Beispiel Zwangsarbeiter-Stiftung Wie das Kanzleramt die Wirtschaft brüskiert

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Die Initiative: Mit der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft will die deutsche Wirtschaft ihrer Verantwortung für jene Zwangsarbeiter gerecht werden, die während des Zweiten Weltkriegs in deutschen Unternehmen ausgebeutet wurden. Das Stiftungskapital von rund 5 Milliarden Euro kam im Jahr 2000 je zur Hälfte vom Bund und von der deutschen Wirtschaft. Seitdem wurden 4,4 Milliarden Euro Entschädigung an gut 1,6 Millionen ehemalige Zwangsarbeiter gezahlt.

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Der Streit: Die Stiftung geht wesentlich auf die Initiative des FDP-Politikers Otto Graf Lambsdorff (81) und des ehemaligen Daimler-Finanzvorstands Manfred Gentz (66) zurück. Nach dem Willen der Wirtschaft sollte mit Gentz ab September erstmals ein Vertreter der Unternehmensseite das Kuratorium der Stiftung führen. Doch Merkel, die das alleinige Vorschlagsrecht besitzt, designierte den Ex-Staatssekretär Michael Jansen (67) zum neuen Kuratoriumschef und Gentz lediglich zu seinem Stellvertreter.

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Die Folgen: In einem Brief an die Kanzlerin (siehe Ausriss ganz rechts) erklärt Gentz seinen Rücktritt aus dem Kuratorium. Andere Wirtschaftsvertreter werden möglicherweise folgen. In einem zweiten Brief an mehrere Konzernchefs erläuterte Gentz seine Position. Im Effekt sichert sich das Kanzleramt die Herrschaft über die Stiftung mitsamt ihren öffentlichkeitswirksamen Projekten.

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Eklat: Weil er beim Kuratoriumsvorsitz übergangen wurde, erklärt Gentz gegenüber Merkel seinen Rückzug und erläutert gegenüber den Stifterunternehmen zusätzlich seine Beweggründe.

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