Start-ups Erfolg in der Krise

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Es gibt gute Gründe, warum Start-ups gerade jetzt eine Chance haben, sich am Markt zu bewähren. Die Wirtschaftskrise zwingt zu schlankeren Strukturen, die Produkte müssen perfekt zum Markt passen. Das Gründerportal foerderland.de  hat sieben Antworten auf Fragen zusammengestellt, die sich um das Gründen in der Krise drehen.

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Warum gibt es weniger Geld für Gründer?

Eine aktuelle Untersuchung zeigt: In den USA stehen 20 Prozent weniger Venture-Capital zur Verfügung als vor der Finanzkrise. Das wurde für Start-ups im Web-2.0-Bereich ermittelt – ein Ergebnis, das in Europa sicher ähnlich ausfallen würde. Denn viele Venture-Capital-Gesellschaften stoßen im Moment auf Schwierigkeiten, wenn sie bei Banken, Fonds oder Versicherungen Kapital einwerben wollen. Entsprechend weniger Geld können sie an Start-ups weitergeben. Auch Business Angels sind zurückhaltender geworden – Gründer kommen in der Krise nicht leicht an Kapital. Aber ist das immer ein Nachteil?

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Wie wird weniger Kapital zur wirtschaftlichen Chance?

Abschied vom Wolkenkuckucksheim: Wenn potentielle Kapitalgeber noch strengere Kriterien anlegen, bevor sie investieren – dann müssen Gründer ihre Geschäftsidee viel präziser auf den Punkt bringen. Der Businessplan sollte Hand und Fuß haben, ein möglicher Gewinn nicht zu hoch angesetzt werden. Weniger Euphorie und mehr Realismus – so bietet die Krise die Chance, ein solides Unternehmen zu gründen, das auch weniger Risiko-Kapital braucht, um am Markt bestehen zu können. Der Grund: Alle Kosten kommen viel gründlicher auf den Prüfstand als vor der Krise.

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Welche Rolle spielt die "Family and Friends"-Finanzierung?

Familiensinn: Banken zögern bei der Kreditvergabe, institutionelle Investoren halten sich zurück – da bekommen Verwandte und Freunde eine ganz neue Bedeutung. Mancher Gründer sammelt Kapital in der Familie ein; Eltern unterstützen ihre Kinder, indem sie sogar Hypotheken auf das eigene Haus aufnehmen. Auch die eigenen Ersparnisse fließen in das neue Unternehmen. Aber Vorsicht: Wer auf diese Form der Finanzierung zurückgreift, geht ein gewisses Risiko ein: Scheitert die Gründung, können Freundschaften ruiniert sein – und Familienbanden halten auch nicht ewig.

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Warum sind Netzwerke so wichtig?

Kontaktfreude: Sie waren schon vor der Krise wichtig – Kontakte, die Türen öffnen, wo eine offizielle Bewerbung im Papierkorb landet. Wer sich auf sein persönliches Netzwerk konzentriert, kann Referenzen erhalten, die Vertrauen herstellen: Potentielle Investoren verlangen dann eine geringere Risikoprämie. Networking ist gerade in der Krise entscheidend: Es gibt viele Organisationen, in denen sich Gründer engagieren können, zum Beispiel Alumni-Vereine oder Gründernetzwerke, aber auch wirtschaftliche Initiativen vor der eigenen Haustüre.

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Was spricht für eine staatliche Förderung?

Staatsknete: Wenn sich private Investoren bedeckt halten, lohnt es sich besonders, beim Staat anzuklopfen. Er stellt in sehr unterschiedlicher Form Fördermittel bereit – als zinsgünstige Darlehen, Zuschüsse oder Beteiligungen. Eine wichtige Adresse ist die KfW-Mittelstandsbank, die zum Beispiel das "KfW-Startgeld" als Darlehen anbietet. Oder der High-Tech Gründerfonds, der bei Gründungen aus dem Technologiebereich einsteigt. Wer aus der Arbeitslosigkeit gründet, kann bei der Arbeitsagentur den "Gründungszuschuss" beantragen – bis zu 15 Monate lang.

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Warum können Gründer in der Krise die Nase vorne haben?

Flexibilität: Wer ein kleines Budget hat, muss seine Kosten im Griff haben – und entwickelt schlanke Strukturen. So sind Start-ups flexibler als die etablierte Konkurrenz, die in der Krise Ballast abwerfen muss. Gründer müssen ihre Produkte exakt auf den Markt abstimmen, sonst haben sie keine Chance in wirtschaftlich schweren Zeiten. Kundenorientierung als Überlebensstrategie. Und: Steigern Gründer mit ihren technischen Lösungen die Effizienz von Prozessen, finden Sie gerade in der Krise neue Kunden. Im folgenden Aufschwung haben sie die Nase vorne.

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Warum haben Unternehmer einen psychologischen Vorteil?

Ein Unternehmen zu gründen, bedeutet: volles, wirtschaftliches Risiko, 60-Stunden-Woche und manche schlaflose Nacht. Aber in der Krise ergibt sich ein großer, psychologischer Vorteil: Ein Angestellter muss um seinen Arbeitsplatz fürchten, er ist abhängig von Vorgesetzen – der Unternehmer hat es selbst in der Hand, wie er seine Existenz sichert. Sein Engagement gibt den Ausschlag, wie er durch die Krise kommt. Kunden akquirieren? Kosten reduzieren? Produkte entwickeln? Ein Gründer entscheidet selbst, wie es weitergeht – ein echter, psychologischer Vorteil.

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