Opel Was passiert bei einer GM-Insolvenz?

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Wie unmittelbar steht eine Insolvenz bevor?

Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) kann derzeit nur durch Staatshilfen überleben. Ohne weiteres Geld droht die Pleite. Die bisherigen Kredite von 13,4 Milliarden Dollar reichen laut GM nur noch bis Ende März. Dann steht die US-Regierung (Foto: Barack Obama bei einem Besuch in einem GM-Werk) vor der Wahl: Will sie die Hilfen auf die insgesamt geforderten 30 Milliarden Dollar aufstocken? Oder schickt sie GM mit dem ebenfalls bedrohten Hersteller Chrysler zur Sanierung in eine geordnete Insolvenz?

Texte: dpa

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Welche Arten der Insolvenz sind grundsätzlich möglich?

Das US-Recht kennt zwei Hauptformen der Insolvenz. Unternehmen mit Überlebenschancen beantragen meist ein Verfahren nach Kapitel elf des Insolvenzrechts (Chapter Eleven). Sie können unter Aufsicht eines Richters zunächst geschützt vor Gläubigern weiterarbeiten, Ballast abwerfen und sich so womöglich sanieren. Kapitel sieben des Gesetzes (Chapter Seven) regelt dagegen die endgültige Abwicklung von zu schwachen Unternehmen.

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Welchen Insolvenzweg würde GM gehen?

Fast alle großen US-Airlines machten zur Sanierung bereits eine Insolvenz mit Gläubigerschutz durch. Auch für GM wird für den Fall einer Insolvenz in aller Regel über diesen rettenden Weg diskutiert - allein schon wegen der je nach Schätzung drei bis gut vier Millionen Jobs, die von der gesamten Branche abhängen. Das Verfahren kann sich jedoch über Jahre hinziehen. So steckt die einstige GM-Zuliefertocher Delphi (Foto) bereits seit 2005 in der Insolvenz.

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Was spricht für eine Insolvenz als Sanierungsweg?

Die größten Belastungen der Autobauer sind riesige Schuldenberge, nicht wettbewerbsfähige Löhne und hohe Sozialkosten. Zwar laufen schon jetzt Verhandlungen mit Gewerkschaft (Foto: Streikende UAW-Kollegen) und Gläubigern. Unter dem Druck eines Insolvenzverfahrens könnten aber Experten zufolge weit größere Zugeständnisse erreicht werden.

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Was spricht gegen diese Variante zur Rettung?

Manche Branchenkenner bezweifeln, dass die Hersteller überhaupt sanierbar sind und eine Insolvenz jemals wieder verlassen könnten. Auch GM-Chef Rick Wagoner meint zum Gläubigerschutzverfahren: "Das käme einer Abwicklung gleich." Verbraucher würden keine Autos eines Herstellers kaufen, den es morgen vielleicht nicht mehr gibt.

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Was kostet ein Insolvenzverfahren?

GM hat für den Fall einer Pleite eine Rechnung von 100 Milliarden Dollar aufgemacht. Das wäre gut dreimal so viel wie die verlangten Kredite und bei weitem eine Rekordsumme in einem solchen Fall. Viele Experten und Politiker werfen GM (Foto: CEO Rick Wagoner) daher überhöhte Horrorzahlen vor, um neue Darlehen durchzusetzen. Sie warnen vor einem Fass ohne Boden.

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Woher kommt das Geld für eine geordnete Insolvenz?

Auch unter US-Gläubigerschutz ist zur Sanierung natürlich frisches Geld nötig. Diese speziellen Darlehen sind aber für neue Kreditgeber laut Experten vergleichsweise sicher, weil sie in jedem Fall als erste ihr Geld zurückbekommen - vor allen alten Gläubigern. Nicht wenige Fachleute glauben daher, dass sich dafür anders als in der jetzigen Lage von GM (Foto: Konzernzentrale in Detroit) auch Banken finden ließen.

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Was passiert, wenn eine Sanierung schiefgeht?

Bei einem Scheitern droht ein Dominoeffekt. Außer GM selbst stünden sofort Tausende Händler, Zulieferer und andere abhängige Firmen vor dem Aus und mit ihnen womöglich Millionen von Jobs (Foto: Graffiti in Detroit). Auch die übrigen US-Hersteller und ausländische Autobauer etwa aus Deutschland bekämen große Probleme, weil sie zum Beispiel mit denselben Zulieferern zusammenarbeiten. Allenfalls auf lange Sicht könnten sie vom Untergang eines Konkurrenten profitieren.

Texte: dpa

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