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht hat und schon vor dem Erdbeben schwer zu beherrschen war. Und drittens die möglicherweise beschädigten globalen Lieferantennetzwerke.

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Börsenbeben: Am US-Anleihemarkt fürchten Beobachter in Amerika sinkende Kurse und steigende Zinsen, was die eigentlich erwartete wirtschaftliche Erholung belasten würde. "Das ist sicher das Schlimmste was in Japan passieren konnte", sagt Nouriel Roubini, der Wirtschaftsprofessor von der New York University, der bekannt wurde, weil er die Finanzkrise 2008 richtig vorhersagte. "Es wird ein Anschubprogramm geben um Japan wieder aufzubauen", erläutert Roubini, "aber das Land hat schon jetzt ein Budgetdefizit von 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, dazu eine vergreisende Bevölkerung".

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Devisenchaos: Dass Japan mit einem massenhaften Verkauf amerikanischer Staatsanleihen einen Crash am Rentenmarkt auslösen könnte, wird jedoch in Amerika nicht befürchtet. Dort vertraut man vielmehr darauf, dass die Bank of Japan intervenieren und noch mehr Treasuries kaufen würde als bisher, denn einen höheren Kurs der japanischen Yen-Währung, der Japans Exporte schlimmstenfalls abwürgen würde, will die Notenbank des asiatischen Staats jetzt erst recht nicht haben.

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