US-Listings Deutsche Konzerne an der Nyse

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Im Visier der SEC: Im Zusammenhang mit der Schmiergeldaffäre ermittelt die US-Börsenaufsicht gegen Siemens. Dem Münchener Konzern drohen Geldbußen in Milliardenhöhe und ein Ausschluss von öffentlichen Aufträgen. Im Extremfall könnten sogar Haftstrafen für Topmanager verhängt werden. Siemens unterliegt der Aufsicht der gefürchteten SEC ...

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... weil das Unternehmen an der New York Stock Exchange (Nyse) gelistet ist. Am 12. März 2001 läutete Heinrich von Pierer feierlich die Börsenglocke an der Wall Street. Der damalige Siemens-Chef (Mitte) wollte eine neue Ära für das US-Geschäft des Elektronikkonzerns beginnen. Experten glauben heute, dass der Börsengang in den USA ein Fehler war.

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Lästiges Listing: Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat angekündigt, sich von der New Yorker Börse zurückziehen zu wollen. Für viele deutsche Unternehmen stellt sich schon länger die Frage, ob sich Aufwand und Kosten des Listings überhaupt noch rechnen. Zu gering ist das Handelsvolumen an der Nyse ...

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... wo Bayer sich im Januar 2002 listen ließ. Das Bild zeigt früheren Nyse-Chef Richard Grasso neben dem damaligen Bayer-Vormann Manfred Schneider und dessen späterem Nachfolger Werner Wenning (von links). Wegen des Skandals um den Cholesterinsenker Lipobay hatte Bayer den Börsengang um mehrere Monate verschieben müssen - und wurde in den Vereinigten Staaten von einer gewaltigen Prozesslawine überrollt.

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Goodbye Wall Street: Ende August hat der Energiekonzern angekündigt, sich von der New Yorker Börse zurückziehen zu wollen. "Mit diesem Schritt wollen wir Komplexität und Kosten reduzieren", erklärte Finanzvorstand Marcus Schenck. Das Delisting wird zum 7. September wirksam - soll aber nichts an der US-Strategie des Unternehmens ändern. Nicht nur Eon verschwindet schon bald von der amerikanischen Börse ...

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... sondern auch BASF. Der Chemiekonzern hat Ende Juli sein Delisting angekündigt, das am 6. September wirksam wird. Auch die Ludwigshafener betonen, Kosten und Komplexität reduzieren zu wollen. Ein hohes Maß an Transparenz bleibe aber weiterhin gewährleistet.

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Zurück zu den Wurzeln: Experten fragen sich, wozu Daimler nach der Trennung von Chrysler überhaupt noch an der Nyse gelistet sein muss. Ein Großteil des Handels mit Daimler-Aktien erfolgt ohnehin an europäischen Börsen. Außerdem ist die SEC-Kontrolle für den Stuttgarter Konzern nicht gerade angenehm: Seit Jahren ermittelt die US-Börsenaufsicht bereits gegen den Stuttgarter Autobauer wegen des Verdachts auf Bestechung von Politikern in mehr als einem Dutzend Ländern. Daimler betont allerdings, an der Nyse-Notierung festhalten zu wollen.

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Ausnahmeerscheinung: SAP ist eines der wenigen Unternehmen, die den US-Börsengang ausdrücklich als Erfolg verbuchen. "Durch das US Listing erreichen wir Aktionäre, die wir in diesem Umfang sonst nicht erreichen können", erklärt ein SAP-Sprecher gegenüber manager-magazin.de, "von institutionellen Anlgern bis zu Privatanlegern." Rund 20 Prozent des durchschnittlichen täglichen Handels mit SAP-Aktien wird in den USA abgewickelt. Deshalb trauen Experten dem Softwarehersteller ein langfristiges US-Listing zu. Ein rascher Abschied ...

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... ist auch von Qimonda nicht zu erwarten. "Wir planen ein langfristiges Listing", teilt ein Qimonda-Sprecher mit. Schließlich ist die ehemalige Infineon-Speicherchipsparte ausschließlich an der Nyse notiert. Der US-Kapitalmarkt verfüge über eine hohe Expertise im Halbleiterbereich, so der Sprecher. Deutlich weniger begeistert ...

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... zeigt sich Epcos. "In der Tat sind mit dem Nyse-Listing in einem gewissen Umfang zusätzlicher Aufwand und Kosten verbunden", sagt ein Sprecher. Diese Kosten will der Münchener Elektronikkonzern allerdings nicht näher beziffern. Immerhin halten US-Anleger heute über ein Viertel der Epcos-Aktien.

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Kein Rückzug geplant: Die Deutsche Bank betont, ein langfristiges Listing an der Nyse anzustreben. Dies ermögliche dem Geldinstitut einen besseren Zugang zu US-Anlegern, eine Erhöhung des Bekanntheitsgrades der Marke - und die Möglichkeit von Belegschaftsaktienprogrammen für amerikanische Mitarbeiter.

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Frühstarter: Bereits seit 1996 ist die Deutsche Telekom an der New Yorker Börse gelistet. "Es gibt aktuell keine Planung, das US-Listing einzustellen", erklärt ein Sprecher. Die Kosten für die Erfüllung aller Anforderungen der Börsenaufsicht beziffert die Telekom auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Zu den deutschen Pionieren an der Nyse ...

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... zählt auch Fresenius Medical Care. Der Dialysespezialist ließ sich nach Pfeiffer Vacuum und SGL Carbon als drittes Unternehmen an der Nyse listen - am 17. September 1996. Erst vier Jahre später ...

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... ging die Allianz an die US-Börse. Der Listingtermin war der 3. November 2000. Der Versicherungskonzern begrüßte es ausdrücklich, als die SEC den Rückzug aus der Berichtspflicht - die sogenannte Deregistrierung - im Juni erleichtert hat.

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Kurzes Gastspiel: Im Jahr 2002 war Altana an die Börse gegangen, vier Jahre später kündigte der Konzern den Rückzug an. Das Delisting steht im Zusammenhang mit dem Verkauf der Pharmasparte an die dänische Nycomed. Auch für Altana hat sich der Börsengang in den USA nicht gelohnt - das Volumen des Aktienhandels an der Wall Street war kaum der Rede wert.

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Lieber Frankfurt als New York: Auch der Grafitspezialist SGL Carbon flüchtete von der Wall Street. Das MDax-Unternehmen gehörte zu den ersten deutschen Konzernen, die den Gang an die Nyse wagten.

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Genug von der Wall Street: Zum 24. September will Pfeiffer Vacuum den Antrag auf Delisting bei der SEC einreichen. Der Vacuumpumpenhersteller begründet den Schritt unter anderem mit den hohen Kosten, die die pflichtgemäße Berichterstattung in den USA verursacht habe.

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Infineon: Im Jahr 2000 ging der Chiphersteller aus München an die New Yorker Börse. Ein Rückzug ist aktuell nicht geplant.

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