Operation Cheetah Arcandors Weg in die Insolvenz

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Montag, 2. März: Der bisherige Telekom-Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick tritt als Vorstandschef der Arcandor AG an.

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Mitte März: Angesichts der desolaten Situation bei Arcandor setzt der Chef des Konkurrenten Metro AG, Eckhard Cordes, eine interne Taskforce ein, die sich mit einer Übernahme von Karstadt-Filialen durch die Metro-Tochter Kaufhof befasst. Projektname: Cheetah.

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Mittwoch, 8. April: Es wird bekannt, dass Eick in Berlin eine Staatsbürgschaft über 650 Millionen Euro aus dem Deutschland-Fonds sondiert. Eicks Druckmittel: Sonst würden die Banken einen am 12. Juni auslaufenden Kredit über 650 Millionen Euro nicht prolongieren - es drohe die Insolvenz.

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Mittwoch, 22. April: Am Rande des Wirtschaftskrisengipfels bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprechen Cordes, der auch Vizepräsident des CDU-Wirtschaftsrats ist, und Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) erstmals über Arcandor. Cordes sagt, dass eine Staatshilfe den Wettbewerb verzerre, und bietet an, das Gros der Karstadt-Filialen zu übernehmen.

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Dienstag, 12. Mai: Cordes schreibt an Guttenberg und an den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU), dass Staatshilfen für Arcandor nicht akzeptabel seien, und schlägt eine privatwirtschaftliche Lösung vor. Kaufhof sei bereit, gut 60 Karstadt-Filialen zu übernehmen. Als Reaktion bieten beide Politiker Cordes Gespräche an.

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Sonntag, 17. Mai: Der Arcandor-Aufsichtsrat billigt den Bürgschaftsantrag.

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Montag, 18. Mai: Rüttgers (im Bild) empfängt Cordes. Der Politiker drängt darauf, dass Cordes und Eick sich treffen. Rüttgers spricht auch mit Eick. Der bittet kurz darauf um ein Gespräch mit Cordes.

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Dienstag, 19. Mai: Cordes spricht in Berlin mit Guttenberg (im Bild) über die von Metro skizzierte Lösung für Karstadt.

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Donnerstag, 21. Mai, Himmelfahrt: Eick (l.) und Cordes (r.) kommen am Frankfurter Flughafen zusammen. Außer gegenseitigen Vorwürfen bringt das Treffen nichts. Dennoch verabreden sich beide erneut, für Mittwoch, den 27. Mai.

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Freitag, 22. Mai: Eick sagt telefonisch das für Mittwoch vereinbarte Meeting mit Cordes ab, weil ihn Termine in Berlin zu sehr in Anspruch nähmen.

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Montag, 25. Mai: Arcandor-Finanzchef Rüdiger Andreas Günther (l.) cancelt kurzfristig ein für diesen Tag geplantes Treffen mit seinem Amtskollegen Thomas Unger (r.) von der Metro AG.

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Donnerstag, 28. Mai: Eick erläutert seinen Plan vor dem Bürgschaftsausschuss der Bundesregierung.

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Freitag, 29. Mai: Abgesandte von Arcandor und der Bundesregierung präsentieren den Antrag auf Staatshilfe bei der EU-Kommission in Brüssel. manager-magazin.de meldet exklusiv, dass die Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers, die im Auftrag der Bundesregierung die Voraussetzungen für eine Bürgschaftsübernahme untersuchen, einen negativen Bescheid erteilt haben.

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Pfingstwochenende, 30. Mai bis 1. Juni: An allen drei Tagen treffen sich die Partner des Bankhauses Sal. Oppenheim, das stark bei Arcandor engagiert ist, zu Krisensitzungen im Kölner Privathaus des Oppenheim-Partners und Arcandor-Aufsichtsratschefs Friedrich Carl Janssen (im Bild). Eick stößt zeitweise hinzu.

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Dienstag, 2. Juni: Inoffiziell steht seit heute in Berlin fest, dass es keine Staatshilfe für Arcandor geben wird. In Unkenntnis dessen bieten die Eigner Sal. Oppenheim und Schickedanz an, als Sicherheit ihre Arcandor-Aktien (damals knapp 60 Prozent) zu verpfänden.

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Donnerstag, 4. Juni: Die Oppenheim-Partner Janssen und Christopher von Oppenheim reden in Berlin mit Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) (im Bild). Der lehnt das Angebot ab, Arcandor-Aktien als Sicherheit zu akzeptieren. Cordes und Metro-Strategiechef Georg Mehring-Schlegel sprechen in Berlin nacheinander mit Steinmeier, dem Wirtschaftsabteilungsleiter im Kanzleramt, Jens Weidmann, und Wirtschaftsstaatssekretär Walther Otremba. Aus Brüssel kommt die Nachricht, dass EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes Hilfe aus dem Deutschland-Fonds ablehnt, da nicht die Finanzkrise Grund für die Misere bei Arcandor sei.

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Freitag, 5. Juni: "Warenhausgipfel" im Bundeswirtschaftsministerium. Teilnehmer: Für die Regierung die Staatssekretäre Otremba und Jörg Asmussen (Finanzen), für Arcandor Eick und Günther, für die Großaktionäre Janssen und Christopher von Oppenheim (mit Vollmacht von Schickedanz), für die Arcandor-Vermieter Goldman-Sachs-Deutschland-Chef Alexander Dibelius, für Metro Cordes, Unger und Mehring-Schlegel sowie die Vertreter der Arcandor-Gläubigerbanken. Dibelius teilt mit, dass Arcandor die Mietzahlungen eingestellt habe. Unterstützung aus dem Deutschland-Fonds, das ist nun offiziell, bekommt Arcandor nicht. Der Konzern schiebt einen Antrag über eine Rettungshilfe in Höhe von 437 Millionen Euro nach.

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Sonntag, 7. Juni: Vier-Augen-Gespräch zwischen Janssen und Cordes am Münchener Flughafen. Anschließend Meeting von Eick, Cordes, Janssen und Dibelius in dessen Münchener Villa. Beide Treffen verlaufen ergebnislos.

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Montag, 8. Juni: Die Bundesregierung lehnt eine Rettungshilfe ab. Arcandor kündigt an, am nächsten Morgen einen nachgebesserten Antrag vorzulegen.

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Dienstag, 9. Juni: Der Chef der Arcandor- Tochter Quelle, Marc Sommer, versucht den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) telefonisch zu bewegen, sich öffentlich für eine Staatshilfe zu verwenden. Seehofer, gerade auf dem Weg nach Luxemburg, lehnt nach kurzer Rücksprache mit Guttenberg ab. Arcandor verzichtet auf einen neuen Antrag auf Staatshilfe und meldet Insolvenz an (im Bild: Konzernchef Eick nimmt Stellung zum Insolvenzantrag). Die Gespräche mit Metro werden auf Eis gelegt.

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