Spaniens Bauherr Die spektakulärsten Projekte von Florentino Pérez

Der Hochtief-Angreifer Florentino Pérez ist vor allem als Präsident von Real Madrid bekannt. Doch seine Baufirma ACS ist noch beeindruckender als der galaktische Fußballclub. manager magazin präsentiert einige der Großprojekte.
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Florentino Pérez hat die größte spanische Baufirma Actividades de Construcción y Servicios (ACS) selbst gegründet, indem er mehrere malade Mittelständler sanierte und zusammenlegte. Anschließend suchte er sich immer größere Kaufobjekte, jetzt macht er den Hochtief-Aktionären ein Übernahmeangebot.

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Und das ist Pérez' Gegenspieler: Herbert Lütkestratkötter, Chef von Hochtief und nach eigenem Bekunden "Münsterländer von Geburt und Überzeugung" - stur und unbeugsam, soll das wohl heißen. Er fasst das Angebot von ACS als feindlich auf und arbeitet an einer Abwehrstrategie. Allerdings hält ACS bereits knapp 30 Prozent der Hochtief-Aktien und wäre auch mit einer geringen Annahmequote für sein karges Angebot zufrieden. Dann könnten die Spanier nach und nach eine Mehrheit an Hochtief kaufen, ohne sich übermäßig zu verschulden, und müssten kein weiteres Pflichtangebot machen, weil sie die 30-Prozent-Schwelle schon überschritten haben. Ein weißer Ritter, der ein Gegenangebot macht, dürfte in dieser Situation schwer zu finden sein.

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ACS selbst ist noch größer und vor allem profitabler als der deutsche Branchenführer - obwohl sein Geschäft zu beinahe 80 Prozent im kriselnden spanischen Markt stattfindet.

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Der Konzern hat unter anderem den Wolkenkratzer Torre Agbar in Barcelona gebaut, die Zentrale der städtischen Wasserwerke und neues Wahrzeichen der katalanischen Metropole, aber auch ...

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... die Torre de Cristal (Mitte) in Madrid, mit 249 Metern das zweithöchste Haus Spaniens. Das höchste steht mit der Torre Caja Madrid gleich nebenan. Der viertürmige Komplex Cuatro Torres Business Area entstand auf dem ehemaligen Trainingsgelände von Real Madrid, das Pérez als Vereinspräsident für 480 Millionen Euro an die Stadt verkaufte, die bereitwillig bürokratische Hürden beseitigte.

Foto: Corbis
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Staatliche Infrastrukturaufträge machen einen großen Teil des Umsatzes von ACS aus, hier das neue Terminal 4 des Flughafens Madrid-Barajas oder ...

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... eine der vielen neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken der spanischen Eisenbahn nahe León

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Trotz andauernder Wirtschaftskrise und staatlicher Sparpolitik verfolgt ACS weiter große Pläne in Spanien, wie diese Brücke über die Bucht von Cádiz

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An der neuen U-Bahn von Sevilla baute ACS ebenfalls mit, dies ist allerdings ein Projekt privater Auftraggeber

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Als gelernter Straßenbauingenieur und ehemaliger Straßenlobbyist liegt Pérez auch der Autoverkehr am Herzen. ACS betreibt mehrere Autobahnen wie diese nahe Santiago de Chile. Doch einen Anteil am spanischen Autobahnbetreiber Abertis hat der Konzern im August verkauft und bekam dafür 2,9 Milliarden Euro vom Finanzinvestor CVC. Das Geld wird für den Schuldenabbau genutzt, für die Übernahme von Hochtief und für ...

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... das wachsende Energiegeschäft, das ACS stabilisieren soll. Der Konzern ist mit inzwischen 20 Prozent größter Aktionär des führenden spanischen Energieversorgers Iberdrola. ACS gehört auch die Mehrheit am solarthermischen Kraftwerk Andasol in der Provinz Granada, das der Konzern im Auftrag der Erlanger Firma Solar Millennium baute.

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Nun geht Florentino Pérez sein bisher größtes Projekt an: die feindliche Übernahme von Hochtief, mit 66.000 Beschäftigten und 18 Milliarden Euro Umsatz der größte deutsche Baukonzern. Dieser macht durch Großprojekte wie die Hamburger Elbphilharmonie von sich reden. Den Großteil des Umsatzes erzielt Hochtief aber außerhalb Deutschlands, unter anderem mit Flughafenbeteiligungen. Interessant ist er vor allem dank der australischen Bautochter Leighton, die in Asien stark ist. Leighton ist an der Börse mehr wert als der Mutterkonzern.

Foto: Marcus Brandt/ dpa
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