Grün, Gelb, Blau Das deutsche Banken-Monopoly

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Dresdner Bank: Die ehemals zweitgrößte deutsche Geschäftsbank hat sich zum Sorgenkind des Allianz-Konzerns und der deutschen Finanzbranche entwickelt. Im ersten Quartal 2008 fuhr die Allianz im Bankgeschäft ein 500-Millionen-Euro-Minus ein. Dafür sind vor allem Abschreibungen der Investmentbank verantwortlich.

Zahlen von 2007:
Bilanzsumme: 500,2 Milliarden Euro
Gewinn: 410 Millionen Euro
Eigenkapitalrendite: 4,0 Prozent
Kernkapitalquote: 9,1 Prozent
Mitarbeiter: 26.309

Foto: DDP
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Allfinanz: Konzernchef Michael Diekmann stellte sich auf der Hauptversammlung der Allianz demonstrativ hinter die Dresdner Bank, auch wenn er "unzufrieden" mit deren Ergebnis sei. Allerdings plant der Konzern, die Dresdner Bank zu teilen: in eine Privatkundensparte und eine Sparte für Großkunden und Investmentbanking. Das könnte einen separaten Verkauf des Problemgeschäfts ermöglichen. Schon länger wird darüber spekuliert, dass die Allianz die Postbank in ihr Privatkundengeschäft einbringen will - und damit einen neuen Vertriebskanal auch für ihre Versicherungen bekommt. Sie würde ihre Kundenbasis verdoppeln.

Foto: DDP
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Commerzbank: Den höchsten Turm im Frankfurter Bankenviertel hat die Commerzbank. Finanziell steht sie aber im Schatten der Deutschen Bank. Wie die Dresdner Bank auch, ist sie vor allem im Geschäft mit dem deutschen Mittelstand stark, hat aber nicht deren internationale Sorgen.

Zahlen von 2007:
Bilanzsumme: 616,5 Milliarden Euro
Gewinn: 1,917 Milliarden Euro
Eigenkapitalrendite: 15,4 Prozent
Kernkapitalquote: 7,0 Prozent
Mitarbeiter: 35.975 (2006)
Börsenwert: 14,3 Milliarden Euro (22.05.2008)

Foto: Markus Goetzke, Commerzbank AG
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Generationswechsel: Seit Mitte Mai führt Martin Blessing die Commerzbank. Sein Vorgänger Klaus-Peter Müller hatte wiederholt Interesse an der Postbank bekundet. Allerdings haben die Aktionäre die Möglichkeit zur Aufnahme von Kapital für Übernahmen beschnitten. Aus eigener Kraft wäre ein Postbank-Deal schwer zu stemmen. Für einen Bieterkampf wäre die Kriegskasse erst recht zu klein.

Foto: Werner Bartsch, Commerzbank AG
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Postbank: Das Institut ist stark im Massengeschäft, spielt aber international keine Rolle. Zum Objekt der Begierde für andere Banken machen die Postbank vor allem ihr großes Filialnetz und 14,5 Millionen Kunden, davon 4,6 Millionen Stammkunden.

Zahlen von 2007:
Bilanzsumme: 203 Milliarden Euro
Gewinn: 870 Millionen Euro
Eigenkapitalrendite: 16,7 Prozent
Kernkapitalquote: 8,6 Prozent
Mitarbeiter: 21.470
Börsenwert: 9,8 Milliarden Euro (22.05.2008)

Foto: DDP
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Hängepartie: Frank Appel, der neue Chef des Mutterkonzerns Deutsche Post, hat es nach eigenem Bekunden "nicht eilig" mit dem Verkauf der Postbank, den sein Vorgänger Klaus Zumwinkel vor einem guten halben Jahr ins Spiel gebracht hatte (obwohl die Integration der Bank in den Konzern 1999 Zumwinkels Werk war). Appel will die Postbank auf keinen Fall unter Wert verkaufen. Doch solange die Zukunft der Post-Tochter unklar ist, kann sie selbst nicht im Banken-Monopoly mitspielen. Finanzchef Marc Hess hatte öffentlich Interesse an der Citibank bekundet und sich von der Position im Wartestand genervt gezeigt.

Foto: DPA
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Dreiehe: Zusammen wären Commerzbank, Dresdner Bank und Postbank die Nummer eins in Deutschland, jedenfalls gemessen an Kunden, Filialen und Mitarbeitern. Ihr Geschäftsvolumen ist jedoch weitaus kleiner als das des Marktführers Deutsche Bank - vor allem aber sind die drei Banken weniger profitabel. Die addierten Zahlen sind ohnehin mit Vorsicht zu genießen, allein schon, weil einige Geschäftsbereiche vermutlich aufgegeben würden.

Zahlen von 2007:
Bilanzsumme: 1320 Milliarden Euro
Gewinn: 3,197 Milliarden Euro
Mitarbeiter: 83.754

Foto: [M] mm.de
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Deutsche Bank: Das Institut ist die unangefochtene Nummer eins der deutschen Finanzwelt und der einzige echte Global Player - auch nach einer möglichen Fusion der anderen drei. Im ersten Quartal 2008 ist die Deutsche Bank zwar in die roten Zahlen gerutscht, im internationalen Vergleich verkraftet die Bank die Finanzkrise aber noch relativ gut.

Zahlen von 2007:
Bilanzsumme: 2020 Milliarden Euro
Gewinn: 6,51 Milliarden Euro
Eigenkapitalrendite: 18,0 Prozent
Kernkapitalquote: 8,6 Prozent
Mitarbeiter: 78.291
Börsenwert: 39,4 Milliarden Euro (22.05.2008)

Foto: DPA
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Gelassen: Auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat Interesse an der Postbank bekundet. Für den Branchenprimus wäre eine Stärkung des Privatkundengeschäfts eine sinnvolle Ergänzung der Strategie. Mit ihrer komfortablen Kapitaldecke hätte die Deutsche Bank beste Chancen, den Zuschlag zu bekommen - falls ein Bieterkampf mit Commerz-/Dresdner Bank oder internationalen Mitbewerbern den Preis nicht zu hoch treibt.

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