Kandidat Steinmeier Groß, kühl, nicht mehr unbekannt

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Die Wurzeln des Kandidaten: Frank-Walter Steinmeier hat es verstanden, sein Privatleben privat sein zu lassen. Frühe Fotos gibt es wenige. 1972 spielte er als 16-Jähriger (vorn, Dritter von rechts) für den TuS Brakelsiek bei Detmold. Sein Spitzname (ohne jede Bedeutung): "Prickel". In dem Ort lebte er bis zum Antritt seines Wehrdienstes.

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Steinmeier soll für die SPD in den Wahlkampf ziehen. Teilnehmer der SPD-Führung zeigten sich verärgert darüber, dass sie die Entscheidung für eine Kanzlerkandidatur aus den Medien erfahren hatten.

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Juristenpaar: Frank-Walter Steinmeiers Ehefrau Elke ist Verwaltungsrichterin, das Paar hat eine Tochter. In den Medien findet dieser Teil von Steinmeiers Leben nicht statt.

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Strippenzieher, Jurist und Politologe: Nach einem Intermezzo als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Gießen begann er eine steile Karriere in der ministerialen Bürokratie. (Archivbild von 1998).

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Die Niedersächsische Staatskanzlei war Steinmeiers Einstieg in die Politik. Die Stationen: 1991 Referent für Medienrecht und -politik. 1993 Büroleiter des Ministerpräsidenten. 1994 Leiter der Abteilung für Richtlinien der Politik. 1996 Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei, hier bei der Amtseinführung. (Links im Bild: der damals scheidende Staatskanzleichef Willi Waike).

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Binnen zwei Jahren hatte es Steinmeier zum Mann hinter Gerhard Schröder gebracht. 1998 wurde er Staatssekretär auf Bundesebene und Beauftragter für die Nachrichtendienste. Kurz darauf berief ihn Schröder zum Chef des Kanzleramts.

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Vertrauliche Runde mit Wolfgang Clement und Peter Struck im Jahr 2002: In der Öffentlichkeit kennt ihn zu diesem Zeitpunkt nach wie vor kaum jemand, in der Politik aber ist Steinmeier längst eine Größe. Als es um die Planung des Wahlkampfs geht, darf Schröders Vertrauer und Stratege Steinmeier nicht fehlen.

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Düstere Tage nach der Wahl: Gerhard Schröder und Frank-Walter Steinmeier verlassen am 9. Oktober 2005 einen Verhandlungssaal, in dem zwischen SPD und CDU über die Macht im Land gerungen wird. Am Ende geht Schröder, und Steinmeier bleibt - als Außenminister der Großen Koalition.

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Kollegen: Neu- und Alt-Außenminister Steinmeier und Joschka Fischer treffen aufeinander. Der eine ist 2005 noch immer ein weitgehend unbekannter Politiker, der andere einer der populärsten, die dieses Amt je innehatten. Quer durch die Geschichte der Republik gehörten die Außenminister stets zu den beliebtesten Politikern im Land, ...

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... und daran begann Steinmeier nach seiner Vereidigung am 22. November 2005 auch zu arbeiten. Viele Bundesbürger nahmen den Namen Frank-Walter Steinmeier zum ersten Mal wahr, als er in das Amt kommt.

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Weltdiplomat: Mit den Großen der Welt (hier im November 2005 mit dem damaligen Uno-Generalsekretär Kofi Annan) ist das kein Problem: Steinmeier gilt als harter Verhandler, aber auch als Pragmatiker, ...

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... der auch gegenüber den USA deutsche Interessen diplomatisch geschickt vertritt. Schnell wird klar: Der große, kühle Unbekannte war keine schlechte Wahl. Nüchternheit und Seriösität werden seine Markenzeichen.

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Steinmeier vor Ort: Öfter reist er nach Afghanistan, hier 2006. Zeitweilig wird sein Job zu einem Balanceakt, als sich abzeichnet, dass auch die Kanzlerin die Außenpolitik für sich entdeckt.

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Die Annäherung an den Wähler fällt zunächst schwerer. Spätestens ab 2007 sucht Steinmeier auch eine stärkere Wahrnehmung im Inland. Im November des Jahres besucht er das Berliner Tonstudio des türkischstämmigen Sängers Muhabbet (r.), gemeinsam mit dem französischen Außenminister Bernard Kouchner, um ein Lied für Verständigung aufzunehmen. Noch wird ihm so eine demonstrierte Volks- und Jugendnähe nicht so richtig abgekauft ...

