Bailout, Sauvetage, Rettung Was die einzelnen Staaten tun

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USA: Im Ursprungsland der Krise soll der Bankenbranche ein Paket im Volumen von 700 Milliarden Dollar helfen. Kernidee ist, dass der Staat den Banken faule Kredite abkauft. Die Regierung steigt auch direkt bei notleidenden Geldinstituten ein. In einem ersten großen Schritt hatte die US-Regierung 125 Milliarden Dollar (knapp 97 Milliarden Euro) in neun wichtige Großbanken investiert. 1800 börsennotierte Finanzhäuser wollen womöglich Finanzspritzen des Staats beantragen.

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Japan: Zum Rettungspaket gehören vor allem Maßnahmen zur Rekapitalisierung von Banken. Statt zwei Billionen Yen soll die Obergrenze für solche staatlichen Finanzspritzen für angeschlagene Banken laut Medien nun zehn Billionen Yen (84 Milliarden Euro) betragen.

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Deutschland: Das Hilfspaket der Bundesregierung ist bis zu 500 Milliarden Euro schwer. Die Bundesbank darf unter anderem staatliche Garantien "bis zur Höhe von 400 Milliarden Euro" für kurzfristige Kredite der Banken untereinander abgeben. Für weitere 70 Milliarden Euro kann der Staat bei Finanzinstituten einsteigen und ihnen faule Papiere abkaufen. Die Inanspruchnahme ist freiwillig. Da Managergehälter auf 500.000 Euro begrenzt und Boni bei einem Staatseinstieg gestrichen werden sollen, hat es bisher erst wenige Hilfsanfragen gegeben.

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Frankreich: Das Hilfspaket hat ein Volumen von 360 Milliarden Euro. Für Garantien von Bankenkrediten stehen 320 Milliarden Euro bereit, für 40 Milliarden Euro können Anteile an notleidenden Banken gekauft werden. Das Geld wurde wie in Großbritannien rasch an "bedürftige" Banken verteilt, da sie zur Aufstockung des Eigenkapitals vom Staat zur Annahme verpflichtet worden waren. In einem ersten Schritt stärkte Frankreich seine Großbanken und Sparkassen bis zum Jahresende mit 10,5 Milliarden Euro Eigenkapital. Für 2009 werden weitere 10,5 Milliarden bereitgestellt. Als Gegenleistung müssen die Institute ihren Geldverleih an Bürger und Unternehmen um 3 bis 4 Prozent erhöhen und auf unangemessene Managerentlohnungen verzichten.

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Großbritannien: Am Paket der Regierung von Premier Gordon Brown haben sich viele Staaten - auch Deutschland - orientiert. Es sieht Bürgschaften und die Teilverstaatlichung von Banken vor. Die Hilfen sind rund 500 Milliarden Pfund (616 Milliarden Euro) schwer. Für 50 Milliarden Pfund will der Staat bei acht der größten Banken einsteigen und bekommt dafür stimmrechtslose Vorzugsaktien. Die erste Kapitalspritze von 37 Milliarden Dollar galt der Royal Bank of Scotland sowie die vor einer Fusion stehenden HBOS und Lloyds TSB. Die Regierung will auch Bankenanleihen von rund 250 Milliarden Pfund garantieren. Mindestens 200 Milliarden Pfund sollen als zusätzliche Liquidität in den Markt fließen.

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Irland: Die irische Regierung verkündete als erste eine Garantie auf alle Einlagen bei den sechs großen Banken des Landes, das Volumen der Zusage wird auf rund 400 Milliarden Euro geschätzt. Daraufhin zogen andere Länder mit ähnlichen Maßnahmen nach oder erhöhten die jeweiligen nationalen Garantiebeträge: Griechenland, Österreich, Schweden, Dänemark. Auch die EU will die Vorgaben für die gesetzliche Einlagensicherung schrittweise aufstocken.

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Niederlande: Die Regierung garantiert Kredite der Banken untereinander im Volumen von 200 Milliarden Euro. Für Investitionen in Banken stehen 20 Milliarden Euro zur Verfügung. Zuvor wurde für 16,8 Milliarden Euro das Geschäft des niederländischen Teils des Bankkonzerns Fortis komplett vom Staat übernommen. Der Finanzkonzern ING bekam eine staatliche Kapitalspritze von zehn Milliarden Euro.

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Spanien: Das spanische Hilfspaket sieht eine Garantie auf Bankenkredite im Volumen von 100 Milliarden Euro in diesem Jahr vor. Spanien leidet besonders unter dem Verfall der Häuserpreise.

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Schweden: Das Paket ist umgerechnet 152 Milliarden Euro schwer. Es umfasst hauptsächlich Bürgschaften für die Banken.

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Österreich: Die österreichische Regierung nimmt insgesamt 100 Milliarden Euro in die Hand: 85 Milliarden Euro für Kreditgarantien und 15 Milliarden für Kapitalspritzen. Österreich verstaatlichte im Zuge dessen erstmals eine durch die Finanzkrise in akute Bedrängnis geratene Bank: Der Staat übernahm für symbolische zwei Euro 99,8 Prozent an Österreichs achtgrößter Bank Kommunalkredit.

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Italien: Es gibt Hilfsmaßnahmen, deren Volumen auf 20 Milliarden Euro geschätzt wird. Es geht vor allem darum, die Regeln zu lockern, für welche Sicherheiten Banken frisches Geld leihen können.

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Belgien: Gleich mehrfach rettete der Staat Banken: Die Regierung gab Fortis eine Kapitalspritze von 4,7 Milliarden Euro und griff der Bank Dexia unter die Arme. Zusammen mit Frankreich und Luxemburg bekam der Immobilienfinanzierer eine Kapitalerhöhung in Höhe von 6,4 Milliarden Euro. Zudem bekam der Finanzkonzern KBC eine Finanzspritze von 3,5 Milliarden Euro.

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Russland: Die verschiedenen staatlichen Maßnahmen zur Stützung der Bankenbranche addieren sich auf 150 Milliarden Dollar. Die Finanzmarktaufsicht setzt immer wieder den Handel an den Börsen aus, um den Kursverfall zu stoppen.

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Schweiz: Der Staat griff der Bank UBS mit einer Millionenspritze unter die Arme. Ein Paket von insgesamt 68 Milliarden Franken (45 Milliarden Euro) rettete vorerst den mit zwei Billionen Franken größten Vermögensverwalter der Welt.

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Island: Die Regierung kann per Gesetz die Kontrolle über die gesamte Bankenbranche übernehmen. Mehrere große Banken wurden verstaatlicht, nachdem die Bevölkerung gegen die Wirtschaftspolitik des Landes protestiert hatte. Allerdings kann der Staat aufgrund der großen Auslandsgeschäfte der Banken deren Verluste kaum allein tragen, das Land wäre ohne die Milliardenkredite des Auslands bereits bankrott. Die Banken sollen Verbindlichkeiten in Höhe von rund 900 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (14,5 Milliarden Euro) haben.

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