Familie Dräger Alle Macht dem Thronfolger

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Verehrter Patriarch: Kein anderer hat die Drägerwerke so geprägt wie Heinrich Dräger, den altgediente Mitarbeiter bis heute ehrfürchtig "Doktor Heinrich" nennen. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang stand der Enkel des Firmengründers an der Spitze der Firma, bis er 1984, im Alter von 85 Jahren, abtrat und bald darauf starb.

Um Fraktionsbildungen in dem vielköpfigen Clan (allein Heinrich Dräger hatte elf Kinder von drei Frauen) zu verhindern, verordnete der Patriarch seinen Nachkommen das sogenannte Thronfolgerprinzip. Demnach darf immer nur eine einzige Person über die Geschicke des Konzerns entscheiden.

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Größter Aktionär: Heinrich Dräger hatte vor dem Börsengang 1979 die Mehrheit der Aktien seinem erstgeborenen Sohn Christian Dräger übertragen. Der wiederum gab die Anteile an seinen Filius Stefan weiter.

Der Konzern gehört heute zu 50 Prozent freien Vorzugsaktionären. Die andere Hälfte des Grundkapitals halten in Form von Stammaktien die gemeinnützige Dräger-Stiftung (21,26 Prozent), Stefan Dräger (57,48 Prozent) und einige wenige Familienangehörige (19,13 Prozent). Da Stefan Dräger (Bild) die Mehrheit der Stammaktien hält, kann er die anderen Anteilseigner jederzeit überstimmen. Mithin hat er das alleinige Sagen im Konzern. Laut Satzung dürfen die Stammaktionäre ihre Anteile nicht verkaufen.

Stefan Dräger stieg in den 90er Jahren in die Drägerwerke ein und ist seit 2005 Firmenchef. Sein Bruder schied als Kandidat aus, weil er gesundheitlich angeschlagen war, die beiden Schwestern gingen ihre eigenen Wege.

Jene Angehörigen, die Heinrich Dräger nicht am Konzern beteiligte, zahlte er aus. Etwa mit Immobilien, die bis heute an die Drägerwerke vermietet sind.

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Zurückgezogene Sippe: Außer Stefan Dräger arbeitet kein Mitglied der Dynastie in den Drägerwerken. Seit Stefans Onkel Theo 2008 aus dem Holding-Aufsichtsrat ausschied, ist auch im Kontrollgremium kein Angehöriger der rund 100-köpfigen Familie mehr vertreten. Theo und Christian Dräger haben zwar noch Büros in der Lübecker Zentrale - auf demselben Flur wie Stefan und dessen einflussreiche Frau Claudia -, sie mischen sich aber nicht in das Tagesgeschäft ein.

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