Öko-Autos Die wichtigsten Modelle aus Genf

Es hat zwar etwas länger gedauert, doch nun lassen die Autohersteller ihren großen Ankündigungen tatsächlich Taten folgen: Viele Öko-Autos aus Genf sind keine ferne Vision mehr, sondern stehen bald bei den Händlern. Die wichtigsten haben wir hier zusammengestellt.
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Chevrolet: Rund ein Jahr nach dem Start in Amerika kommt der Chevrolet Volt im November nach Europa. 41.950 Euro kostet der Viersitzer, der rund 80 Kilometer rein elektrisch schafft, bevor ein Benziner anspringt und Strom für weitere 500 Kilometer produziert. Ein stolzer Preis, aber Europachef Wayne Brannon ficht das nicht an: "Wir sind sehr zuversichtlich, dass dieser Einstiegspreis attraktiv für Kunden ist, die emissionsfrei mit einem Elektrofahrzeug fahren möchten, ohne durch eine Reichweitenbeschränkung in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt zu werden." Ein Elektroauto mit so großer Reichweite gibt es sonst nur noch von Opel, wo der Volt als Ampera verkauft wird - für ziemlich genau 1000 Euro mehr.

Foto: Tom Grünweg
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Tesla: 1500 elektrische Roadster sind verkauft, bevor die Produktion wie angekündigt nach 2500 Fahrzeugen eingestellt wird, bereitet Elektro-Pionier Tesla den Start einer neuen Baureihe vor. Sie heißt Modell S, entsteht auf einer selbst entwickelten Plattform, wird eine Limousine im Fünf-Meter-Format und soll zum Marktstart im nächsten Jahr umgerechnet keine 50.000 Euro kosten. Allerdings müssen sich Europäer etwas länger gedulden. Kein Wunder, dass er in Genf noch nicht allzu viel verraten will und auf dem Messestand nur den Rohbau zeigt.

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Porsche: Lange Zeit wollte man Porsche seinen Sparwillen nicht abnehmen. Dabei war es Firmengründer Ferdinand Porsche, der schon vor 111 Jahren den ersten Hybridwagen zum Laufen brachte. Jetzt haben die Ingenieure nach dem Geländewagen Cayenne auch den Panamera entsprechend umgerüstet: Ab Juni gibt es deshalb auch als Panamera S Hybrid mit einem 333 PS starken V6-Benziner und einem 47 PS starken E-Motor. Sie beschleunigen das 106.185 Euro teure Dickschiff in sechs Sekunden auf Tempo 100 und danach weiter auf 270 km/h - brauchen aber weniger als mancher Kleinwagen: Im Schnitt sollen es 6,8 Liter sein.

Foto: Tom Grünweg
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Peugeot: Ein halbes Jahr vor der offiziellen Markteinführung im Herbst hat Peugeot in Genf mit dem Vorverkauf für den 3008 Hybrid4 begonnen. Die "Limited Edition" des ersten Diesel-Hybriden für die Großserie kostet 39.900 Euro. Clou des sportlichen Vans ist seine elektrische Hinterachse, an der ein 37 PS starker Motor angeflanscht ist. Er hilft dem 163 PS starken Diesel beim Beschleunigen, kann Kurzstrecken rein elektrisch bewältigen und ersetzt einen klassischen Allradantrieb. Der Verbrauch sinkt laut Peugeot gegenüber einem konventionellen Modell um etwa ein Drittel und liegt bei 3,8 Litern.

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Honda: Als ersten Kleinwagen mit Hybridantrieb bringt Honda jetzt den Jazz an den Start. Ab April steht der Wagen für Preise ab 18.900 Euro auch bei jedem Honda-Händler. Unter seiner Haube arbeiten ein 88 PS starker Benziner und ein 14 PS starker E-Motor im Team und senken den Verbrauch damit um rund einen Liter. Im Schnitt ist der Jazz Hybrid deshalb mit 4,5 Litern zufrieden.

Foto: Tom Grünweg
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VW: Der Touareg Hybrid im Handel, der Jetta Hybrid für 2012 avisiert und die Arbeit am Elektroauto im Zeitplan - da kann sich VW auch mal wieder um die konventionellen Antriebe kümmern. In Genf zeigen die Niedersachsen deshalb den Multivan BlueMotion. Obwohl der zwei Liter große Diesel mit seinen 115 PS rund zehn Prozent mehr Leistung hat als das Serienmodell, geht der Verbrauch dank Start-Stopp-Automatik, Rekuperationsbremse und rollwiderstandsreduzierten Reifen um rund zwei Liter zurück und macht den Wagen mit einem Normwert von 6,4 Litern den Niedersachsen zufolge zum "sparsamsten VW Bus aller Zeiten."

Foto: Tom Grünweg
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Nissan: Der Nissan Leaf ist der erste Stromer für die Großserie, der explizit um den Elektroantrieb herum entwickelt wurde. In einigen Ländern Europas wird der 109 PS starke Fünfsitzer im Golf-Format mit seinen 160 Kilometern Reichweite bereits verkauft. In Deutschland war die Auslieferung erst für diesen Herbst vorgesehen; zu einem Preis von etwa 35.000 Euro. Seit dem Genfer Salon hält sich jedoch hartnäckig das Gerücht, dass die Japaner die Einführung noch einmal verschieben könnten: Wenn es wie bislang geplant keine Stromer-Subventionen aus Berlin gibt, könnte der Leaf demzufolge erst 2012 ins Land kommen.

