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Die Situation: Mit der Pleite von Lehman Brothers, der viertgrößten US-Investmentbank, nahm das Unheil im September seinen Lauf: Aus einem Abwärtstrend an den Börsen wurde ein Crash, aus Unsicherheit wurde Angst. Am 8. Oktober unterschritt der Deutsche Aktienindex Dax erstmals seit 2004 wieder die Marke von 5000 Punkten. Die Finanzkrise riss den gesamten Markt in ihren Sog. Aber sind die Kurse so tief gefallen, dass sich für Anleger bereits wieder Chancen bieten? Oder werden Aktien noch billiger?

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Die Analyse: Antworten liefert die von den Kapitalmarktexperten des Beratungshauses Deloitte berechnete Wachstumserwartung. Die Kennzahl gibt an, welche Entwicklung der Ergebnisse im Aktienkurs bereits enthalten ist. Ist der Wert positiv, rechnet die Börse mit Ergebnissteigerungen. Ein negativer Wert deutet darauf hin, dass die Investoren mit sinkenden Erträgen kalkulieren.

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Die Ergebnisse: Bereits vor der Lehman-Pleite wiesen nahezu alle Branchen eine deutlich geringere Wachstumserwartung aus als noch vor einem Jahr (siehe Grafik rechts). Das heißt, die Börsianer schätzten die Aussichten schon sehr viel verhaltener ein. Gleichwohl ist die durchschnittliche Wachstumserwartung noch positiv; die Kurse enthalten also im Schnitt weiterhin einen Aufschlag für künftige Gewinnsteigerungen - trotz drohender Rezession. Für drei Branchen jedoch ist die Stimmung klar negativ: Neben dem Energiesektor sind dies die Branchen Banken und Versicherungen - angesichts der Krise im Finanzsektor kaum verwunderlich.

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Die Deutung: Und was sagen die Zahlen für einzelne Firmen aus? "Bleibt die Ergebnisentwicklung hinter der Wachstumserwartung zurück, drohen fallende Kurse", erklärt Deloitte-Partner Rolf Epstein. "Kurssteigerungen sind nur dann wahrscheinlich, wenn die Erwartungen übertroffen werden." Beispiel Eon: Der Versorger hat eine negative Wachstumserwartung, obwohl die Kennzahl für die gesamte Branche positiv ist. Die Marktteilnehmer gehen also davon aus, dass es Vorstandschef Wulf Bernotat nicht schafft, Umsatz und Gewinn weiter zu steigern wie zuletzt. Gelingt es dem Konzern jedoch, seine aktuellen Ergebnisse auch nur zu halten, hat die Aktie noch Potenzial.

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