Ländervergleich Wer Aktionäre straft und wer sie streichelt

Der deutsche Fiskus will Kapitalerträge ab 2009 pauschal mit 25 Prozent besteuern. Damit greift er Sparern deutlich tiefer in die Tasche als die meisten europäischen Nachbarn, die ihren Landsleuten hohe Freibeträge oder niedrigere Steuersätze zugestehen.
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Deutscher Fiskus: Auf 1000 Euro Kapitalerträge sollen ab 2009 250 Euro Abgeltungsteuer plus Kirchensteuer plus Soli fällig werden - unabhängig von der Haltedauer der Papiere. Damit wird die Bundesrepublik zum Hochsteuerland für private Sparer, denn auch der Freibetrag ist inzwischen auf 801 Euro eingedampft. Vergleichbar paradiesische Zustände herrschen dagegen im glücklichen Österreich ...

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... denn "Felix Austria" erfreut seine Bürger mit Steuerfreiheit auf private Veräußerungsgewinne, sofern die Papiere länger als ein Jahr gehalten werden. Für deutsche Skiurlauber weckt dieses Modell wehmütige Erinnerungen an die alte deutsche Steuerpraxis, während Frankreich ein Modell für eine künftig etwas sanftere Besteuerung sein könnte ...

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... denn die Regierenden in Paris gestehen Aktionären jährlich 20.000 Euro steuerfreie Kursgewinne aus Aktienverkäufen zu. Nur diejenigen, die ein noch besseres Händchen am Aktienmarkt haben, zahlen darauf Steuern - nach acht Jahren Haltedauer sind dagegen Gewinne in unbegrenzter Höhe steuerfrei. Falls der deutsche Gesetzgeber sich nicht auf solche stolzen Freibeträge einlassen will, könnte er sich auch an Italien ein Beispiel nehmen ...

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... in Italien gibt es weder Freibeträge noch Ausnahmeregelungen bei längeren Haltefristen, was das Steuereintreiben natürlich deutlich vereinfacht. Im Gegenzug ist der Steuersatz auf private Veräußerungsgewinne mit 12,5 Prozent auch nur halb so hoch wie der geplante deutsche Abgeltungsteuersatz. Man muss in punkto Steuerdumping ja nicht so weit gehen wie die Schweiz ...

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... denn in der Alpenrepublik, die auch als Tresor Europas dient, sind private Kursgewinne grundsätzlich steuerfrei. Ein wohliges Gefühl für die Eidgenossen, die mitleidig auf die europäischen Nachbarn schauen, wobei zumindest Großbritannien eine Komfortzone für Sparer eingerichtet hat ...

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... in Spanien werden Veräußerungsgewinne zwar wie in Italien einheitlich beteuert, doch auch hier gilt ein maßvoller Steuersatz in Höhe von 18 Prozent. Damit geht der Fiskus spanische Anleger deutlich härter an als zum Beispiel die Bewohner der Finanzhauptstadt London ...

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... denn in London genießen Einheimische nicht nur im "London Eye" den Ausblick über die City, sondern auch einen jährlichen Freibetrag in Höhe von bis zu 8800 britischen Pfund. Auf den deutschen Freibetrag von 801 Euro angesprochen, würden höfliche Briten wohl sagen: "That's irritating."

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