Rückschlagserie In welchen Wirtschaftsbereichen die USA zurückfallen

An mehr und mehr Fronten wankt der Industriekoloss USA, die Ära der globalen Wirtschaftsdominanz der Vereinigten Staaten geht zu Ende. Ein Überblick über jene Bereiche, in denen die Amerikaner Rückschläge hinnehmen müssen - und ein Blick auf jene, die den USA Hoffnung machen.
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Machtverlust: Steil hinauf ragen die Bürotürme an der Wall Street in Lower Manhattan, New York, dem Symbol für Amerikas wirtschaftliche Macht schlechthin. Doch dieses Bild hat schwere Kratzer bekommen. Die USA verlieren in wichtigen Wirtschaftsvergleichen ihre unangefochtene Spitzenposition. Nicht immer an die gleichen Konkurrenten, nicht immer an China, Japan, Korea oder Deutschland. Die Konkurrenz wird, so scheint es derzeit jedenfalls, breiter. Und sie wird schlagkräftiger.

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Erfindergeist: Das Battelle Memorial Institute aus Columbus, Ohio, hat vorgerechnet, dass die USA im gerade begonnenen Jahr wohl weitere Weltmarktanteile bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung verlieren. Das US-Patentamt sieht den Anteil amerikanischer Erfinder an den erteilten Genehmigungen schwinden: von 55 Prozent vor 15 Jahren auf jetzt 49 Prozent. Das ist kein Erdrutsch, aber sichtbare Erosion.

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Moderne Kommunikation: Noch vor zehn Jahren haben die Vereinigten Staaten bei der globalen Breitbandnutzung im Internet mit dem vierten Rang brilliert. Jetzt landen sie auf dem wenig rühmlichen 15. Rang. Und von den 1,2 Milliarden Handys, die 2008 auf der Erde verkauft wurden, ist keines in den USA gefertigt worden.

Allerdings: Viele US-Unternehmen und ihre Angestellten profitieren von einem oft erklecklichen Wertschöpfungs- und Gewinnanteil an Hochtechnologiewaren wie beispielsweise Apples iPhone, auch wenn solche Telefone dann in China zusammengesetzt und in Dutzenden anderer Schwellenländer vorgefertigt werden.

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Werkbank der Welt: UN-Statistiken belegen einen rückläufigen US-Anteil an der weltweiten Industrieproduktion (im Bild: Schiffbau in Korea): Von 25,3 Prozent vor einem Jahrzehnt auf 16,8 Prozent vor zwei Jahren. Trotzdem bleiben die USA mit deutlichen 14 Prozent Vorsprung vor China der größte industrielle Erzeuger auf dem Planeten.

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Beredtes Schweigen: Die oft von großen Industriekonglomeraten geführten Medien in den USA halten sich - was den beklagten Niedergang angeht - etwas zurück. Doch in den Wirtschaftsblogs werden die USA schon fleißig zerfleddert. "Wie wir innerhalb von Jahren unseren gewerblichen Sektor verloren", titelte in der ersten Januarwoche der Zero Hedge-Blog einen Beitrag. Darin wird erklärt, warum die USA mit 11,6 Millionen jetzt nur noch so viele Industriebeschäftigte zählen wie anno 1941.

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Deindustrialisierung: Unter den erschreckenden Fakten für die USA finden sich solche: In den Vereinigten Staaten haben seit 2001 mehr als 42.000 Fabriken dichtgemacht. Allein 5,5 Millionen Industriejobs gingen in dieser Zeit verloren.

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Dienstleistungen: Quasi als Beleg, dass dem Land die Felle - besser gesagt die Jobs verheißenden Schreibtische - davonschwimmen, macht der Immobiliendienstleister CB Richard Ellis eine brisante Prognose: Bis Ende 2012 werden fast zwei Drittel der neuen Büroimmobilien weltweit in Asien entwickelt. Aber nur 8 Prozent in Amerika.

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Hoffnung: Doch es gibt auch Entwicklungen, die gegen die Untergangsthese der USA sprechen. Nach Berechnungen der International Finance Corporation, die zur Weltbank gehört, hält das Land auch in den kommenden Jahren seinen fünften Rang der weltweit bedeutendsten Wirtschaftsnationen. Und das Beratungshaus PwC sagt den Vereinigten Staaten gar voraus, als einzige etablierte Volkswirtschaft auch im Jahr 2050 noch zu den drei wichtigsten globalen Wirtschaftsnationen zu zählen. Deutschland, zum Vergleich, soll dann bereits auf die hinteren Ränge der globalen Top Ten durchgereicht worden sein.

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Finanzen: Auch der Anteil, den ausländische Notenbanken und andere offizielle Investoren an allen emittierten Treasuries der USA halten, steigt, was eher ein Zeichen des Vertrauens für die USA sind. Seit Juni 2002 legen sie sogar ununterbrochen zu, von 61,7 Prozent auf zuletzt 78,9 Prozent. Dass der Schuldenstand der USA immer astronomischere Höhen erreicht - der Staatshaushalt hat zuletzt einen Fehlbetrag von 1,3 Billionen Dollar erreicht - sorgt an der Wall Street noch nicht für Schweißausbrüche.

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