Königlich bayerisches Amtsgericht Maschmeyers Millionenstreit um GKM

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Die Vorgeschichte: Nachdem Carsten Maschmeyer sein Unternehmen im Dezember 2007 an die Swiss Life verkauft hatte, hatte er zwar einen dreistelligen Millionenbetrag mehr auf dem Konto, gleichzeitig aber auch ein paar Berater weniger. Den Aderlass wollte Maschmeyer durch den Zukauf kleinerer Vertriebsfirmen auffangen.

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Annäherungsversuche: Fast ein Jahr lang versuchte er deshalb, Reinhard Listl (46) dessen Unternehmen GKM - eine Art AWD in Miniaturformat - abzukaufen. Dabei legte der Hannoveraner die gewohnte Hartnäckigkeit an den Tag: Er belagerte Listl am Rand eines Hotel-Swimmingpools in Dubai, besuchte den Bayern mehrere Male zu Hause in Kelheim bei Regensburg und versuchte, ihm bei Schweinebraten und Bier den Verkauf des Unternehmens schmackhaft zu machen. Mitte Februar 2008 bot er ihm zum ersten Mal 40 Millionen Euro an. Listl lehnte ab, Maschmeyer ließ nicht locker.

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Das Geschenk: Als der GKM-Chef im Frühjahr für die FDP in den örtlichen Stadtrat einzog, gratulierte Maschmeyer mit einer 250.000-Euro-Spende, die der Bayer an die Parteizentrale in Berlin weiterleiten sollte, so jedenfalls erzählt es Listl. Weil aber Maschmeyer anonym bleiben wollte, sagen die Liberalen, hätten sie die Zuwendung ablehnen müssen. Maschmeyer dagegen will nie die Absicht gehabt haben, die FDP mit Geld zu bedenken, und deklariert die Summe heute als Entschädigung für die Auslagen, die Listl während des Verkaufsprozesses entstanden seien.

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Der geplatzte Deal: Anfang September schien Maschmeyer am Ziel. Listl gab sich verkaufswillig, aber nur zu seinen Bedingungen. 40 Millionen Euro wollte er für seine Firma haben, und der AWD sollte vor dem Kauf keinen Blick in die GKM-Bücher werfen dürfen. Für den Fall, dass der Deal am Veto von Großaktionär oder Aufsichtsrat scheitern sollte, habe sich Maschmeyer dazu verpflichtet, die GKM persönlich zu übernehmen und den Kaufpreis aus eigener Tasche zu bezahlen - soweit Listls Version. Am 10. September wurde der Handel auf der Terrasse von Maschmeyers Anwesen am Rande des Stadtforsts von Hannover besiegelt, und der AWD-Gründer persönlich soll mit einem Anruf bei der Deutschen Bank dafür gesorgt haben, dass die Gutschrift problemlos über die Bühne ging - so weit wieder Listls Sicht der Dinge. Knapp 48 Stunden später erklärten die AWD-Anwälte die Vereinbarung für null und nichtig, weil man den Kauf ohne vorherige Due Diligence nicht akzeptieren wollte. Seither liefern sich beide Parteien ausgiebige juristische Scharmützel. Listl pocht auf die Erfüllung des Kaufvertrags, und Maschmeyer, der sich auf den Standpunkt stellt, lediglich einen Vorvertrag geschlossen und eine Sicherheitszahlung im Namen des AWD geleistet zu haben, versucht seine 40 Millionen Euro wiederzubekommen.

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Der vorerst letzte Akt: Mitte November überwies Maschmeyer 274.368 Euro Prozesskostenvorschuss und reichte Klage beim Landgericht Regensburg ein. Ein Termin für die Hauptverhandlung soll nach Gerichtsangaben in den nächsten Wochen festgesetzt werden. Es ist damit zu rechnen, dass die Hauptverhandlung im April oder Mai stattfinden wird.