CSU-Vorsitzende Ochsensepp, FJS und preußischster Bayer

Bis zum Münchner Parteitag 2007 hatte die CSU seit ihrer Gründung 1945 sechs Vorsitzende. Die prägendsten waren Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber.
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Josef Müller (1898-1979): Der erste Vorsitzende der CSU, die er mitbegründete. Der "Ochsensepp" genannte Jurist machte sich für eine interkonfessionelle christliche Partei stark. Müller hatte den CSU-Chefposten von 1945 bis 1949 inne. Während der NS-Zeit hatte er dem Vatikan heimlich Einmarschdaten der deutschen Armee geliefert und war später mehrmals inhaftiert, unter anderem in den Konzentrationslagern Buchenwald und Dachau.

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Hans Ehard (1887-1980): Er wurde 1949 als Kompromisskandidat an die Spitze der Partei gewählt, sah sich aber mehr als Ministerpräsident denn als Parteichef. Angeblich soll er als Vorsitzender überhaupt nur ein einziges Mal die Parteizentrale betreten haben. Bayerischer Regierungschef war er dagegen gern und gleich zwei Mal: Von 1949 bis 1955 sowie zwischen 1960 und 1962.

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Hanns Seidel (1901-1961): Der Rechtsanwalt stand von 1955 bis 1961 an der Spitze der CSU und war von 1957 bis 1960 Regierungschef in Bayern. Seidel krempelte die Partei um, machte sie von der Honoratioren- zur Massenpartei und führte ein modernes Parteimanagement ein. Hanns Seidel gab seine Ämter wegen einer Rückenverletzung auf, die er bei einem Autounfall erlitten hatte.

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Franz Josef Strauß (1915-1988): Der Übervater der CSU, genannt FJS. 27 Jahre lang, von 1961 bis 1988, leitete Strauß die Partei - so lange wie kein anderer. Bei seiner Kandidatur 1955 fiel er noch gegen Seidel durch. Insgesamt 14 Mal stellte er sich nach 1961 zur Wiederwahl und war zudem von 1978 bis 1988 bayerischer Ministerpräsident - bis zu seinem plötzlichen Tod: Am 3. Oktober 1988 starb Strauß nach einem zwei Tage zuvor bei einem Jagdausflug erlittenen Kreislaufzusammenbruch.

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Theo Waigel (geboren 1939): Er sprang ein, als die Partei nach dem plötzlichen Tod von Franz Josef Strauß vor einem Vakuum stand. Waigel führte die CSU von 1988 bis 1999, verzichtete zuletzt auf eine weitere Kandidatur, weil ihm der innerparteiliche Rückhalt fehlte.

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Edmund Stoiber (geboren 1941): Der preußischste Bayer, der protestantischste Katholik, der jemals an der CSU-Spitze war. Als Ministerpräsident (1993-2007) führte er das Land wie ein Vorstandsvorsitzender, als CSU-Chef (1999-2007) richtete er die Partei auf sich aus. Am Ende der Regentschaft des Fast-Kanzlers (2002), Fast-EU-Kommissionspräsidenten (2004) und Fast-Bundespräsidenten (2004) steht Bayern glänzend da.

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Erwin Huber (geboren 1946): Huber stand zusammen mit Beckstein bereit, als Stoiber gestürzt wurde - was ihm viele in der Partei bis heute vorhalten. Er war 1967 bis 1983 Kreis- und Bezirksvorsitzender der Jungen Union und ist seit 1978 Mitglied des Bayerischen Landtags. 1994 wird er in die von Edmund Stoiber geführte Bayerische Staatsregierung berufen, am 29. September 2007 wird er zum neuen CSU-Parteivorsitzenden gewählt. Das Wahldebakel der CSU am 28. September 2008, bei der die Partei die absolute Mehrheit verliert, könnte ihn das Amt kosten.

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