Familienzoff Die hohe Kunst der Problemlösung

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Nicht loslassen: Seit mehr als 60 Jahren leiten die Brüder Riegel den Gummibärproduzenten Haribo. Die Zügel des Unternehmens liegen aber vor allem in den Händen des 84-jährigen Hans. Eigentlich sollte Hans-Jürgen Riegel, der Neffe des Firmenchefs, an die Spitze von Haribo treten. Hans überwarf sich aber mit seinem Neffen. Eine Entscheidung über die Nachfolge steht noch immer aus.

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Familie auszahlen: Knapp 25 Jahre dauerte die Familienfehde der Faßbenders um den Rechtsschutzversicherer Arag. 50 Prozent des Aktienkapitals war im Besitz von Paul-Otto, der einen Platz im Aufsichtsrat hatte. Die andere Hälfte kontrollierte der Cousin Ludwig, ehemaliger Vorstandschef. Die beiden bekämpften sich so lange, bis Ludwig Faßbender 1998 einknickte und seine Anteile an Paul-Otto überschrieb. Arag fiel währenddessen im Kerngeschäft Rechtsschutz in Deutschland auf Platz drei zurück.

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Fremde Führung: Vielleicht war es die weise Voraussicht, als die Gründerenkel Hanns und Hermann Voith ihre Familie in den 60er Jahren entmachteten. Nach dem Tod von Hanns führten familienfremde Manager den Papiermaschinenbauer. Nur bei der geplanten Beteiligung von Sulzer musste die Zustimmung der Familie eingeholt werden, die sich aber nicht auf eine gemeinsame Linie einigten. Den Geschicken des damaligen Voith-Chefs Michael Rogowski ist es zu verdanken, dass ein ruinöser Machtkampf zwischen den Erben beendet werden konnte. 1992 bekamen Hermanns Erben die Werkzeugbausparte und Finanzbeteiligungen. Die Nachkommen von Hanns erhielten das Stammhaus der Voith-Gruppe.

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Neu ordnen: Bei dem Kekshersteller Bahlsen war es die dritte Generation, die sich bekämpfte. Die jahrelangen Streitereien endeten mit der Aufteilung des Unternehmens. 1996 erhielt Lorenz Bahlsen die amerikanische Tochtergesellschaft Austin Quality Foods. Seine Vettern, Werner Michael und Lorenz, teilten Bahlsen in eine Süß- und eine Salzgebäcksparte. Jeder ging seinen eigenen Weg.

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Der Verkauf: Der Familienpatriarch Gert Moeller übergab 1991 seinem Schwiegersohn Emil Seidel die Verantwortung über den Bonner Elektroanlagenbauer. Eine falsche Entscheidung, wie sich später herausstellte. Seidel wurde Geldgier und Großmannsucht nachgesagt. In seiner siebenjährigen Amtszeit trieb er das Unternehmen beinahe in den Ruin. Er konnte zwar von der Geschäftsleitung entfernt werden, Moeller bekam die finanziellen Schwierigkeiten aber nicht in den Griff. 2003 wurde das Familienunternehmen an den US-Investor Advent International verkauft. Nach weiteren zwei Jahren übernahm die Beteiligungsgesellschaft Doughty Hanson die Firmengruppe Moeller.

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Einfach weiterstreiten: Die Familie Herz kommt nicht zur Ruhe. Der Gründersohn Günter Herz übernahm nach dem Tod des Vaters die Geschicke von Tchibo und baute das Unternehmen erfolgreich aus. Der Vermögenszuwachs wurde ihm von seinen Familienmitglieder aber nicht gedankt. Er wurde von den anderen Gesellschaftern aus dem Unternehmen gedrängt. Er trennte sich 2003 gemeinsam mit seiner Schwester Andrea von den Tchibo-Anteilen für rund vier Milliarden Euro. Doch der Streit ging weiter. Kürzlich wurde bekannt, dass ein Herz-Mitglied vier Aktien an einen Familienfremden verkauft hat, um die anderen zu ärgern.

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