Ölpreis Die Profiteure der Rekordjagd

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Solarbranche: Die Prognosen sind ohnehin rosig für die Solarwirtschaft, auch wenn einzelne Unternehmen derzeit schwächeln. Eine Studie für die HypoVereinsbank kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Anteil am deutschen Stromverbrauch bis 2020 fast verfünffacht. Hohe Ölpreise und der Drang, möglichst viel fossile Energie zu ersetzen, könnten die Entwicklung beschleunigen. Schon plant die Bundesregierung die Verlängerung und sogar Ausweitung der Fördermaßnahmen für die Solarenergie.

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Windenergiefirmen: Auch die Windkraftwerke profitieren von dem Drang, die Abhängigkeit vom Öl zu verringern. Dass allerdings die Abgaben zur Förderung der Windenergie, die der Verbraucher auf jede Kilowattstunde Strom entrichtet, von derzeit 1,2 auf 9,1 Cent erhöht werden, ist unwahrscheinlich. Dieser Vorschlag von Umweltminister Gabriel dürfte politisch nicht durchzusetzen sein.

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Kohleverflüssigung: Die chinesische Regierung hat für die nächsten Jahre den Bau von 27 Anlagen zur Kohleverflüssigung genehmigt. Das Land verfügt über riesige Kohlevorkommen, aber wenig Ölvorräte. Sasol, der weltgrößte Hersteller von synthetischem Erdöl aus Kohle (im Bild Produktionsanlagen in Südafrika), hat die erst im März 2008 ausgegebenen Ziele für das Jahr bereits wieder getoppt. Das Unternehmen wandelt mit Hilfe des deutschen Fischer-Tropsch-Verfahrens Kohle und Gas in Benzin um. Der Prozess wird immer wirtschaftlicher.

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Deutsche Bahn: Zweimal hat die Bahn im vergangenen Jahr die Preise erhöht - wer keine BahnCard hat, ist auf langen Strecken mit dem Flugzeug billiger unterwegs. Doch der hohe Ölpreis verschafft dem Schienenverkehr ungeahnte Spielräume im Wettbewerb mit dem Auto. Zwischen 2001 und 2006 wuchs die Zahl der Bahnpassagiere um 10 Prozent, während der Individualverkehr stagnierte. So erklärt sich, dass die Bahn laut Medienberichten im ersten Quartal 2008 den Umsatz um 6 und Gewinn 18 Prozent steigern konnte. Dazu soll ...

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... nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters besonders der Güterverkehr beigetragen haben, angetrieben vom derzeitigen Aufschwung in der deutschen Wirtschaft. Tatsächlich ist die Bahn vom Ölpreis vergleichsweise wenig abhängig. Die meisten Züge fahren elektrisch. Der Strom stammt zu einem großen Teil aus bahneigenen Kraftwerken, im Energiemix machen Atom- und Wasserkraft zusammen 40 Prozent aus. 2007 war das sechste Jahr in Folge, in dem der Schienengüterverkehr gegenüber dem Lastwagen Boden gut machen konnte. Auf der Schiene werden mittlerweile 17,2 Prozent der Güter transportiert, auch Privatbahnen profitieren (im Bild eine Lok der Gesellschaft Rail4Chem).

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U-, S- und Straßenbahnen: Auch im öffentlichen Nahverkehr verringert der Energiemix bei der Stromerzeugung die Abhängigkeit vom Öl. Damit wächst der Preisvorteil gegenüber dem Auto. So erklärt sich, dass trotz vielerorts gestiegener Ticketpreise im ersten Halbjahr 2007 die Fahrgastzahlen deutschlandweit um 0,9 Prozent gestiegen sind.

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Langfristig planende Fluglinien: Alle Airlines haben zwar höhere Kosten durch steigende Kerosinpreise. In einer solchen Hochpreisphase macht sich jedoch bezahlt, die Belastungen durch langfristige Lieferverträge so konstant wie möglich zu halten. Die Planungssicherheit verschaft etwa der darauf spezialisierten Lufthansa einen Vorteil, während manche US-amerikanische Fluggesellschaft bereits Pleite gegangen ist.

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Maschinenbau: Die ohnehin rege Nachfrage nach Maschinen aus Deutschland hat durch die hohe Nachfrage aus Ölförderländern einen besonderen Schub bekommen. So wuchs der Export nach Russland 2007 um knapp ein Viertel. Auch die Ausfuhren in den Nahen Osten legten deutlich zu. Weil die Petrodollar verstärkt in den Westen zurückfließen, habe zuletzt ein Drittel der Gesamtwirtschaft vom Preisboom profitiert, schätzt die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung.

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Werften: Ähnlich geht es deutschen Schiffbauern. Sie gehören zu den Marktführern beim Bau von den bei Ölmagnaten gefragten Luxusschiffen. Anfang 2008 standen 30 Neubauaufträge für Mega-Yachten mit einem Wertvolumen von drei Milliarden Euro in den Auftragsbüchern der Werften. Mittlerweile erlöst die deutsche Schifffahrtsbranche 20 Prozent ihrer Umsätze in diesem Luxussegment.

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Bauindustrie: Die sprudelnden Einnahmen aus den Ölexporten haben im nahen und mittleren Osten einen beispiellosen Bauboom ausgelöst. Bilfinger Berger wird in Doha (Katar), einen neuen Stadtteil für mehr als 20.000 Einwohner errichten. Volumen: eine Milliarde Euro. Auch die australische Hochtief-Tochter Leighton ist schon bei mehreren Milliardenprojekten zum Zug gekommen.

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Ölförderländer: Förderstaaten und ihre Führer wie Katars Scheich Hamad bin Khalifa sind die natürlichen Gewinner des Preisbooms. Der Großteil der Öleinnahmen landet in den Staatskassen. Die Länder stecken ihre Ölgewinne in eine moderne Infrastruktur und rüsten sich für die Zeit nach dem großen Ölboom.

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Ölkonzerne: Außer den Förderstaaten gehören Exxon, BP, Shell, Total und Co. zu den unmittelbaren Gewinnern des Ölpreises. Exxon allein schraubte 2007 seinen Gewinn auf über 40 Milliarden Dollar. Den Konzernen kommt zugute, dass sie vielfach die gesamte Verwertungskette von der Förderung bis zur Tankstelle kontrollieren.

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Der deutsche Fiskus: Die Benzinpreise steigen, also sackt Finanzminister Peer Steinbrück auch mehr Energie- und Ökosteuern ein? Ganz so einfach funktioniert es nicht, denn die Steuersätze sind fixe Centsummen und werden nicht prozentual berechnet. Also: Auch wenn der Preis für einen Liter Benzin inzwischen die Marke von 1,50 Euro durchstoßen hat, verdient der Fiskus daran 65 Cent Energie- und Ökosteuer - wie vorher auch. Trotzdem profitiert die Staatskasse: Durch die prozentual aufgeschlagene Mehrwertsteuer, die mit 24 Cent zu Buche schlägt.

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