Angekratztes Image Wo SAP seinen Ruf retten muss

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Zu viele Kunden verärgert: Die Walldorfer profitierten Jahrzehnte von dem Ruf, auf die Bedürfnisse ihrer Kunden ganz genau einzugehen. Dafür stand noch Firmenmitgründer Dietmar Hopp persönlich ein. Unter dem Druck, die Marge zu erhöhen, hat sich SAP 2008 aber verhoben: Eine Erhöhung der Wartungsgebühren provozierte beim deutschen Mittelstand die Revolte.

Taktisch unklug: Der Vorstand weigerte sich lange, auf die Beschwerden überhaupt zu reagieren – und das mitten in der Finanzkrise. Angesichts der Proteststürme von Miele, Tognum, MTU Aero Engines, Villeroy & Boch und Co. hat SAP die Kündigungen der Wartungsverträge nun aufgehoben. Die Kunden müssen erst ab 2010 mehr zahlen. Der Ruf vom Wohlfühlkonzern für alle ist aber dahin.

Im Bild: Tognum-Chef Volker Heuer ärgerte sich wie viele Mittelständler über höhere Wartungskosten

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Zu viel versprochen: Pressekonferenz in New York, große Erwartungen: Bis 2010 werde SAP 10.000 neue Kunden gewinnen, die dann eine Milliarde Euro Umsatz einbrächten. Das Rezept dafür: eine neuartige Software für mittelständische Unternehmen, die im Internet gemietet werden kann (Business By Design). Doch SAP stoppte aufgrund zu hoher Kosten die Markteinführung 2008, der Neustart soll nun 2009 gelingen. Das Tüftlerimage der Deutschen ist angeschlagen.

Foto: DPA
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Zu oft vor Gericht: Eine Milliarde Dollar Schadensersatz will Rivale Oracle wegen angeblicher Industriespionage von SAP. 2010 könnte das Urteil ergehen, die beschuldigte Tochter Tomorrow Now hat SAP mittlerweile dichtgemacht. Auch unzufriedene Kunden zogen zuletzt vor Gericht, so die Baumarktkette Hornbach und der US-Konzern Waste Management. Positive Schlagzeilen sehen anders aus.

Im Bild: Oracle-Chef Larry Ellison zerrt die Walldorfer mit Spionagevorwürfen vor Gericht

Foto: Getty Images
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