Die Kandidaten Wer kauft Postbank und Dresdner?

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Commerzbank: Die zweitgrößte deutsche Geschäftsbank gilt seit Jahren selbst als mögliches Opfer einer Übernahme. Dagegen helfen könnte der Kauf der Postbank, die allerdings an der Börse fast genauso teuer ist wie die Commerzbank selbst. Aus eigener Kraft wäre der Deal kaum zu stemmen, auch weil die Aktionäre die Möglichkeit zu Kapitalerhöhungen begrenzt haben. Deshalb gilt eine Dreierfusion mit der Dresdner Bank als wahrscheinliche Lösung und stößt in der Bundesregierung auf Sympathie. Allerdings wäre der Deal die komplizierteste Variante und könnte am Zeitdruck scheitern. Das Bündnis würde aber auch ohne Postbank funktionieren, dann wäre die Dresdner-Mutter Allianz Herrin im Haus.

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Deutsche Bank: Das von Josef Ackermann geführte Haus ist die unangefochtene Nummer eins in Deutschland. Vor vier Jahren lehnte sie den vom damaligen Kanzler Gerhard Schröder angebotenen Kauf der Postbank ab. Doch jetzt könnte eine Stärkung des Privatkundengeschäfts Risiken aus dem Investmentbanking abfedern - die Deutsche Bank ist im ersten Quartal in die roten Zahlen gefallen. Als bevorzugtes Übernahmeziel galt die Citibank, doch der Zuschlag ging an die französische Genossenschaftsbank Crédit Mutuel.

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Postbank: Obwohl sie selbst ein wichtiges Kaufobjekt sind, wollen die Bonner auch als Käufer auftreten. Der Postbank-Vorstand erklärte, an der Citibank interessiert zu sein. Deshalb machte er Druck auf die Deutsche Post, die Hängepartie zu beenden. Das ist jetzt anscheinend geschehen: Die Postbank steht auf der Verkäufer-, nicht auf der Käuferseite.

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Santander: Bei Postbank und Dresdner Bank wird den Spaniern Interesse nachgesagt. Unter Emilio Botin haben sie sich zur erfolgreichsten Großbank Europas gemausert, gerade weil sie keine großen Risiken eingehen. Die Santander-Aktie ist seit Beginn der Finanzkrise gestiegen. Sogar aus der bisher teuersten Übernahme einer Bank, der Zerschlagung der niederländischen ABN Amro unter Führung der Royal Bank of Scotland, hat Santander Gewinn gezogen. Die größte Privatkundenbank der Welt ist schon im deutschen Konsumentenkreditgeschäft aktiv, hat aber noch keine kritische Größe erreicht. Weil der spanische Heimatmarkt in der Immobilienkrise schwächelt, wäre ein zusätzlicher Risikopuffer außerdem nützlich.

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Fortis: Auch die Belgier waren an dem ABN-Amro-Deal beteiligt, müssen die Übernahme des belgischen und niederländischen Privatkundengeschäfts allerdings erst einmal bewältigen. Der Name Fortis ist deutschen Privatkunden bisher kaum geläufig, tauchte aber in den Gerüchten um Post- und Citibank auf - jedoch nur unter ferner liefen.

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ING: Die niederländische Großbank ist vor allem wegen der Direktbank ING Diba in Deutschland bekannt. Sie zählt wie Santander zu den europäischen Angreifern, die im Preiskampf auf dem deutschen Privatkundenmarkt kräftig mitmischen. Die ING galt schon als Kandidatin für eine Übernahme der Postbank, der Citibank oder auch des Privatkundengeschäfts der Dresdner, sollte das separat verkauft werden. Offiziell wollen die Amsterdamer aber nichts davon wissen.

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Lloyds TSB: Die Bank geht auf eines der ältesten Geldhäuser Großbritanniens zurück und hatte sich mit Fusionen und Zukäufen zwischenzeitlich zur größten Bank der Insel entwickelt. Die Kartellwächter haben diesen Aufstieg allerdings gestoppt. Im vergangenen Jahr musste Lloyds beispielsweise die Versicherung Abbey Life an die Deutsche Bank verkaufen. Ein Ausflug an den deutschen Markt könnte der Expansion Raum verschaffen. Lloyds TSB soll an der Postbank und der Dresdner Bank (ohne die Investmentbank Dresdner Kleinwort) interessiert sein und laut Marktgerüchten bereit sein, einen hohen Preis zu zahlen.

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