Cerberus Neue Heimat und eine Gewerkschaftsbank

Cerberus hält bereits zahlreiche Beteiligungen in Deutschland und Österreich.
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Gerling: Der deutsche Versicherungskonzern wurde für Cerberus zu keiner Erfolgsgeschichte. Im Sommer 2005 war eine Beteiligung unterschriftsreif. Zur entsprechenden Sitzung ließ sich Europachef Frank Bruno verleugnen, um den Preis nochmals zu drücken. In der Londoner U-Bahn begegnete ihm aber Björn Jansli, damals der Chef von Gerling. Bruno fühlte sich ertappt - und verhielt sich auch so. Den Zuschlag bekam Talanx.

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Chrysler: Die "Fusion im Himmel", die der damalige Daimler-Chef Jürgen Schrempp 1998 versprach, wurde für Daimler wie Chrysler zum Albtraum. Nachfolger Dieter Zetsche zog die Notbremse. Künftig muss der amerikanische Autobauer wieder ohne die Stuttgarter auskommen. Wer DaimlerChrysler das Sorgenkind abkauft war Gegenstand wilder Spekulationen. Zu den sicheren Interessenten gehörten der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna und Cerberus. Dabei hat sich der Fonds die Unterstützung des früheren Managers Wolfgang Bernhard gesichert. Der war bei DaimlerChrysler die rechte Hand des Amerika-Chefs. Sein Name: Dieter Zetsche.

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Wilhelmshaven: 2004 erwarb Cerberus die Wohnungsbaugesellschaft Jade mit 7500 Mietobjekten von der Deutschen Bank. Für die Gesellschaft war das nur eine Durchgangsstation. Sie wechselte seit der Jahrtausendwende fünfmal den Besitzer, wobei laut Mieterschützern keiner der Investoren ein gesteigertes Interesse hatte, in die teils renovierungsbedürftigen Gebäude zu investieren.

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BGAG: Nachdem der "Spiegel" 1982 den Skandal um den gewerkschaftlichen Wohnungskonzern Neue Heimat ans Licht brachte, entschied sich der DGB, seine gemeinwirtschaftlichen Bemühungen zu beenden. Das war eine Aufgabe der Beteiligungsgesellschaft der Gewerkschaften (BGAG), die 2005 ein die ehemalige Neue Heimat Niedersachsten, die inzwischen als BauBeCon-Gruppe firmierte, sowie einige andere ihrer Immobilientöchter mit insgesamt knapp 23.000 Wohnungen an Cerberus verkaufte. Der tatsächliche Kaufpreis wurde nicht bekannt, soll aber im niedrigen Milliardenbereich liegen. Die Führung der Gesellschaft betonte damals ihre langfristigen Absichten. Der Mieterschutz sei gewährleistet, die BauBeCon solle zum Zentrum ihrer Immobilienaktivitäten in Norddeutschland ausgebaut werden. Allerdings wurde inzwischen das Spitzenmanagement der Immobilienabteilung binnen eines Jahres zweimal fast komplett ausgetauscht.

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BAWAG: Noch im Mai soll die Übernahme der gewerkschaftlichen Bank für Wirtschaft und Arbeit (BAWAG) abgeschlossen werden. Die Bank hatte zehn Jahre zuvor noch als Ertragsperle gegolten. Durch riskante Spekulationen war sie aber in finanzielle Schieflage geraten - und in die Hände von Cerberus. Derzeit ist das Unternehmen in den Schlagzeilen, weil es alle kubanischen Konten kündigt. Damit soll der Wechsel in US-Eigentümerschaft vorbereitet werden. US-Firmen ist es gesetzlich verboten, mit dem kommunistischen Überbleibsel Geschäfte zu machen. Ob davon auch in Europa ansässige Unternehmen betroffen sind, darüber wird gerade auch auf diplomatischer Ebene erbittert gestritten.

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