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... denn Steinmeier gilt nach wie vor als steif. Dass er hier den Ball nicht trifft, hat aber keine körperlichen Gründe - in Brasilia posiert er im Mai 2006 als Fußballer für die Fotografen. Die stehen direkt vor ihm, was einen echten Schuss unmöglich macht. Steinmeier ist endgültig auf der politischen Bühne angekommen, auf der alles immer auch Inszenierung ist.

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So wie die oft demonstrierte Einigkeit mit Angela Merkel? Spätestens, als es im Frühjahr 2008 eng für Parteichef Kurt Beck wird, beginnt Merkel Steinmeier als potenziellen Konkurrenten um ihr Amt zu sehen. Kein Wunder: Immer lauter ventilieren Kreise innerhalb der SPD die Möglichkeit, Steinmeier als Kanzlerkandidaten ins Rennen zu schicken. Steinmeier wiegelt ab ...

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... und bereitet sich doch darauf vor. Er wird allgegenwärtig (hier bei einem Besuch bei Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzegger). Sein Aktionsradius reicht längst von der politischen Bühne ...

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... bis ins Bierzelt: Immer häufiger werden Bilder, die ihn menschelnd zeigen. Der ehemalige Kurzzeit-SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck beschert Steinmeier im Sommer 2007 einen ersten eigenen Wahlkreis im Haveland. Hier wird sich Steinmeier bei der Bundestagswahl 2009 dem Popularitätstest stellen.

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Kühle Zeiten: Im März 2008 treffen mit Steinmeier und Beck einer der populärsten und einer der unpopulärsten SPD-Spitzenpolitiker aufeinander, die Debatte über die K-Frage beginnt.

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Barack Obama und Steinmeier: Charismatiker trifft auf Pragmatiker. Aber etwas hat sich verändert seit 2005, als Steinmeier aus den Hinterzimmern der Politik in die erste Reihe aufrückte, vom Strippenzieher zum Repräsentanten wurde. Auch er selbst ist nicht mehr ohne eigenes Charisma, kein kühler Fremdkörper mehr im Business der politischen Akteure ...

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... sondern einer, dem man nun auch das Lachen abkauft. Der Außenminister wirkt lockerer - selbst bei heiklen Missionen wie hier zu Besuch beim frisch gewählten russischen Präsidenten Dimitrij Medwedew. Nicht zuletzt ...

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... ist er längst einer der bekanntesten und beliebtesten Politiker im Land. Noch immer scheint er auf keine seiner vielen Bühnen wirklich hundertprozentig zu passen, aber auf alle passt er hinreichend - die Zeiten, in denen er mitunter seltsam deplaziert wirkte, sind vorbei.

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Seit dem 6. September 2008 ist klar: Das alles wollen Steinmeier und die SPD nutzen, sich gegen den Trend doch noch eine Chance im Bundestagswahlkampf zu erstreiten.

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Das Wahlprogramm beschlossen, die Kritiker besänftigt, nun will SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier loslegen: Am 19. April 2009, bei der Vorstellung des SPD-Regierungsprogramms im Berliner Tempodrom, kritisierte Steinmeier die Verantwortlichen der Finanzkrise, in der Bevölkerung habe sich viel Wut angestaut: "In unserem Land gärt es."

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"Ich will regieren, und zwar als Bundeskanzler" - klare Botschaft vom Spitzenkandidaten der SPD, der unter dem Motto "Das Neue Jahrzehnt" im Tempodrom sein Wahlprogramm präsentiert

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"Yes, he can Kanzler!" erinnert an den erfolgreichen Wahlkampf von US-Präsident Barack Obama - allerdings ist der Spruch nur als Scherz gemeint. Ein Mitarbeiter der Satire-Sendung "Extra 3" hatte das Plakat zum SPD-Konvent mitgebracht.

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Podest in der Mitte, die Zuschauer drumherum, der Spot ist an: Auch der Bühnenaufbau im Tempodrom erinnert an den Wahlkampf um das Weiße Haus.

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Die SPD-Führungsspitze verfolgt den Auftakt der Veranstaltung im Tempodrom: Unter anderen sind im Bild zu sehen (vorne von links) Gesine Schwan, Franz Müntefering, Steinmeiers Frau Elke Büdenbender, Steinmeier selbst, Andrea Nahles, Peer Steinbrück sowie (hinten von links) Heidemarie Wieczorek-Zeul, Ulla Schmidt und Peter Struck.

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