Blockade aus Salzburg Woran der Flirt zwischen Porsche und Daimler scheiterte

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Die Idee: Daimler und Porsche fusionieren. Der Deal hätte die Autoindustrie radikal verändert. Und er hätte Porsche gerettet; darum ging es Wendelin Wiedeking (56). Porsche war hoch verschuldet, der Vorstandschef suchte Hilfe. Daimler hätte die Gläubiger beruhigt und die VW-Übernahme gesichert. Also kontaktierte Wiedeking im Frühjahr Daimler-Chef Dieter Zetsche (56).

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Die Verhandlungen: Daimler hätte die Fusion gewaltige Chancen geboten. Der Konzern hätte nicht nur die Porsche-Mehrheit übernommen. Zetsche hätte auch Zugriff auf VW bekommen. Seit Jahren müht sich Daimler vergeblich, profitable Kleinwagen zu bauen. Von VWs Golf-Architektur erhoffte sich Zetsche den Durchbruch für seine A- und B- Klasse, aber auch für den Smart.

Also traf man sich. Wiederholt. Mal in Stuttgart, mal am Starnberger See. Zetsche brachte Finanzchef Bodo Uebber (49) und den für Akquisitionen zuständigen Edgar Kroekel (56) mit, Wiedeking seinen Chefstrategen Michael Harmening (47) und Oberaufseher Wolfgang Porsche (66). Nach einiger Zeit zog Wiedeking auch Hans Michel Piëch (67) ins Vertrauen. Der liege über Kreuz mit seinem großen Bruder Ferdinand (72), so Wiedekings Hoffnung. Von Piëch befürchtete er Querschüsse.

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Das Ende: In der Tat, kaum erfuhr Ferdinand Piëch von dem Flirt, war es auch schon vorbei. Und das nicht nur, weil Piëch sich als junger Ingenieur erfolglos bei Daimler beworben hatte. Seine Gegenargumente waren vielfältig. So hätte Volkswagen Audi verkaufen müssen. Die Kartellbehörden hätten die Fusion sonst nicht erlaubt. Warum aber sollte VW-Chef Martin Winterkorn (62) die strahlende Marke Audi aufgeben?

Für Daimler erwies sich unter anderem die 22,5-Prozent-Beteiligung am Rüstungs- und Flugzeugbaukonzern EADS als Hindernis. Die Fusion mit Porsche hätte einen Kontrollwechsel bedeutet - und damit ein Pflichtangebot für EADS erfordert. Abgesagt wurde der schwäbische MegaDeal nie. Aber die Gespräche versickerten, gescheitert an der Erkenntnis, dass es keine Chance gibt.

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