Scheichs, Banker, Technokraten Die wichtigsten Staatsfonds

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Abu Dhabi Investment Authority: 1978 ließ der Vater von Scheich Chalifa Bin Sajid Al Nahayan den Fonds auflegen, der dem Emirat heute angeblich mehr einbringt als das Ölgeschäft. Das Vermögen wird zwischen 300 und 875 Milliarden Dollar geschätzt. Dazu gehört ein 10-Prozent-Anteil an der Private-Equity-Firma Apollo. Zuletzt sprang der Fonds mit 7,5 Milliarden Dollar der amerikanischen Citigroup bei.

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Norges Bank: In aller Bescheidenheit hat sich der norwegische Ölfonds seit 1996 auf 328 Milliarden Dollar summiert. Das Geld soll für die Zukunft gespart werden. Die Zentralbank investiert in mehr als 3000 Firmen, alle außerhalb Norwegens. Jetzt wird der Aktienanteil von 40 auf 60 Prozent erhöht. Norwegische Berater helfen Ländern wie Bolivien, Kasachstan oder auch Irak beim Aufbau eigener Fonds.

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Government of Singapore Investment Corporation: Der heute 84-jährige Staatsgründer Lee Kuan Yew rief 1981 mithilfe des späteren Weltbank-Präsidenten James Wolfensohn die GIC ins Leben. Lee, bis heute Chairman, gibt die Jahresrendite mit 9,5 Prozent an. Die Angaben für das Vermögen schwanken zwischen 140 und 330 Milliarden Dollar. Alles ist außerhalb Singapurs angelegt. Anders als bei der kleinen Schwester Temasek setzt GIC auf kleine Aktienpakete, doch jüngst sorgte eine Kapitalspritze in Milliardenhöhe für die angeschlagene Schweizer Bank UBS für Aufsehen. Das Board gilt als heimliche Regierung des Stadtstaats.

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China Investment: Den neuesten Staatsfonds baut Staatsratsvize Lou Jiwei auf. Nach dem spektakulären Blackstone-Einstieg, der bisher nur Verlust brachte, soll es ruhiger zugehen. Der Fonds übernimmt die Papiere der bestehenden Staatsholding Central Huijin. Zunächst 200 Milliarden Dollar werden aus den chinesischen Devisenreserven abgezweigt - davon gibt es 1,4 Billionen Dollar.

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Saudi-Arabien: Das Reich von König Abdullah hält sich bedeckter als alle anderen. Die Saudi Arabian Monetary Authority verwaltet Aktien- und Anleihenbesitz in verschiedenen Fonds, die außerhalb der Bilanz laufen. Ihr Wert soll mehr als 200 Milliarden Dollar betragen.

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Stabilitätsfonds: Russlands Finanzminister Alexej Kudrin will den neu gegründeten Fonds, der 108 Milliarden Dollar aus Öleinnahmen verwaltet, Anfang 2008 in einen Reservefonds für Haushaltsnotfälle und einen Zukunftsfonds nach norwegischem Vorbild aufspalten. Im ersten Jahr erwirtschaftete der Fonds eine Rendite von 9,5 Prozent. Anders als Unternehmen wie Gazprom ist der russische Staatsfonds nicht für strategische Beteiligungen zuständig.

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Temasek: Die 1974 gegründete singapurische Industrieholding gilt in Asien als aggressiver Investor, aber auch als Vorbild für andere Staatsfonds. Die 100 Milliarden Dollar schwere Temasek besitzt sieben von zehn großen Aktiengesellschaften in Singapur, erst seit zehn Jahren strebt der Fonds ins Ausland. In Thailand hat der Kauf des Telekomkonzerns Shin von der Familie des Ex-Premiers Thaksin den Militärputsch 2006 mit ausgelöst. Seitdem gibt sich CEO Ho Ching, Ehefrau des Premierministers, Schwiegertochter des GIC-Chairmans und laut "Forbes" drittmächtigste Frau der Welt, offener. Eine Temasek-Stiftung fördert Entwicklungsprojekte in Asien.

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Kuwait General Reserve Fund: Schon seit 1960 fließen mindestens 10 Prozent der Öleinnahmen des Emirats in den Fonds, der mit großen Industriebeteiligungen wie Daimler-Benz, Hoechst oder BP von sich reden machte. Nach Verlusten in den Jahren 2001/2002 baut Manager Bader Al Saad den Fonds nach Vorbild der US-Universitätsstiftung Yale um: mehr Asien, mehr Hochzinsanleihen, mehr Immobilien. Auch in Private-Equity-Deals wie dem um den texanischen Versorger TXU mischt Kuwait mit. Das Vermögen beträgt je nach Angabe 70 bis 213 Milliarden Dollar.

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Dubai: Das Emirat setzt eher auf Staatsfirmen wie Dubai Ports World, die allerdings mit dem strategischen Kauf von P&O in den USA auf Widerstand stießen. Dubai International Capital von Sameer Al Ansari übernimmt neben anderen die Rolle des Staatsfonds. Die Firma besitzt kleinere Pakete an EADS, Daimler und der Deutschen Bank. Laut Al Ansari ist ein durchschnittliches Investment 500 Millionen Dollar wert und soll langfristig gehalten werden.

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Qatar Investment Authority: Scheich Hamad bin Khalifa Al-Thani verlangt eine höhere Rendite auf das Kapital des Gasexportlandes Katar. Das Emirat kam jedoch mit einem 16-Milliarden-Dollar-Gebot für die Londoner Wasserwerke Thames Water bei RWE nicht durch und zog im November überraschend ein 24-Milliarden-Dollar-Gebot für die britische Supermarktkette Sainsbury's zurück. Im Börsenpoker zeichnet sich eine Einigung mit Dubai ab: Katar steigt in London ein, Dubai übernimmt die Stockholmer OMX zusammen mit Nasdaq.

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