Industrieproduktion Die fünf Schlüsselbranchen

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Industrie 2015: Auto

Neue Realitäten
Überkapazitäten (2009 weltweit 33 Prozent) bleiben auf Jahre bestehen; Luxussegment stark betroffen durch US-Baisse, CO2-Einsparungen und verändertes Konsumentenverhalten; Autos sind anfällig für Protektionismus (bei L-Rezession massiv).

Szenarien
U-Rezession: Konsolidierung und Insolvenzen bei Zulieferern; branchenweiter Kapazitätsabbau; Hersteller verlagern Produktion an billigere Standorte und zu Absatzmärkten; Luxushersteller unter Druck.
L-Rezession: extreme Konsolidierung unter Zulieferern; Premiumhersteller finanziell instabil; deutsche Branchenstruktur ändert sich durch Fusionen im Luxussegment; Produktion wandert beschleunigt ab.
Umsatzgefährdung bis 2015:
10 bis 30 Milliarden Euro (U-Rezession);
70 bis 120 Milliarden Euro (L-Rezession)
Umsatz 2007: 334 Milliarden Euro
Beschäftigungsrückgang bis 2015:
120.000 bis 165.000 (U-Rezession);
255.000 bis 370.000 (L-Rezession)

Beschäftigungsentwicklung bis zu minus 45 Prozent*
*In Relation zu 2007: 829.000 Beschäftigte.

Foto: DDP
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Industrie 2015: Maschinenbau

Neue Realitäten
Weltweit geringerer Bedarf wegen Überkapazitäten in Abnehmerindustrien (Auto etc.) und Investitionsboom der letzten Jahre (Maschinenpark ist relativ neu); Protektionismusgefahr gering, da deutsche Technologie weltweit führend ist.

Szenarien
U-Rezession: stark exportabhängige Branche (Ausfuhrquote zuletzt 70 Prozent), leidet extrem unter Weltwirtschaftskrise; Lowtech-Maschinen produzieren Schwellenländer zunehmend selbst; Pleiten von kapital- und know-how-schwachen Firmen.
L-Rezession: Exportnachfrage sinkt dauerhaft dramatisch; Substitution durch lokale Anbieter in Schwellenländern; hoher Konsolidierungsdruck in Deutschland; Gefahr einer Vielzahl von Insolvenzen im Mittelstand.
Umsatzgefährdung bis 2015:
20 bis 25 Milliarden Euro (U-Rezession);
60 bis 80 Milliarden Euro (L-Rezession)
Umsatz 2007: 204 Milliarden Euro
Beschäftigungsrückgang bis 2015:
215.000 bis 275.000 (U-Rezession);
405.000 bis 500.000 (L-Rezession)

Beschäftigungsentwicklung bis zu minus 45 Prozent*
*In Relation zu 2007: 1,1 Millionen Beschäftigte.

Foto: DPA
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Industrie 2015: Chemie

Neue Realitäten
Strukturelle Überkapazitäten: Chemie leidet unter Rückgang in den Sparten Auto, Konsumgüter, Elektronik, Bau; rohstoffnahe Chemie wandert verstärkt an die Quellen (Persischer Golf, Russland); kundennahe Produktion geht zunehmend zu asiatischen Abnehmern; Protektionismusgefahr gering.

Szenarien
U-Rezession: starker Absatzeinbruch; kleine und mittlere Standorte in reichen Ländern schließen; Preisdruck stärkt Standorte in Rohstoffnationen; Tendenz zu internationaler Konsolidierung.
L-Rezession: dauerhafte Exporteinbußen; Kapazitätsaufbau in Asien und am Golf; Schließung von deutschen Standorten; kleinere Anbieter verschwinden vom Markt.
Umsatzgefährdung bis 2015:
0 bis 15 Milliarden Euro (U-Rezession);
25 bis 40 Milliarden Euro (L-Rezession)
Umsatz 2007: 127 Milliarden Euro
Beschäftigungsrückgang bis 2015:
0 bis 65.000 (U-Rezession);
95.000 bis 125.000 (L-Rezession)

Beschäftigungsentwicklung bis zu minus 39 Prozent*
*In Relation zu 2007: 322.000 Beschäftigte.

Foto: DPA
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Industrie 2015: Elektro

Neue Realitäten
Heterogenes Bild: Energie- und Infrastrukturtechnik werden abhängiger von Staatsprogrammen; Rückgang bei Automatisierungstechnik, Prozessautomatik und Bauelementen, weil Abnehmerindustrien sparen; nur geringe Protektionismusgefahr; bei Kommunikationstechnik steigender Konkurrenzdruck aus Asien.

Szenarien
U-Rezession: große Teile der Branche kaum betroffen; Energie profitiert von Subventionen; Halbleiterindustrie existenziell gefährdet.
L-Rezession: angespannte Staatsbudgets erfordern Kürzungen bei Infrastruktur- und Umweltprogrammen; allgemeiner Protektionismus behindert Export; Kapazitätsstilllegungen.
Umsatzgefährdung bis 2015:
0 (U-Rezession);
2 bis 5 Milliarden Euro (L-Rezession)
Umsatz 2007: 187 Milliarden Euro
Beschäftigungsrückgang bis 2015:
0 (U-Rezession);
130.000 bis 150.000 (L-Rezession)

Beschäftigungsentwicklung bis zu minus 14 Prozent*
*In Relation zu 2007: 1,1 Millionen Beschäftigte.

Foto: REUTERS
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Industrie 2015: Metall

Neue Realitäten
Große Protektionismusgefahr; zunehmende Umstellung auf lokale Produktion in Schwellenländern; Hauptabnehmer (Auto, weiße Ware, Bau) in schwerer Krise.

Szenarien
U-Rezession: er starke Exportrückgang trifft die Branche hart (Exportquote zuletzt 61 Prozent); Ausfuhr von Basisprodukten überproportional betroffen; beschleunigte Verlagerung der Produktion in die Abnehmerländer; beginnende Konsolidierung in Deutschland.
L-Rezession: dauerhafter Produktionsrückgang; Basisprodukte nicht mehr exportierbar; heftige Konsolidierung; hohe Insolvenzgefahr bei kleineren und mittleren Produzenten in Deutschland.
Umsatzgefährdung bis 2015:
0 bis 20 Milliarden (U-Rezession);
30 bis 45 Milliarden Euro (L-Rezession)
Umsatz 2007: 190 Milliarden Euro
Beschäftigungsrückgang bis 2015:
0 bis 235.000 (U-Rezession);
285.000 bis 385.000 (L-Rezession)

Beschäftigungsentwicklung bis zu minus 32 Prozent*
*In Relation zu 2007: 1,2 Millionen Beschäftigte.

Foto: DPA
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