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Smart: Die öffentlichen Testfahrten mit dem elektrischen Smart gehen jetzt bald ins vierte Jahr. Die Serienproduktion soll 2012 beginnen. "Dann bauen wir jedes Jahr eine fünfstellige Zahl von Elektrofahrzeugen", verspricht Smart-Chefin Annette Winkler. Was die können, zeigt die Studie Forspeed auf dem Genfer Salon. Denn unter der nur für den Messeauftritt gestalteten Roadster steckt bereits der E-Antrieb des kommenden Serienmodells mit 41 PS für 120 km/h und Lithium-Ionen-Akkus für 135 Kilometer Reichweite.

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Audi: Als letzter Nobelhersteller aus Deutschland springt nun auch Audi auf den Hybrid-Zug auf und bringt im zweiten Halbjahr den Q5 als Teilzeitstromer. Unter der Haube des Geländewagens arbeiten ein Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer und ein E-Motor im Team. Gemeinsam kommen sie auf 245 PS und sollen mit weniger als 6,9 Litern zufrieden sein. Dabei reicht der Strom in den Lithium-Ionen-Akkus für elektrische Sprints bis Tempo 100. Bis 60 km/h kommt man ohne Verbrenner bis zu drei Kilometer weit. Ein paar Monate später gibt es dieselbe Technik auch im neuen A6. Preise für den Hybrid nennt Audi noch nicht.

Foto: Tom Grünweg
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Volvo: 2012 nennt Volvo als Starttermin für den neuen V60 Plug-In-Hybrid, den die Schweden gemeinsam mit dem Energieversorger Vattenfall entwickeln. Er kombiniert einen Fünfzylinder-Diesel mit 215 PS mit einem 70 PS starken E-Motor an der Hinterachse. Gespeist aus den an jeder Steckdose aufladbaren Lithium-Ionen-Akkus unter dem Ladeboden kann der Kombi bis zu 50 Kilometer im Elektromodus fahren. Dann schaltet sich der Diesel zu. So sinkt der rechnerische Verbrauch auf 1,9 Liter, und die Reichweite klettert auf 1200 Kilometer. Einen Preis nennt Volvo noch nicht. "Aber natürlich wird das Auto teurer als ein heutiges Serienmodell", sagt ein Firmensprecher.

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Renault: Mit gleich vier Elektroautos will Renault bis Ende nächsten Jahres auf den Markt kommen. Das aussichtsreichste ist wahrscheinlich der Kleinwagen Zoe im Format des Clio. Für die Spießer unter den Stromern gibt es einen umgebauten Fluence. Am meisten Platz bietet der jetzt in Genf gezeigte Kangoo Rapid. Doch das mit Abstand spannendste Gefährt ist der Twizy, der mit zwei hintereinander liegenden Sitzen die Vorzüge von Auto und Motorrad vereinen soll. 20 PS stark, bis zu 75 km/h schnell und mindestens 6990 Euro teuer, wird der Citystromer in Deutschland ab Anfang 2012 ausgeliefert. Nicht im Preis inbegriffen ist der Akku, der für etwa 115 Kilometer reicht. Den muss man für 45 Euro im Monat mieten.

Foto: Renault
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Opel: Fast zeitgleich mit seinem Zwilling Chevrolet Volt startet im Spätherbst auch der Opel Ampera. Vom US-Modell übernimmt nimmt er nicht nur den Antrieb mit einem E-Motor für etwa 80 Kilometer und dem Range-Extender für die weitere Stromproduktion, sondern auch das Karosseriedesign und das neue Cockpit mit vielen unbekannten Anzeigen. Eigenständig sind beim Opel nur die Frontpartie, die Markenlogos – und der Preis: Er liegt mit 42.900 Euro rund 1000 Euro über dem Volt.

Foto: Tom Grünweg
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Toyota: Nach Prius und Auris baut Toyota das Hybrid-Programm weiter aus. Deshalb soll es ab Anfang 2012 auch den Prius Plus mit höherem Dach, mehr Kofferraum, einem variableren Innenleben und einer dritten Sitzbank geben. Dem Vernehmen nach bleibt es beim bekannten 136 PS-Antrieb aus dem konventionellen Prius, der dann jedoch erstmals mit Lithium-Ionen-Akkus kombiniert werden soll. Der Verbrauch dürfte angesichts von Gewicht und Luftwiderstand ein wenig steigen, sollte aber noch immer deutlich unter fünf Litern liegen. Gleichzeitig weiten die Japaner das Hybrid-Angebot mit dem Yaris nach unten aus. Auch er startet im ersten Halbjahr 2012, doch gibt es für ihn bislang noch keinerlei technische Daten.

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Mercedes: Bis der elektrische Mercedes SLS vom Genfer Messestand auf die Straße fährt, wird es noch ein wenig dauern. Auch die Elektroversionen von A- oder B-Klasse kommen nicht unmittelbar nach dem Generationswechsel, der in diesem Herbst beginnt. Die greifbarste grüne Neuheit aus Stuttgart ist deshalb der Diesel-Hybrid in der E-Klasse. Der war zwar für 2011 versprochen, glänzte auf der Messe in der Schweiz aber noch mit Abwesenheit. Der dürfte dann im September auf der IAA in Frankfurt stehen.

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Ford: Noch bevor der neue Focus auf dem Markt ist, hat Ford seinen Hoffnungsträger in der Kompaktklasse bereits elektrisiert - allerdings nur für den Messeauftritt. Zu den Kunden kommt der Focus Electric in Europa erst 2012, wobei sich die Kölner noch nicht auf einen Monat festlegen wollen. Das gilt auch für Leistungsdaten von Motor und Akku. Sicher ist deshalb bislang nur ein Spitzentempo von rund 140 km/h. Dafür jedoch spinnt Ford den Faden schon ein wenig weiter: Ein Jahr nach dem elektrischen Focus wird es deshalb auch sein geräumiger Bruder C-Max unter Strom gesetzt und wahlweise als Hybrid- oder Plug-In-Hybrid angeboten.