Fehlversuche Die größten gescheiterten Firmenübernahmen

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Knapp an der Fehlschlagliste vorbeigeschrammt: Die Commerzbank übernimmt die Dresdner Bank nun doch bereits zum Januar komplett und zahlt statt rund 10 Milliarden Euro jetzt nur 5,1 Milliarden Euro. Zudem wird die Allianz als bisherige Dresdner-Mutter nach dem neuen Fahrplan nur mit 18,4 und nicht mit 30 Prozent an dem neuen fusionierten Bankhaus beteiligt sein.

Wäre die Einigung nicht zustande gekommen, hätte es der Deal in die Top Ten der deutschen Übernahmefehlschläge geschafft. Weltweit aber geht es um viel, viel höhere Summen. Hier folgt die weltweite Hitliste der gescheiterten Firmenübernahmen:

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Nummer eins der Fehlschlagliste: Der britisch-australische Rohstoffkonzern BHP Billiton hat seine feindliche Übernahmeofferte für den Konkurrenten Rio Tinto zurückgezogen. Es wäre wegen der weltweiten Konjunkturabkühlung nicht im Interesse der Aktionäre gewesen, die Großfusion weiter zu verfolgen, begründete BHP-Billiton-Chairman Don Argus die Entscheidung des Konzerns aus Melbourne. Er hatte die Transaktion im Wert von zwischenzeitlich 147,8 Milliarden Dollar selbst angezettelt.

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Nummer zwei: Die US-Telefonfirmen MCI Worldcom und Sprint scheiterten im Juli 2000 mit ihren Fusionsplänen am Widerstand der Kartellbehörden. Das Geschäft hätte ein Volumen von 110,74 Milliarden Dollar gehabt. Die Vorteile der Fusion würden durch die geforderten Auflagen zunichte gemacht, ließen beide Unternehmen damals in einer gemeinsamen Erklärung mitteilen.

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Nummer drei: Das britische Geldhaus Barclays hat im Oktober vergangenen Jahres seine Niederlage im Ringen um die niederländische Bank ABN Amro eingestanden. Die Briten waren mit ihrem Kaufangebot über 90,96 Milliarden Dollar gescheitert, weil sie die Summe mit eigenen Aktien bezahlen wollten. Doch deren Kurs war im Laufe des Bieterwettstreits gesunken. Schließlich setzte sich die Royal Bank of Scotland durch.

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Nummer vier: Das Pokerspiel zwischen dem italienischen Unternehmen Olivetti und der Deutschen Telekom um die Übernahme der Telecom Italia hatten die Italiener 1999 für sich entschieden. Olivetti hatte sich bis zum Abend des 19. Mai mehr als 50 Prozent des Kapitals der Telecom Italia gesichert. Damit war der Übernahmeversuch des größten hiesigen Telekommunikationsunternehmens gescheitert. Die Telekom hatte 90,75 Milliarden Dollar für seinen Konkurrenten aus Südeuropa geboten.

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Nummer fünf: Die US-Pharmariesen American Home Products (AHP) und Warner-Lambert hatten sich im November 1999 schon geeinigt. Der Zusammenschluss im Wert von 73,05 Milliarden Dollar hätte das seinerzeit weltweit größte Pharmaunternehmen entstehen lassen - und den damaligen Marktführer Astra Zeneca somit ausgestochen. Doch es kam anders.

Nach monatelangem Tauziehen stimmte Warner-Lambert im Februar 2000 schließlich im Grundsatz einer Fusion mit dem Konkurrenten Pfizer zu. Damit war AHP mit seinem Gebot über 73,05 Milliarden Dollar für Warner-Lambert gescheitert.

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Nummer sechs: Das Übernahmeangebot des größten deutschen Energiekonzerns Eon für den spanischen Stromversorger Endesa scheitere offiziell am 10. April 2007. Den Düsseldorfern waren schließlich nur 6 Prozent der Endesa-Aktien zum Kauf angeboten worden, obwohl der hiesige Branchenprimus 72,44 Milliarden Dollar für seinen spanischen Konkurrenten zahlen wollte. Doch es gab Hindernisse.

Eon hatte bei seinen Übernahmeplänen von Beginn an mit hartem politischen Gegenwind zu kämpfen. Die spanische Energiekommission stellte zunächst umfangreiche Hürden auf, die dann teilweise von der Regierung zurückgenommen wurden. Die Europäische Union hatte die Übernahmepläne von Eon für Endesa zuvor ohne Auflagen genehmigt.

Eon musste sich schließlich seinen Rivalen Enel und Acciona mit einer Vereinbarung beugen, wonach der Konzern umfangreiche Beteiligungen in Südeuropa im Wert von mehr als zehn Milliarden Euro übernehmen konnte. Aber nicht den Konzern Endesa.

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Nummer sieben: Die Telefonfirmen BellSouth und MCI Worldcom hatten sich im Oktober 1999 einen heftigen Bieterwettstreit um ihren Branchenkonkurrenten Sprint geliefert. Schließlich scheiterte BellSouth mit seinem Gebot über 69,13 Milliarden Dollar. Sprint, der ehemalige US-Partner der Deutschen Telekom, verbündet sich mit MCI WorldCom. Die Fusion per Aktientausch hatte einen Wert von 129 Milliarden Dollar.

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Nummer acht: Der US-Kabelnetzbetreiber Comcast gab seinen feindlichen Übernahmeangriff auf Walt Disney nach zweieinhalb Monaten im April 2004 auf. Comcast habe das Angebot im Wert von 66,6 Milliarden Dollar angesichts fehlenden Interesses bei Walt Disney zurückgezogen, sagte der damalige Firmenchef Brian Roberts damals. Man müsse wissen, wann es Zeit sei aufzugeben. Damit hatte der seinerzeit bereits angeschlagene Disney-Chef Michael Eisner die Unabhängigkeit des Unterhaltungsriesen erfolgreich verteidigt.

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Nummer neun: Es hätte wieder eine Elefantenhochzeit gegeben - eine rein US-amerikanische. Comcast, viertgrößter Kabelbetreiber der USA, hatte 53,86 Milliarden Dollar in Aktien für den drittgrößten Kabelbetreiber der Staaten geboten, die Mediaone Group.

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Nummer zehn: Die feindliche Übernahme begann am 5. Juli 1999 mit einem ersten Angebot von TotalFina an die Aktionäre von Elf. Der Konzern bot damals vier eigene Aktien gegen drei Papiere von Elf. Der Wert der Offerte: 42 Milliarden Euro. Zwei Wochen später konterte Elf mit einem Gegenangebot: Der Konzern wollte 53,77 Milliarden Euro für TotalFina hinlegen. Von der Regierung in Paris, die seit der Privatisierung noch über eine sogenannte "goldene Aktie" verfügt und damit die Übernahme per Veto hätte verhindern können, bekam Elf jedoch keine Schützenhilfe.

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