Businessmode Zwölf Tipps für die wichtigsten Anlässe

Mausgraue Krawatten und bügelfreie Hemden sind ein No-go im Geschäftsleben. Wie man durch die richtige Farbwahl einen erstklassigen Alphatierauftritt hinlegt oder im Kontakt mit der Belegschaft glaubwürdig erscheint, erläutert Kleidungsexpertin Ulrike Mayer im Interview mit manager magazin.
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Meeting
Wenn Sie an einem wichtigen Meeting teilnehmen, bei dem Sie selbst Entscheidungen prägen, sollten Sie mit Ihrer Garderobe gekonnt kommunizieren. Ihre Kleidung darf nicht distanziert und elitär wirken, denn Sie wollen ja gemeinsam an den Zielen arbeiten. Der blaue und der graue Anzug in allen Varianten ist hier erste Wahl. Die Krawatte sollte nicht zu formell wirken. Punkte als Muster signalisieren Beweglichkeit und Harmonie und wirken weniger kantig als Diagonalstreifen. Wenn es Ihnen darum geht, in der Runde Verbindung und Offenheit zu schaffen und bodenständige Lösungen anzustreben, dann setzt ein edler brauner Anzug genau dieses Signal. Mit einem hellblauen Hemd kombiniert, wirken Sie lässiger und weniger formell.

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Kundenerstkontakt
Für einen Kundenerstkontakt gilt grundsätzlich: Werben Sie für sich, Ihr Produkt und Ihr Unternehmen stets mit der nonverbalen Botschaft des Vertrauens. Meiden Sie deshalb grundsätzlich schwarze Anzüge, sie wirken sehr distanziert und dominant. Ein dunkelblauer Anzug mit einem hellblauen, gestreiften Hemd und einer typischen Businesskrawatte ebenfalls in Blauvarianten mit markanten Streifen ist ein gelungener Auftritt. Auch der graue Anzug ist perfekt, wenn Sie ihn so gekonnt kombinieren, dass er nicht langweilig wirkt. Dazu benötigen Sie Hemden mit schönen Uni-Strukturen, Streifen oder feine Businesskaros, die nicht so steif wirken. Vermeiden Sie nach Möglichkeit alle Bügelfrei-Varianten, denn sonst landen Sie im Mittelmaß.

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Hauptversammlung
Nutzen Sie für diesen wichtigen Auftritt den "Obama-Effekt": Der dunkelgraue Anzug, das weißes Hemd und die rote Krawatte zeigt, dass Sie Ihren Job mit Kraft, Dynamik, Power und Überzeugung machen und für die Position an der Spitze erste Wahl sind. Meiden Sie für diesen Auftritt den schwarzen Anzug, denn er schafft zu viel Distanz. Wenn Sie für Glaubwürdigkeit stehen wollen, dann ist der klassische, dunkelblaue Anzug eine gute Wahl. Mit einem klassischen Nadelstreifen unterstreichen Sie Ihre Struktur, Geradlinigkeit und Beständigkeit. Achten Sie jedoch darauf, dass die Gesamtwirkung eines Nadelstreifenanzugs mit einem weißen Hemd nicht zu klassisch, konservativ und steif wirkt. Hier ist die Klasse der Krawatte gefragt. Ein dynamisches Rot, das Ihnen steht, unterstreicht Ihr Selbstbewusstsein, dezente und zarte Töne nehmen Ihnen die Signalwirkung und mildern Ihren Auftritt ab.

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Bewerbungsgespräch als Bewerber
Im Erstgespräch sollten Sie Rot vermeiden, das leicht aggressiv wirken kann. Wenn Sie sich in der zweiten oder dritten Bewerbungsrunde befinden, können Sie aber durchaus die Rotvariante wählen und somit zeigen, dass Sie erste Wahl sind. Überzeugen Sie, indem Sie mit Ihrer Kleidungswahl im Erstgespräch Verlässlichkeit und Kompetenz ausstrahlen. Das gelingt Ihnen am besten mit den konservativen, stilvollen Grau-Weiß-Blau-Varianten. Meiden Sie im Bewerbungsgespräch Knallfarben, bunte Hemden und braune Anzüge, denn sie wirken nicht professionell. Vorsicht mit Umschlagmanschetten: Sie können schnell overdressed wirken.

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Präsentation
Für eine Präsentation ist wichtig, dass Sie sich mit Ihrem Auftritt nicht über die Ebene der Geschäftsleitung stellen. Dennoch sollten Sie mit Ihrem Auftritt signalisieren, dass keiner an Ihnen vorbeikommt! Wenn es um eine Erstpräsentation geht, dann werben Sie um Vertrauen für sich selbst und für Ihr Projekt. In diesem Falle ist der dunkelblaue oder auch der neutrale graue Anzug eine gute Wahl. Akzentuieren Sie das Dreieck Hemd/Revers/Krawatte mit einem weißen Hemd, das schafft Kontrast und lässt Sie professionell wirken. Wählen Sie mit Ihrer Krawatte die Variante mit einem markanten Diagonalstreifen, der zielstrebig und dynamisch wirkt. Auch hier sind die Blautöne die beste Wahl: Reservieren Sie sich Ihre "Abschlusskrawatte" in markanten Rotvarianten mit Streifen für die Endrunde, denn dort kommt es darauf an, dass Sie Biss und höchste Präsenz zeigen.

