Guttenberg tritt zurück Ende einer Blitzkarriere

Nach nur zwei Jahren als Bundesverteidigungsminister stürzt Karl-Theodor zu Guttenberg über die Plagiatsaffäre. Der bisher beliebte CSU-Politiker war zuletzt auch in den eigenen Reihen in die Kritik geraten. Ein Überblick über die Stationen der Karriere.
1 / 15

Ende einer Blitzkarriere: Karl-Theodor zu Guttenberg tritt von seinem Amt als Bundesverteidigungsministers zurück. "Das ist der schmerzlichste Schritt meines Lebens", sagte Guttenberg bei der Ankündigung.

Foto: JOHN MACDOUGALL/ AFP
2 / 15

Erste mediale Kritik: Als Bundeswirtschaftsminister suchte Guttenberg im März 2009 gemeinsam mit der US-Regierung und der General-Motors-Führung Lösungen für die Krise der GM-Tochter Opel. Dabei wurde das Foto auf dem New Yorker Times Square geschossen. Opposition und Medien kritisierten Guttenberg für seine Showeinlage.

Foto: A3397 Gero Breloer/ dpa
3 / 15

Opel-Krise: Gemeinsam mit dem damaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch und dem Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück zeigte Guttenberg seine Lösung für die Opel-Krise auf. Anders als SPD-Politiker Frank-Walter Steinmeier, damals Deutschlands Außenminister, und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), hatte er sich nicht auf Hilfen für das Unternehmen festgelegt, das schon viele Jahre vor der Finanz- und Wirtschaftskrise selbst in Schwierigkeiten geraten war.

Foto: A3116 Tim Brakemeier/ dpa
4 / 15

Vom Wirtschaftsminister zum Verteidigungsminister: Im Oktober 2009 wurde Guttenberg von Bundeskanzlerin Merkel zum Bundesverteidigungsminister ernannt.

Foto: JOHN MACDOUGALL/ AFP
5 / 15

Neuer Star: CSU-Chef Horst Seehofer muss im Oktober 2010 miterleben, wie die CSU den neuen Politstar Guttenberg feiert - und nicht den CSU-Chef selbst. Guttenberg wird zu diesem Zeitpunkt bereits als Kanzlerkandidat gehandelt, der anstelle von Merkel die CDU/CSU in den nächsten Bundestagswahlkampf führen könnte

Foto: Tobias Hase/ dpa
6 / 15

Glamourpaar: Abseits des Politbetriebs zeigte sich Guttenberg häufig mit seiner Frau Stephanie, wie hier bei der Eröffnung der Bayreuther Festspiele 2009. Europas Presse spricht von einem Traumpaar.

Foto: A3817 Tobias Hase/ dpa
7 / 15

Im Einsatz: Häufig besuchte Guttenberg als Verteidigungsminister die Truppen in Afghanistan. Unter den Soldaten ist der Minister offenbar vielfach beliebt.

Foto: Hannibal Hanschke/ dpa
8 / 15

In Begleitung: Ehefrau Stephanie zu Guttenberg begleitete ihren Gatten im Dezember 2010 zu einem Truppenbesuch am Hindukusch. Das Ergebnis des Blitzbesuchs dürfte weniger kalkuliert gewesen sein: Wieder wird zu Guttenberg vorgeworfen, statt sich der Sache anzunehmen, an seiner eigenen Inszenierung zu arbeiten. Die Soldaten selbst weisen diese Interpretation erneut oft zurück.

Foto: FABRIZIO BENSCH/ REUTERS
9 / 15

Sicherheitsexperte: Auf der 46. Münchener Sicherheitskonferenz trat Guttenberg als Fachmann für Sicherheitsfragen auf. Guttenberg galt insbesondere bei den US-Amerikanern als ernstzunehmender Politiker - und damit als einer von wenigen in Deutschland, wie aus den durchgesickerten Depeschen der US-Botschafter an die US-Regierung offenbar wurde.

Foto: Getty Images
10 / 15

Stein des Anstoßes: Die Doktorarbeit von Guttenberg mit dem Titel "Verfassung und Verfassungsvertrag" strotzt vor fragwürdigen Stellen, die offenbar aus anderen Schriften übernommen wurden, ohne dass dies kenntlich gemacht worden wäre. Letztlich stolperte Guttenberg über diese Plagiatsaffäre.

Foto: Daniel Karmann/ dpa
11 / 15

Rechtfertigung: Guttenberg rechtfertigt vorläufige Abberufung von "Gorch Fock"-Kommandant Norbert Schatz. "Das war eine Entscheidung, die nicht spontan getroffen wurde. Sie begründete sich auch auf Rücksprachen und Empfehlungen der militärischen Führung." Die Vorwürfe wurden immer massiver. "Es war Zeit zu handeln. Ich würde jederzeit wieder so entscheiden", betonte Guttenberg in "Focus". Auf die Frage, was schief gelaufen sei auf dem Schiff, entgegnete er: "Es wird gelegentlich vergessen, dass ich nicht an Bord der `Gorch Fock` war, als der Unfall passierte."

Foto: THOMAS PETER/ REUTERS
12 / 15

Fehler: Karl-Theodor zu Guttenberg, Doktorand an der Universität zu Bayreuth, hatte für seine Dissertation offenbar nicht sauber zitiert, teilweise minimal paraphrasiert oder sogar wortgleich übernommen – ohne dies jeweils kenntlich gemacht zu haben. Juraprofessoren, Medienwissenschaftler und die Opposition halten Deutschlands beliebtestem Politiker vor, er habe abgekupfert.

Foto: Rainer Jensen/ dpa
13 / 15

Aberkennung: Schnelle Entscheidung: Die Universität Bayreuth entzieht Verteidigungsminister Guttenberg den Doktortitel. Die Frage, ob er beim Abfassen der Dissertation bewusst getäuscht hat, ließ die Hochschule aber offen - vorerst.

Foto: dapd
14 / 15

Zielscheibe: Weil zu Guttenberg der mit Abstand der beliebteste Politiker Deutschlands ist, konzentrierten sich die Vorhalte der Oppositionsparteien schnell auf die Forderung, Guttenberg müsse zurücktreten. Die ethische Dimension der Debatte verblasst mehr und mehr, spielt insbesondere an den Universitäten eine größere Rolle.

Foto: dapd
15 / 15

Anerkennung: Die Wortmeldungen zur Debatte um die Doktorarbeit des Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg konzentrierten sich auf die Frage, ob die starken Indizien für plagiatorische Textpassagen ein Rücktrittsgrund seien. Eine Umfrage des Instituts Emnid ergab, dass eine sehr große Mehrheit der Deutschen, nahezu zwei Drittel, den Minister nicht für einen Schwindler hält. Nur 28 Prozent würden ihn so bezeichnen wollen. Eine gleich große Minderheit, 27 Prozent, glaubt, Guttenberg müsse zurücktreten.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.