Kredite, Garantien, Eigenkapital Wie die HRE Milliarden Steuergeld verschlingt

Der Bund übernimmt die mit Milliardenverlusten kämpfenden Münchner Immobilienbank Hypo Real Estate. Für die HRE belaufen sich die Finanzhilfen bislang auf über 100 Milliarden Euro - und ein Ende ist nicht in Sicht. Es folgt ein Überblick über die Stützungsmaßnahmen für die Bank.
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Kreditlinien: 50 Milliarden Euro.
Das Geld kommt von anderen Banken, Versicherungen und der Bundesbank. Damit wurde die HRE, die durch akute Liquiditätsnöte ihrer irischen Staatsfinanzierungstochter Depfa in Bedrängnis kam, Ende September und Anfang Oktober gleich zwei Mal vor dem Zusammenbruch bewahrt. Zunächst ging es um 35 Milliarden Euro, eine Woche später mussten die Darlehen um 15 Milliarden aufgestockt werden. Die Kreditlinie läuft bis Ende 2009 und ist teilweise mit einer Garantie des Bundes versehen.

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Überbrückungsgarantien: 15 Milliarden Euro.
Weil die Verhandlungen über die Ausgestaltung der 50-Milliarden-Hilfe sich hinzogen und die Kredite letztlich erst Mitte November zur Verfügung standen, erhielt die Bank zur Überbrückung Ende Oktober eine Sonderliquiditätshilfe in Höhe von 15 Milliarden Euro. Diese ist mittlerweile ausgelaufen.

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Liquiditätsgarantien: 52 Milliarden Euro
Um den Kapitalmarkt anzapfen zu können, haben die Münchner zudem aus dem Banken-Rettungsfonds der Bundesregierung (SoFFin)Bürgschaften erhalten: 20 Milliarden Euro im November; im Dezember dann weitere zehn Milliarden. Mitte Januar wurde der Rahmen um zwölf Milliarden Euro aufgestockt, einen Monat später kamen noch einmal zehn Milliarden Euro hinzu.

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Eigenkapital: mindestens 3,3 Milliarden Euro
Finanzkreisen zufolge braucht die HRE mindestens zehn Milliarden Euro - durch Kapitalerhöhungen oder stille Einlagen. Zunächst übernimmt der Staat in vier Schritten die Bank:

Im März sicherte sich der Bund 8,7 Prozent der HRE-Aktien und zahlte dafür 60 Millionen Euro.

Im April und Mai lief ein Übernahmeangebot an die freien Aktionäre. Für knapp 125 Millionen Euro stockte der Bund auf 47,3 Prozent auf.

Die Hauptversammlung im Juni genehmigte eine Kapitalerhöhung. Für 2,96 Milliarden Euro kann der Bund so viele neue Aktien kaufen, dass sein Anteil auf 90 Prozent steigt.

Anschließend sollen die verbliebenen Aktionäre abgefunden werden. Bei einem Preis von 1,39 Euro je Aktie würde das rund 170 Millionen Euro kosten.

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