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Vortrag
Bei einem Vortrag ist für den Redner oberstes Gebot, dass er sich in seinem Auftritt zurückhält. Markante Kleidung und farbige Akzente lenken die Aufmerksamkeit vom Inhalt ab. Wichtig ist, dass die individuellen Farbnuancen die Persönlichkeit des Redners treffen, sonst wirkt die Person überstrahlt oder langweilig. Das Gesagte soll grundsätzlich seriös und glaubwürdig wirken. Wählen Sie deshalb einen anthrazitfarbenen oder dunkelblauen Anzug. Eine hellblaue Krawatte wirkt zu einem solchen Auftritt immer frisch und vertrauenswürdig, ebenso wie markante Blauvarianten. Das weiße Hemd suggeriert dem Zuhörer Klarheit und Struktur, das hellblaue Hemd dagegen dämpft den Kontrast und wirkt weicher. Meiden Sie Karos und Streifen im Hemd, denn diese wirken sehr unruhig.

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Betriebsfeier
Für eine Feier sollte der Auftritt stilvoll, aber nicht zu streng gewählt werden. Wenn Anzug und Krawatte gewünscht sind, eignet sich hierzu ein Anzug, der nicht overdressed wirkt. Edle Braunvarianten unterstützen die Kommunikation und wirken offen und zugänglich. Mit einem weißen Einstecktuch im Sakko kann ein solcher Anzug auch ohne Krawatte sehr elegant wirken.

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Abteilungsessen
Innerhalb des Teams gelten eigene Gesetze. Wichtig ist, dass Sie die Kleidung zu einem Anlass wie dem Abteilungsessen nicht zu distanziert und formell wählen. Es geht um Kommunikation, Offenheit, Teamgeist und das Miteinander. Die einfachste Variante ist, dass der Schlips fällt und damit auch der korrekte und steife Eindruck. Wenn Sie Krawatte tragen, dann wählen Sie für diesen Tag eine Farbkombination, die kreativ wirkt, und vermeiden Sie Blau- und Rotvarianten.

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Konferenz
Wenn Sie an einer Konferenz teilnehmen, dann repräsentieren Sie Ihr Unternehmen und knüpfen neue Kontakte. Sie entscheiden, wie Sie wahrgenommen werden. Wenn Sie sich für einen dunkelblauen Anzug mit einem weißen Hemd und einer stilvollen rotblau gestreiften Businesskrawatte entscheiden, dann strahlen Sie höchste Glaubwürdigkeit und Kompetenz aus, setzen aber gleichzeitig mit der roten Farbnuance ein Zeichen von Dynamik und Macht. In einem grauen Anzug betreten Sie die neutrale Zone der Wahrnehmung und geben wenig von sich preis. Mit einer stilvollen, dunkelblauen Uni-Krawatte und einem weißen Hemd erreichen Sie den "Sarkozy-Effekt", der ein gewisses Understatement beinhaltet - auf hohem Niveau. Allerdings müssen bei einem solchen Auftritt die Materialien und Passformen Ihrer Garderobe für sich sprechen.

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Kongress
Wer an einem Kongress teilnimmt, trifft potenzielle Geschäftspartner, bekannte Gesichter und schließt auch neue Kontakte. Für solche Veranstaltungen sollte die nonverbale Kommunikation über die Kleidung alle Möglichkeiten offenlassen. Deshalb ist auch hier ein gepflegter, grauer Anzug erste Wahl. Wer sich abheben möchte, kann einen grauen Nadelstreifenanzug wählen. Um die eigene Position zu stärken, ist eine rote Krawatte in der richtigen Nuance ideal. Wenn Sie unauffällig, aber dennoch präsent wirken wollen, ist das Grau mit einem leichten Farbeffekt in allen Varianten ein gutes Signal. Wenn es um die eigene Kompetenz geht, wirken Blauvarianten mit einem Diagonalstreifen perfekt. Ein Einstecktuch kann zum Markenzeichen werden - perfekt, um dezent die eigene Persönlichkeit in Szene zu setzen.

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Besuch in der Produktion
Wenn Sie der Produktion eines Betriebs einen Besuch abstatten, dann ist es ratsam, dass Sie Nähe und Herzlichkeit ausstrahlen. Vermeiden Sie sehr formelle Kombinationen wie schwarz/weiß/rot, oder dunkelblau/weiß/rot ebenso wie Krawatten mit Diagonalstreifen. Diese wirken sehr steif und signalisieren Durchsetzungsfähigkeit und Zielrichtung. Dezente Muster und harmonische Farbkombinationen wirken verbindlicher und weniger tough. Am besten ist es, ganz auf die Krawatte zu verzichten.

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Treffen mit dem Betriebsrat (als Arbeitgebervertreter)
In dieser Situation ist es wichtig, dass der Außenauftritt dezent und zurückhaltend gewählt ist. Meiden Sie alles, was mit dem sogenannten "Alphatierauftritt" zu tun hat; starke Kontraste, den schwarzen Anzug und die rote Krawatte. Denken Sie daran: Vertrauen schaffen Sie mit Dunkelblau, neutral wirken Sie mit Grau. Für solche Gelegenheiten ist auch das feine Karo eine gute Wahl, denn dieses Muster durchbricht die formelle Businessebene und wirkt einfach lässiger. Meiden Sie alle Krawatten, die durch Streifen sehr dynamisch wirken. Punkte wirken unbewusst weicher und harmonischer, das Paisley-Muster besticht durch seine feine Eleganz und sendet neutrale Signale.

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