Abwehrschlacht Welche Waffen Conti hat

Der Autozulieferer Continental hat verschiedene Möglichkeiten, um eine feindliche Übernahme durch die Schaeffler-Gruppe zu vereiteln. Dabei sind dem Vorstand aber nach dem Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG) enge Grenzen gesetzt.
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Kapitalerhöhung: Continental prüft derzeit die Ausgabe neuer Aktien, um den Anteil von Angreifer Schaeffler zu verwässern und die Übernahme zu erschweren. Einen entsprechenden Vorratsbeschluss hat Contichef Wennemer bereits in der Tasche. Damit könnte die Übernahme für den Angreifer deutlich teurer werden.

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Einen weißen Ritter suchen: Eine beliebte Strategie zur Abwehr einer feindlichen Übernahme ist die Suche nach einem "weißen Ritter". Das ist ein Unternehmen, das der zu übernehmenden Gesellschaft zur Seite springt und mit einer freundlichen - und in der Regel höheren - Offerte den Angreifer aus dem Rennen wirft. Ob allerdings der Autozulieferer Bosch (Zentrale in Gerlingen) als weißer Ritter für Conti in Frage kommt, ist zu diesem Zeitpunkt reine Spekulation.

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Rechtliche Probleme bereiten: Mit der Beschwerde bei der Finanzaufsicht Bafin und der Argumentation, Schaeffler habe gegen Meldepflichten verstoßen und sich "widerrechtlich" an Conti angeschlichen, hat Continental bereits den ersten Hebel gezogen. Das Unternehmen könnte zumindest Zeit gewinnen, so lange die Behörde die Vorwürfe prüft. Außerdem könnte Conti dem Angreifer kartellrechtliche Probleme bereiten: Das Zielunternehmen Conti übernähme in diesem Fall noch während des laufenden Angebots von Schaeffler ein anderes Unternehmen, etwa einen Konkurrenten. Dabei müssten Kartellvorschriften eingehalten werden, wenn bestimmte Schwellenwerte überschritten werden. Für den Jäger ist das ein Stolperstein, da vor der Übernahme die Entscheidung der Wettbewerbshüter abzuwarten ist.

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Verkauf von Unternehmensanteilen: Das angegriffene Unternehmen könnte gerade die Geschäftsteile verkaufen, auf die es der Jäger abgesehen hat. Auf diese Weise würde dem Bieter der Anreiz für eine Übernahme genommen. Die Conti-Reifensparte bietet sich für diese Strategie weniger an, eher der Bereich Technologie. Gelingt die Übernahme, fürchtet Conti umso mehr, dass Schaeffler zur Finanzierung des Deals die Reifensparte verkauft.

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Pac-Man-Vorgehen: In einem solchen Fall würde der Vorstand eine Gegenofferte vorlegen. Damit würde der Jäger zum Gejagten. Als Vorstufe könnte das Ziel der Übernahme versuchen, selbst eine Beteiligung am angreifenden Unternehmen aufbauen. Bei einem Familienunternehmen wie der Schaeffler-Gruppe ist diese Strategie aber aussichtslos - obwohl Conti deutlich größer ist als Angreifer Schaeffler.

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Giftpille: Der Verteidiger kauft bewusst ein Unternehmen, das für den Angreifer unattraktiv wäre. Auch diese Strategie ist im Abwehrkampf Conti gegen Schaeffler aber unwahrscheinlich.

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Öffentlichkeit: Eine weitere Möglichkeit wäre, über die Öffentlichkeit und eine großangelegte Werbekampagne Investoren zur Ablehnung des Angebots zu bewegen. Dem Angreifer soll so klar gemacht werden, dass er nicht mit Zustimmung rechnen kann. Schaeffler hat allerdings bereits Zugriff auf 36 Prozent an Conti und will sich nach eigenen Angaben notfalls mit einem Minderheitsanteil zufrieden geben. Am Standort Hannover ließen sich die Mitarbeiter mobilisieren, die im Fall einer Übernahme den Verlust ihrer Arbeitsplätze fürchten.

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Kauf eigener Aktien: Der Vorstand könnte den Kauf eigener Aktien in Gang setzen. Damit würde möglicherweise der Börsenwert des Zielunternehmens steigen und die Attraktivität der Offerte sinken. Damit könnte der Angreifer zum Nachbessern gezwungen werden, was die Übernahme verteuern würde. Doch auch diese Strategie bringt wenig, wenn sich Schaeffler (Zentrale in Herzogenaurach) zunächst mit dem bereits erworbenen Anteil zufriedengibt.

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