Mercedes im Überblick Vom Silberpfeil bis zur blauen Null

Sie legten Ende des 19. Jahrhunderts den Grundsteim für den motorisierten Individualverkehr: Gottlieb Daimler und Carl Benz. Seit 1924 gehören die einstigen Konkurrenten Daimler-Motoren-Gesellschaft und Benz & Cie zusammen. SPIEGEL ONLINE zeigt einige Meilensteine in der Geschichte der automobilen Wegbereiter.
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Pionierfahrt: Im August 1888 fährt Carl Benz Gattin Bertha mit dem Patent-Motorwagen von Mannheim nach Pforzheim. Mit dabei sind die Söhne Eugen und Richard. Sie will mit dem Ausflug beweisen, dass der Wagen zuverlässig funktioniert und man mit ihm auch große Strecken zurücklegen kann. Die Darstellung zeigt die Reisenden beim Kauf von Benzin, das damals in Apotheken angeboten wurde.

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Pkw-Pioniere: 1924 schlossen die Firmen der Gründer Gottlieb Daimler (l.) und Carl Benz eine Interessengemeinschaft. Aus ihr ging zwei Jahre später die Daimler-Benz AG hervor.
Daimler erfand 1883 den ersten schnelllaufenden Benzinmotor, Benz baute 1886 das erste ganzheitliche Automobil: den Benz Patent-Motorwagen.

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Mercedes Silberpfeil: Von 1934 bis 1936 wurden im Modell W25 16 Siege bei Grand-Prix- und anderen bedeutenden Rennen gewonnen.
Das Volant mit einem Acht-Zylinder-Kompressor-Motor leistete bis zu 494 PS und gierte dabei nach bis zu 98 Litern Sprit auf 100 Kilometern.

Foto: Getty Images
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Mercedes 220a: Dieses Modell war die Luxusversion des Mercedes 180 und besaß gegenüber diesem Wagen eine um 17 Zentimeter längere Karosserie sowie einen um 13 Zentimeter längeren Radstand.
Die Baureihe W120 gilt als der Urahn der E-Klasse. Wer es während des Wirtschaftswunders zu etwas gebracht hatte, konnte es mit der klassischen Limousine aus Stuttgart zeigen.

Foto: Tom Grünweg
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Mercedes 220 SEb: Im August 1959 stellte der Hersteller diese Baureihe mit der Bezeichnung W111/112 vor. Sie setzte Maßstäbe in Sachen passiver Sicherheit: Erstmals kam in einem Serienfahrzeug eine Fahrgastzelle mit Knautschzonen vorn und hinten zum Einsatz.
Ebenfalls neu waren bei Mercedes Servolenkung und Luftfederung. Für ein Cabrio der Baureihe in gutem Zustand müssen Liebhaber heute bis zu 90.000 Euro bezahlen.

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Mercedes Strich-Acht: Die Stuttgarter produzierten die Baureihe W114/115 (im Bild ein W115) von 1968 bis 1976. Das auch als Strich-Acht bekannte Modell ist heute ein beliebter Oldtimer.
Technisch gaben sich die Stuttgarter damals modern und verpassten dem Strich-Acht eine sogenannte Diagonal-Pendelhinterachse mit vier Gelenken. Zuvor setzte der Autobauer auf eine einfache Pendelachse, die deutlich schlechtere Fahreigenschaften zur Folge hatte.

Foto: Roman Büttner
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Mercedes G-Klasse: Seit 30 Jahren ist die Mercedes G-Klasse in nahezu unveränderter Form erhältlich und gilt als Inbegriff des deutschen Geländewagens.
Der Geländewagen thront auf einem festen Kastenrahmen und wurde ursprünglich für militärische Zwecke entwickelt.

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Mercedes S-Klasse: Dieses Auto steht für Luxus und Komfort. Außerdem ist die Baureihe Innovationsträger für neue Technologien, die später auch in anderen Fahrzeugsegementen eingesetzt werden.
Die aktuelle Version ist seit 2005 zu Preisen ab rund 72.000 Euro auf dem Markt.

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Jahrelanges Missmanagement: Zwei Vorstandsvorsitzende ruinierten Daimler beinahe. Mitte der achtziger Jahre wollte der damalige Vorstandsvorsitzende Edzard Reuter Daimler-Benz zu einem "integrierten Technologiekonzern" ausbauen. Dem Unternehmen bescherte diese Strategie 1993 Milliardenverluste - unter anderem durch teure Ausflüge in das Reich der Elektronik (AEG), des Militärs und der Luft- und Raumfahrt (Dasa).
Reuter wurde 1995 von Jürgen Schrempp (hier ein Foto von 2002) als Vorstandsvorsitzender abgelöst, der viele Zukäufe rückgängig machte. Doch auch Schrempp sorgte für Aufsehen: Mit der "Hochzeit im Himmel" - der Fusion mit dem amerikanischen Chrysler-Konzern. Durch die Fusion wollte Schrempp eine "Welt AG" schmieden. Auch dieser Zusammenschluss wurde 2007 rückgängig gemacht.

