Hart wie die Mark 60 Jahre in Bildern

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Ludwig Erhard: Der spätere Wirtschaftsminister und Bundeskanzler war 1948 Leiter der Sonderstelle "Geld und Kredit" der britisch-amerikanischen Militärverwaltung. Er ließ die Währungsreform vorbereiten und staatliche Preiskontrollen aufheben. Am 20. Juni 1948 erhielt jeder Bundesbürger 40 D-Mark, die alte Reichsmark galt nichts mehr. Löhne und Mieten wurden 1 zu 1 umgetauscht, Bargeld, Sparguthaben und Schulden stark abgewertet. Gewinner waren die Besitzer von Sachvermögen.

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Rosinenbomber: Drei Tage später führten die Westalliierten die neue Währung auch in den drei Westsektoren Berlins ein. Die Sowjetunion antwortete mit einer Wirtschaftsblockade - einer der Höhepunkte des Kalten Kriegs. Die Luftbrücke der Amerikaner sicherte die Versorgung der West-Berliner.

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Wirtschaftswunder: Das Ende der Preiskontrollen entfesselte den Markt, zusätzlich half die internationale Wirtschaftshilfe mit dem Marshallplan dem jungen Staat auf die Beine. Schon in den frühen 50er Jahren beruhte das westdeutsche Wachstum vor allem auf Exporterfolgen, aber auch der Konsum im Inland legte kräftig zu. Symbol für Massenwohlstand ist der Volkswagen Käfer, dessen einmillionstes Exemplar 1955 gebaut wurde.

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Bundesbank: Erst 1957 löste die bundesdeutsche Zentralbank die Bank deutscher Länder ab. Das Bundesbankgesetz legte die Unabhängigkeit der Notenbank von politischen Weisungen fest und verpflichtete sie allein dem Ziel der Geldwertstabilität - Zentralbanken anderer Länder hatten auch die Aufgabe, für Wirtschaftswachstum zu sorgen.

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Saargebiet: Im Jahr 1959 galt die D-Mark auch im zehnten Bundesland. Die französischen Besatzer hatten dort den Saar-Franken eingeführt. Ansonsten war die Bundesrepublik währungspolitisch schon längst in der internationalen Normalität. Seit 1952 gehörte sie dem Bretton-Woods-System stabiler Wechselkurse an. Jahrelang galt der Wechselkurs 4,20 Mark für einen US-Dollar, doch die starke deutsche Wirtschaft sorgte für Aufwertungsdruck.

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Das Ende von Bretton Woods: Bis 1973 waren die USA Garanten der internationalen Währungsstabilität nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch die Entwertung des Dollar ließ das System schrittweise auseinanderbrechen. Ab 1961 wertete die D-Mark auf. Als Frankreich 1969 ein Flugzeug voll Dollar-Noten in Washington in Gold umtauschen wollte, waren die USA zahlungsunfähig. 1971 beendete Präsident Richard Nixon die Goldbindung, im März 1973 lösten die Staaten das System fester Wechselkurse auf. Im freien Floating gewann vor allem die D-Mark an Wert. Bis dahin war der Dollar stets mehr als drei Mark wert. Im April 1995 entsprach ein Dollar nur noch 1,36 Mark.

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Wiedervereinigung: Mit dem Beitritt der ehemaligen DDR am 3. Oktober 1990 vollendete die Bundesrepublik unter Kanzler Helmut Kohl ihren Aufstieg. Schon am 1. Juli hielt die D-Mark auch in Ostdeutschland Einzug. Das Umtauschverhältnis DDR-Mark zu D-Mark von 1 zu 1 (Schulden und große Bankguthaben 2 zu 1) entsprach jedoch nicht der Leistungsfähigkeit der ostdeutschen Wirtschaft. Die DDR-Industrie ging im Wettbewerb nahezu schlagartig unter. So entstand zwar für einige Jahre ein außerordentlicher Konsumboom, aber auch die Grundlage für die Abhängigkeit der Ost-Länder von Transfers aus dem Westen.

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Stabilitätspakt: Im Vertrag von Maastricht wurde 1992 die europäische Währungsunion beschlossen. "Hart wie die Mark" sollte das neue Geld sein, versprach Finanzminister Theo Waigel und setzte im Juli 1997 den Stabilitätspakt durch. Der sieht Strafen vor, falls das Staatsdefizit eines Mitgliedslands die Maastricht-Grenze von 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts überschreitet. Deutschland selbst gehörte später allerdings zu den notorischen Sündern.

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Währungsunion: Am 1. Januar 1999 löste der Euro die nationalen Währungen in elf Ländern ab, drei Jahre später bekamen die Europäer das neue Bargeld. Die Europäische Zentralbank in Frankfurt ist nach dem Vorbild der Bundesbank aufgebaut: strikt unabhängig, nur dem stabilen Geldwert verpflichtet. Die Inflation blieb in den Jahren nach der Euro-Einführung auf Rekordniedrigstand, allerdings stiegen die Preise für Güter des täglichen Bedarfs stärker, was den Eindruck vom "Teuro" erzeugte. Inzwischen ist die Währungsunion auf 15 Länder angewachsen, im Januar kommt die Slowakei hinzu.

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