Fachkräfte Wie Firmen dem Mangel begegnen

Schon jetzt sind mehr als 40 Prozent der Unternehmen vom Fachkräftemangel betroffen, zeigt eine Umfrage des Ifo-Instituts. Die Umfrage zeigt auch, wie die Firmen das Problem lösen wollen.
1 / 10

Die Ergebnisse der im Oktober 2010 vom Ifo Institut durchgeführten Befragung zeigen, dass mehr als 40 Prozent der teilnehmenden Firmen aktuell von einem Fachkräftemangel betroffen sind. In den „Dienstleistungsbereichen ohne Handel“ beträgt der Anteil sogar 47 Prozent. Die Auswertung nach Beschäftigtengrößenklassen lässt darauf schließen, dass Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern gegenwärtig etwas seltener unter Fachkräftemangel leiden (37 Prozent), als dies in den übrigen Größenklassen der Fall ist.

Foto: ifo Institut, Sonderumfrage im Oktober 2010 unter den Teilnehmern der ifo Personalleiterbefragung
2 / 10

2010/2011 dürfte sich bei ca. 37 Prozent der Firmen ein zumindest „geringer“ Mangel an Mitarbeitern mit spezifischen Fertigkeiten bemerkbar machen. Weitere rund 27 Prozent berichteten von einem mittelstarken Fachkräftemangel und knapp 10 Prozent sehen sich von einem solchen „stark“ betroffen. Nahezu 27 Prozent der Unternehmen gaben hingegen an, 2010/2011 voraussichtlich nicht unter einem Mangel an Fachkräften zu leiden.

Foto: ifo Institut, Sonderumfrage im Oktober 2010 unter den Teilnehmern der ifo Personalleiterbefragung
3 / 10

Für das Jahr 2015 rechnen zwei Drittel der befragten Unternehmen mit einer „mittleren“ oder „starken“ Verknappung von Fachkräften. Bis 2020 wird sich dieser Anteil auf durchschnittlich 71 Prozent erhöhen. Nach Einschätzung der Firmen dürften im Jahr 2020 insbesondere Handelsunternehmen (Anteil "mittelstarker" beziehungsweise. „starker“ Mangel: 60 Prozent) sowie – bezogen auf alle Wirtschaftsbereiche – Firmen mit 500 und mehr Mitarbeitern (63 Prozent) in geringerem Maße von einem Fachkräftemangel betroffen sein. Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes (Anteil "mittelstarker" beziehungsweise. „starker“ Mangel: 76 Prozent) als auch Betriebe zwischen 50 und 249 Mitarbeitern (76 Prozent) rechnen für 2020 dagegen mit vergleichsweise großen Engpässen.

Foto: ifo Institut, Sonderumfrage im Oktober 2010 unter den Teilnehmern der ifo Personalleiterbefragung
4 / 10

Insgesamt gehen neun von zehn Befragungsteilnehmern davon aus, dass im Jahr 2020 nicht genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen werden. So erwarten neben den 71 Prozent, die eine „mittlere“ bzw. „starke“ Verknappung von Fachpersonal befürchten, weitere 20 Prozent der Firmen einen „geringen“ Fachkräftemangel. Lediglich knapp 9 Prozent der Befragten gaben an, dass in zehn Jahren in dieser Hinsicht kein nennenswertes Problem bestehen dürfte.

5 / 10

Die Unternehmen sehen insbesondere das Angebot von Fachkräften mit beruflichem Abschluss als zu klein an. Bezüglich 2010/2011 klagen 58 Prozent der Umfrageteilnehmer darüber, nicht in ausreichendem Umfang Personal mit dieser Qualifikation anwerben zu können. Lediglich ein Viertel der Firmen berichtete, dass nicht genug Hochschulabsolventen aus den gewünschten Fachgebieten verfügbar sind.

Foto: ifo Institut, Sonderumfrage im Oktober 2010 unter den Teilnehmern der ifo Personalleiterbefragung
6 / 10

Der unbefriedigte Bedarf bezüglich Hochschulabsolventen (31 Prozent in 2015 nach 25 Prozent in 2010/2011) beziehungsweise Personen mit Berufsabschluss (64 nach 58 Prozent) wird zwischen 2010/2011 und 2015 merklich zunehmen. Gleichzeitig dürfte die Knappheit von Arbeitskräften mit anderen Qualifikationen merklich abnehmen (14 nach 19 Prozent).

Foto: ifo Institut, Sonderumfrage im Oktober 2010 unter den Teilnehmern der ifo Personalleiterbefragung
7 / 10

Zwischen 2015 und 2020 wird sich die Situation nach Einschätzung der Unternehmen hingegen nicht wesentlich verändern.

Foto: ifo Institut, Sonderumfrage im Oktober 2010 unter den Teilnehmern der ifo Personalleiterbefragung
8 / 10

Um einem möglichen Fachkräftemangel zu begegnen, setzen die Firmen für 2010/2011 vor allem auf gezielte Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen (71 Prozent). Fast die Hälfte der befragten Unternehmen versucht zudem, die eigenen Fachkräfte durch gezielte Maßnahmen an den Betrieb zu binden. Knapp 30 Prozent führen spezielle Rekrutierungsmaßnahmen durch. 15 Prozent der Firmen treffen strategische Entscheidungen (Outsourcing, Zukäufe, Verlagerung, Kooperationen/Netzwerke), um den Mangel an Fachkräften zu verringern beziehungsweise. ihm vorzubeugen. Bei der Anwerbung legen manche Firmen zudem Wert auf monetäre Anreize oder auch auf eine altersgerechte Ausstattung des angebotenen Arbeitsplatzes. Andere Betriebe gaben an, sehr auf eine positive Außendarstellung als Arbeitgeber zu achten beziehungsweise berichteten davon, zukünftig verstärkt ausländische Fachkräfte anzuwerben.

Foto: ifo Institut, Sonderumfrage im Oktober 2010 unter den Teilnehmern der ifo Personalleiterbefragung
9 / 10

Die Ergebnisse der Fragen 2 (zum Umfang des Fachkräftemangels) und 3 (zur Art des Mangels) zeigen, dass die Firmen die größten Herausforderungen hinsichtlich der Anpassung an die neuen Gegebenheiten innerhalb der nächsten fünf Jahre erwarten. Dementsprechend nehmen auch die Anstrengungen zur Vermeidung oder Eindämmung des Fachkräftemangels zwischen 2010/2011 und 2020 merklich ab. In Bezug auf die einzelnen Maßnahmen dürfte es von Seiten der Unternehmen bereits 2015 zu einer selteneren Anwendung kommen. Beispielsweise beabsichtigen dann nur noch 62 Prozent der Firmen eine gezielte Aus- und Weiterbildung (nach 71 Prozent in 2010/2011).

Foto: ifo Institut, Sonderumfrage im Oktober 2010 unter den Teilnehmern der ifo Personalleiterbefragung
10 / 10

Im Jahr 2020 wollen sogar nur noch 55 Prozent der Unternehmen mit gezielter Aus- und Weiterbildung dem Fachkräftemangel begegnen

Foto: Frage 4 /ifo Institut, Sonderumfrage im Oktober 2010 unter den Teilnehmern der ifo Personalleiterbefragung
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.