Petrodollars Die Spur führt auch nach Deutschland

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Verweilen: Bei einigen deutschen Konzernen engagieren sich die Araber schon seit vielen Jahren. 1974 kaufte Kuwait dem Industriellen Herbert Quandt ein Daimler-Paket ab; später sollen die Scheichs sogar versucht haben, Daimler komplett zu übernehmen; heute ist das Emirat mit 7,1 Prozent größter Investor des Autobauers. Auch Dubai hatte zwischenzeitlich 2 Prozent der DaimlerChrysler-Aktien erworben; als der Kurs stieg, wurde ein Großteil der Papiere wieder abgestoßen. Dem Maschinenbauer GEA sind die Kuwaitis seit seligen Metallgesellschaftszeiten verbunden (Anteil heute: 7,6 Prozent). Neuerdings hält Dubai 2,2 Prozent an der Deutschen Bank.

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Versuchen: Im April 2004 wollte Abu Dhabi bei Volkswagen einsteigen, wegen Preisdifferenzen scheiterte der Deal. Im Bieterkampf um ein 49,9-Prozent-Paket des Hamburger Hafenbetreibers HHLA legte die Dubai Ports World im Februar 2007 zwar das beste Gebot vor (1,6 Milliarden Euro); auf Druck der Beschäftigten entschied sich der Senat allerdings für einen Teilbörsengang (30 Prozent).

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Verzetteln: Kuwait hat einen Fonds aufgelegt, der Beteiligungen an mittelständischen Unternehmen hält, unter anderem an einer Brandschutzfirma aus Seevetal. Für die meisten Geldsammelstellen aus Mittelost binden solche Mini-Investments indes zu viel Managementpower.

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Verkehr: Ein großes strategisches Interesse hegen die Golfstaaten in den Branchen Transport und Logistik. Dubai hat sich jüngst mit gut 3 Prozent an EADS beteiligt. Gern würde sich auch der Gasstaat Katar an der Airbus-Mutter (im Bild die Zentrale der EADS Deutschland in Ottobrunn) beteiligen; am französischen EADS-Großaktionär Lagardère hält die staatliche Investmentgesellschaft schon Anteile. Auch einen Einstieg bei der Lufthansa halten Branchenexperten für denkbar.

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Vorbild für die arabische Welt: Der Herrscher des kleinen Emirats Dubai, Scheich Mohammed Bin Raschid Al Maktum, hat gezeigt, dass man auf einem Stück Sand eine moderne Weltstadt errichten kann. Nun eifert ihm der Rest der arabischen Halbinsel nach.

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Quellen der Macht: Weil sie als Energie- und Kapitallieferanten immer wichtiger werden, wächst der politische Einfluss der arabischen Golfstaaten. Die Bundesregierungen unter Gerhard Schröder und Angela Merkel haben sich um enge Beziehungen zu den Herrschern der VAE bemüht (im Bild Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Saudi Arabiens König Abdallah). Außenpolitischen Spielraum versucht sich insbesondere das größte Land der Halbinsel, Saudi-Arabien, zu verschaffen. Die "Machtgewichte in der arabischen Welt" hätten sich eindeutig von Kairo nach Riad verlagert, so Volker Perthes, Leiter der Stiftung Wissenschaft und Politik. Ob Iran oder Palästina - die Saudis verfolgen ihre eigene Linie. Auch zu Chinas Führung halten sie enge Kontakte - Kundenpflege mit einem der größten Ölimporteure.

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Globale Geldmacht: Die verschwiegenen staatlichen Investmentgesellschaften der VAE sind zu wichtigen Akteuren der Weltwirtschaft geworden.

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Petrodollars finanzieren die Weltwirtschaft: Die Staaten der arabischen Halbinsel sind die größten Kapitalexporteure der Welt.

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Große Überschüsse: Obwohl in den nächsten Jahren immer mehr Petrodollars im Mittleren Osten investiert werden, bleibt ihr Ersparnisüberschuss so groß, dass der kapitale Golfstrom nicht abreißt.

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Machtbasis Erdöl: Der globale Energiehunger steigt, angestachelt durch die wachsenden Volkswirtschaften Asiens. Parallel dazu versiegen viele Ölquellen in Europa und den USA. Folge: In den kommenden drei Jahrzehnten wird die Welt immer abhängiger von arabischem Öl.

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Weltweite Gasreserven: Vor allem die Ölsupermacht Saudi-Arabien nutzt ihre Position geschickt. Die Strategen um Ölminister Ali al-Naimi verfügen über Kapazitäten, die sie dazu befähigen, durch Drehen am Pipelinehahn die Weltmarktpreise zu beeinflussen. Katar eifert dem großen Vorbild nach: Das Emirat will zur führenden Gasmacht aufsteigen, neben Russland und Iran.

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