Siemens 100 Tage Peter Löscher

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Peter - wer? Nach einer außerordentlichen Vorstandssitzung präsentierte Siemens einer überraschten Öffentlichkeit den neuen CEO Peter Löscher. Beobachter hätten eher mit einem bekannten Namen gerechnet - etwa Linde-Chef Wolfgang Reitzle. Niemand hatte den 50-jährigen Österreicher auf der Rechnung, der zuletzt als Pharmamanager bei Merck & Co in den USA tätig war.

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Gelungener Einstand: Der neue Siemens-Vormann Peter Löscher machte eine gute Figur, als er sich gemeinsam mit Chefaufseher Gerhard Cromme am 5. Juli den Journalisten vorstellte. Der Korruption im Konzern sagte er den Kampf an. Bei strategischen Fragen blieb er vage - er wolle weniger komplexe Strukturen "mit glasklaren, eindeutigen Verantwortlichkeiten auf jeder Ebene schaffen."

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Deutsch-finnisches Gemeinschaftswerk: Das Joint Venture Nokia Siemens Networks (NSN) wurde von Löschers Vorgänger Klaus Kleinfeld geschmiedet. Die Folgen fallen nun in Löschers Amtszeit: Am 13. Juli einigten sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber von NSN über den Abbau von 2290 Arbeitsplätzen. Schwerpunkte des Stellenabbaus sind die drei Standorte in München mit insgesamt 1500 und Berlin mit rund 450 Stellen.

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Milliardendeal: Zu Löschers ersten Amtshandlungen zählte die Übernahme des US-Diagnostikspezialisten Dade Behring, die Siemens am 26. Juli verkündete. Analysten halten den Kauf für strategisch sinnvoll, den Preis allerdings für sehr hoch. Siemens selbst räumt ein, der Deal sei "kein Schnäppchen" gewesen. Gleichzeitig teilte der Konzern mit, ...

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... die Autozuliefersparte VDO an Continental zu verkaufen. Die IG Metall sieht rund 7000 Arbeitsplätze in Gefahr und kündigte Widerstand an.

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Berg- und Talfahrt: Bereits vor Löschers Amtsantritt war der Kurs der Siemens-Aktie beträchtlich gestiegen - von weniger als 90 Euro Mitte Mai auf rund 110 Euro Anfang Juli. Ende Juli sackte das Papier allerdings wieder ab. Der Dade-Behring-Deal schmeckte der Börse nicht. Inzwischen steht die Aktie bei rund 99 Euro.

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Asien-Reise: Bei einem Besuch bei Siemens in China sorgte der CEO Ende August für Aufsehen. Gemeinsam mit dem China-Chef Richard Hausmann verkündete Löscher, es seien 20 Mitarbeiter wegen inakzeptablen Verhaltens entlassen worden. Damit hat der Münchener Konzern auch Unregelmäßigkeiten im Reich der Mitte eingeräumt.

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Vorstandsumbau: Schon länger wird darüber spekuliert, Siemens-Chef Löscher wolle das Topmanagement straffen. Am 31. März 2008 läuft der Vertrag des Vorstandsmitglieds Uriel Sharef aus, der unter anderem für die Sparte Power Generation zuständig ist. Presseberichten zufolge soll der Vertrag des 63-Jährigen nicht verlängert werden. Das gelte auch für ...

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... Klaus Wucherer, dessen Kontrakt ebenfalls am 31. März 2008 endet. Wucherer betreut unter anderem den Bereich Automation and Drives. Für Sharef und Wucherer könnten entweder neue Manager berufen werden - oder die Abgänge werden zu einer Verschlankung des Topmanagements genutzt.

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Damoklesschwert SEC: Seit dem Frühjahr ermittelt die US-Börsenaufsicht offiziell gegen Siemens. Im August kam es zu einem Treffen von SEC-Vertretern mit der Münchener Staatsanwaltschaft in der bayerischen Landeshauptstadt. Nicht zuletzt um gravierende Strafzahlungen abzuwenden, ...

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... hat der Konzern seine Abteilung Korruptionsbekämpfung erheblich gestärkt. Am 19. September verkündete Siemens, ein neues Vorstandsressort für Recht und Compliance zu schaffen. Diesen Posten erhält der bisherige Chefjustiziar von GE Healthcare, Peter Solmssen. Außerdem ...

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... ernannte der Münchener Konzern Andreas Pohlmann zum neuen Chief Compliance Officer. Beide haben ihr Amt zum 1. Oktober angetreten. Pohlmann war zuletzt bei der Celanese in Dallas (Texas) tätig. Er ersetzt den Ex-Oberstaatsanwalt Daniel Noa, seinen glücklosen Vorgänger.

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Konzernumbau: Am 5. Oktober kündigte Löscher an, Siemens eine neue Struktur verpassen zu wollen. Künftig soll das Unternehmen auf den drei Säulen Infrastruktur, Energie und Gesundheit stehen. Die Verantwortlichen für diese drei Arbeitsgebiete ziehen in den Konzernvorstand ein, der damit ein neues Gesicht bekommt und voraussichtlich verkleinert wird. An der Licht-Tochter Osram will Löscher entgegen hartnäckigen Spekulationen über einen Börsengang festhalten. Auch sonst wolle er nicht alles auf den Kopf stellen. "Siemens war, ist und bleibt ein integrierter Technologiekonzern."

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