Finanzkrise Die Vorwürfe an die Ratingagenturen

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Die Vorwürfe an die Ratingagenturen

Zu spät: Erst lange nachdem die Immobilienblase in den USA geplatzt war, begannen Moody's, Standard & Poor's und Fitch damit, ihre optimistischen Urteile über viele Hypothekenverbriefungen nach unten zu korrigieren

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Zu gierig: Weil die Banken, nicht die Anleger die Kosten des Ratingprozesses tragen und sich Papiere mit guten Noten weitaus besser verkaufen, liegt der Verdacht nahe, dass die Urteile vielfach zu positiv waren

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Zu nah: Die Analysten der Ratingagenturen arbeiteten bei der Verbriefung von Kreditpaketen eng mit den Investmentbankern zusammen - zu eng für ein unabhängiges Urteil, sagen Kritiker

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Die Finanzrichter: Wie Bonitätsprüfer arbeiten

Die Rolle: Ob sich ein Wertpapier verkauft, das einen Pool aus Hypotheken verbrieft, hängt von den Noten der Ratingagenturen ab. Weil etwa Versicherer oder Pensionsfonds das Geld ihrer Kunden besonders sicher anlegen müssen, investieren sie überwiegend in Papiere, die zuvor mit einer Note im Investmentgrade-Bereich (AAA bis BBB) bewertet wurden. Sobald ein Papier diesen Status verliert, weil die Ratingagenturen die Noten auf Ramschstatus herunterstufen (BB bis D), müssen viele Investoren verkaufen.

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Das Urteil: Die Agenturen analysieren lediglich die Wahrscheinlichkeit, dass ein aus Immobilienkrediten zusammengebautes Wertpapierkonstrukt die versprochenen Zinsen erwirtschaftet und am Ende das geliehene Kapital zurückfließen lässt. Potenzielle Kursschwankungen sind für die Noten ohne Bedeutung. Solange die Analysten davon ausgehen, dass die Kredite bedient werden, bleibt das Rating unverändert, auch wenn die Marktbewertung des Papiers abstürzt.

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Das Oligopol: Drei Ratingfirmen teilen den globalen Markt unter sich auf. Dabei ist Moody's - Warren Buffett hält daran Anteile - der einzige börsennotierte Rater. Standard & Poor's ist Teil der US-Verlags McGraw-Hill, Fitch gehört mehrheitlich der französischen Holding Fimalac.

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Finanz-Alchemie: Gute Noten für miese Papiere

Inflation: Ohne die guten Noten der Ratingagenturen wären die großen Wall-Street-Häuser nie dazu in der Lage gewesen, minderwertige Immobilienkredite aus dem Subprime-Segment in großem Stil zu neuen Wertpapieren zu verpacken und für Milliardensummen an Banken, Investmentgesellschaften oder Pensionsfonds zu verkaufen. Im Gegensatz zu konventionellen Unternehmensanleihen adelten die Agenturen den Großteil der verbrieften Hypothekenkredite mit ihren höchsten Qualitätssiegeln.

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Wachstumsgeschäft: Bei Moody's machte die Bewertung der neu verpackten Immobilienkredite im Jahr 2007 rund 40 Prozent des Umsatzes aus. Bei der Konkurrenz von Standard & Poor's und Fitch haben sich die Zahlen in ähnlichen Regionen bewegt. Die Margen des Geschäfts waren so üppig, dass der Großteil des Gewinnwachstums seit der Jahrtausendwende aus der Veredelung von Hypothekenschrottpapieren stammen dürfte.

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