Neue Reklamewelle Charme-Offensive um türkische Kunden

Rund drei Millionen Türken leben in Deutschland. Sie sind konsumfreudige und markenbewusste Verbraucher. Deutsche Konzerne haben die kaufkräftige Zielgruppe allerdings erst vor kurzem für sich entdeckt. Ein Überblick über die neuen Schmeicheleien deutscher Konzerne für ihre Einwandererkunden.
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"Bankenfreund": Der Citibank-Nachfolger Targobank hat die türkischen Mitbürger in der Bundesrepublik für sich entdeckt. Als Bankada, zu Deutsch etwa "Bankenfreund", will sie in der deutsch-türkischen Community ein Begriff werden - und möglichst kräftig an den Geldgeschäften der türkisch-stämmigen Mitbürger hierzulande verdienen.

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Verständliche Bankgeschäfte: Nichts ist oft so erklärungsbedürftig wie Finanzprodukte. Die Deutsche Bank versucht türkisch-sprachigen Kunden deshalb den eigenen Service ebenfalls mit speziellen Angeboten schmackhaft zu machen und gegen die neue Konkurrenz der Targobank zu bestehen. Offenbar mit Erfolg: 75.000 türkische Kunden betreuen die Bankamiz-Berater nach Angaben der Deutschen Bank heute - und sehen sich damit als Marktführer.

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Spät, aber erkannt: Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat mit seiner in Deutschland bekannten Marke "Maggi" reagiert: Im Maggi-Kochstudio in der City in Frankfurt am Main gibt es nun auch live jene Tütensuppen zum Testen, die nach islamischen Speisevorschriften "halal" (türkisch "helal") sind, also rein und erlaubt. Im Regal türkischer Supermärkte gibt es die Suppen natürlich insbesondere zu kaufen. Der Lebensmittelkonzern Nestlé und andere Hersteller sehen einen vielversprechenden Markt.

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Tiefgekühlt und erlaubt: Es begann als Experiment, mittlerweile ist es für Sami Erkurt aus Altbach (bei Esslingen) ein großes Geschäft. Sein Unternehmen Itikat Helal ist nach eigenen Angaben Europas größter Lieferant von Tiefkühlprodukten für gläubige Muslime. Der Begriff "Itikat" bezeichnet dem Koran entlehnt den "Glauben an die Reinheit". Alle Lebensmittel, die den Namen Itikat tragen, erfüllten diesen Anspruch.

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Haribo für alle: Der Süßwarenhersteller Haribo bietet in den türkischen Märkten mittlerweile Gummibärchen ohne die bei Türken verpönte Schweine-Gelatine an. Nach eigenen Angaben ist Haribo damit zum Marktführer im türkischen Einzelhandel in Deutschland avanciert. Das kann ein gutes Geschäft für das Unternehmen werden: In der Bundesrepublik leben rund drei Millionen türkisch-stämmige Mitbürger.

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Neue Welle: Ein türkischer Supermarkt im Berliner Stadtteil Moabit verkauft die nach den "halal"-Normen hergestellt wurden. Deutsche und internationale lebensmittelkonzerne wollen sich die oftmals kleinen türkischen Lebensmittelläden als neue Kunden und Händler für ihre Produkte erschließen.

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