Foto: DPA
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Neuer Firmenlenker: Seit 1976 ist der in Istanbul geborene Dieter Zetsche im Unternehmen tätig. Nachdem er sich an der Sanierung der maroden US-Tochter Chrysler versucht hatte, übernahm er Anfang 2006 den Posten des Vorstandsvorsitzenden von Jürgen Schrempp. Eine seiner ersten großen Amsthandlungen war 2007 der Verkauf Chryslers an die Investmentgesellschaft Cerberus Capital Management.

Foto: DPA
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Mercedes C-Klasse: Das Mittelklassemodell ist für den Stuttgarter Autobauer das wichtigste Auto. Die aktuelle Version ist als Limousine seit 2007 auf dem Markt.

Bei der Ausstattungsvariante Elegance (im Bild) befindet sich der Mercedes-Stern traditionell auf der Motorhaube, während die Avantgarde-Modelle ein im Kühlergrill integriertes Markenzeichen zieren.

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Mercedes SL 65 AMG Black Series: Wer einen absurd starken Mercedes fahren möchte, dem liefert Haustuner AMG eine SL-Sonderserie. 670 PS machen das Auto zum mächtigsten Mercedes, 327.250 Euro zu einem der teuersten.
Der Zwölfzylindermotor wird von zwei Turboladern unter Druck gesetzt, und das maximal mögliche Drehmoment von 1200 Nm wurde mit Rücksicht auf das Getriebe auf 1000 Nm begrenzt.

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Mercedes E-Klasse: Bis Anfang 2009 konnten die Stuttgarter mehr als zehn Millionen Modelle der E-Klasse verkaufen. Nicht umsonst nennte Konzernchef Zetsche die Baureihe "das Herz der Marke".
Im Vergleich zu seinem Vorgänger soll das Auto nach Herstellerangabe bis zu 23 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen.

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Mercedes F700: Dieses Forschungsfahrzeug, das auf der IAA 2007 debütierte, könnte man als die S-Klasse der Zukunft bezeichnen.
Das imposante Konzeptauto braucht kaum mehr Kraftstoff als ein Kleinwagen. Obendrein bietet der F700 allerlei Verwöhnfunktionen, die Stillstand im Stau oder zähflüssige Stopp-and-Go-Fahrerei erträglich machen sollen.

Foto: AP
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Mercedes-McLaren SLR Stirling Moss: Im Mai 2009 beendet Mercedes die Fertigung des Super-Sportwagens McLaren SLR. Als finale Krönung der Baureihen gibt es das auf 75 Exemplare limitierte Sondermodell SLR Stirling Moss.
Der offene Zweisitzer mit V8-Kompressormotor und 650 PS Leistung braucht für den Standard-Sprint von 0 auf 100 km/h weniger als 3,5 Sekunden. Dafür ist ein Preis von 892.500 Euro fällig.

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Mercedes Blue Zero: Unter der Haube des Elektromobils steckt die Struktur der aktuellen B-Klasse, doch die Karosserie der Blue-Zero-Modelle zeigt eine stark veränderte Frontpartie sowie eine auffällige Kante an der Flanke, die nach einem Knick unten an der vorderen Tür aufsteigt bis zu den Rücklichtern.
Geht es nach Daimler-Chef Dieter Zetsche, sollen drei Konzepte für eine saubere Zukunft sorgen: Eine Variante mit Elekromotor, der über Lithium-Ionen-Batterien mit Strom versorgt wird, der Blue-Zero-F-Cell mit einer Brennstoffzelle, die aus Wasserstoff Strom erzeugt und eine Version mit Elektromotor und Verbrenner als Generator.

Foto: REUTERS
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Markenzeichen: Seit fast hundert Jahren ziert der Mercedes-Stern die Fahrzeuge des Herstellers.
Der Name Mercedes geht zurück auf den Geschäftsmann Emil Jellinek, der Ende des 19. Jahrhunderts mit Daimler-Fahrzeugen handelte und damit an Rennen teilnahm. Dort startete er unter dem Pseudonym Mercedes - in Anlehnung an den Kosenamen seiner Tochter Mercédès.

Foto: DDP
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